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Ska, Punk und Reggae seit 1989: Thomas Kroll ist seit 27 Jahren Macher im Mad Music Club in Hameln

Fünf Kontinente zu Gast

Thomas Kroll vom MAD Music Club im Interview

12.09.2016, Von: Sabrina Kleinertz, Foto: Sabrina Kleinertz

Übersetzt man den englischen Begriff „mad“ ins deutsche, dann heißt es so viel wie verrückt oder durchgedreht. Betitelt man nun einen Musik-Club mit diesem Wort, so kann man sich in etwa ausmalen, was der MAD Music Club in Hameln und sein Besitzer Thomas Kroll in den letzten 27 Jahren erlebt haben. Wir trafen uns zum Interview, um zu erfahren, wie man einen Club anständig zerlegt und doch pflegt.

Rockszene.de: Wie ist der MAD Music Club entstanden?

Thomas Kroll:Wir haben den Club im Juni 1989 zu viert eröffnet, da wir einen Clubraum für Ska, Punk und Reggae schaffen wollten. Es lief auch gleich sehr gut, da wir unter anderem eine Bikerszene aus Emmerthal regelmäßig hier hatten. Seit einiger Zeit betreibe ich das MAD aber alleine, da manche weg gezogen sind oder anderes zu tun haben.

Mit welchen Konzept arbeitest du?

Thomas:Ich versuche, bekanntere Bands zu nehmen. Ich habe es nämlich sowohl erlebt, dass hier 100 Leute waren, als auch nur drei oder vier. Liedermacher habe ich hier aber nicht mehr; das funktioniert nicht so gut. Ansonsten bekomme ich auch dauernd Angebote. Da brauche ich gar nicht mehr suchen (lacht). Insgesamt habe ich hier schon Bands aus allen fünf Kontinenten zu Gast gehabt.

Was waren ganz besondere Erlebnisse im MAD Music Club?

Thomas: Ich hatte unter anderem mal Folkpunk-Bands aus Frankreich und England zu Gast, die wirklich der Hammer waren. Alle waren total sympathisch und danach habe ich nur gedacht: „Boah, was war das für eine tolle Sache?!“. Solche Sachen sind eine Belohnung für mich. Bei 100 Besuchern ist aber Schluss; mehr passen nicht in den Club. Und wenn 60 da sind, dann ist es auch schon richtig gut gefüllt.

Ist es schwerer geworden, solch einen Club zu betreiben?

Thomas: Gleich nach der Eröffnung lief es bombig. Jetzt ist es teils ein Kampf, da die Leute unterhalten werden wollen. Somit muss man jetzt mehr Veranstaltungen machen und gute Live-Musik bieten. Mir macht es aber Spaß, da hier ein internationales Flair herrscht. Das bringt mich dazu, immer weiter zu machen, auch wenn ich mal kurz sauer bin (lacht). Wir schauen mal, ob ich die 30 Jahre Betrieb noch schaffe. Aber wenn es mal vorbei ist, geht eine Ära zu Ende.

Was denkst du über die Hamelner Musikszene?

Thomas:Ich denke, Hamelner Bands sind froh, wenn sie spielen können. Ich habe wenige erlebt, die es schaffen und dennoch gibt es einige Bands, die sich den Arsch aufreißen. Andere betreiben das Ganze wiederum eher als Hobby. Insgesamt finde ich, dass es so für Hameln ganz gut ist, da viele Bands hier regelmäßig spielen.

Wie ist dein Verhältnis zu anderen Hamelner Clubs?

Thomas: Ich würde es als sehr gut beschreiben. Zwar gibt es eine gewisse Konkurrenz, aber es ist nicht so, als ob wir nicht miteinander reden würden. Einige kommen auch öfter hierher, um entspannt zu proben oder Konzerte zu besuchen. Ansonsten habe ich vor allem über das Internet viele Kontakte.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Thomas: Ich lasse mich überraschen. Dadurch konnte ich hier schon viele tolle Bands begrüßen, die ich schon lange haben wollte. So versuche ich, ziemlich entspannt daran zu gehen.

INFO-BOX

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