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Luka Eichler und Gerd Sipemann leiten das K3 seit gut einem Jahr.

Nase an Nase Live-Luft schnuppern

Hamelner Kneipe K3 als musikalischer Schmelzpunkt

02.09.2016, Von: Sabrina Kleinertz, Foto: Sabrina Kleinertz

In Kneipen können die spannendsten musikalischen Abenteuer beginnen. Unzählige lokale und weltweit berühmte Bands fasten bei dem Genuss ihrer Feierabendgetränke und uriger Atmosphäre den Entschluss, sich in die weite Welt der Musik zu stürzen. Es gibt also viele Erinnerungen, die es zu erzählen gibt. Auch im Hamelner K3 schlummert die ein oder andere Geschichte. Wir trafen uns zum Gespräch mit Gerd Siepmann und Luka Eichler, die das Lokal seit gut einem Jahr führen, um uns an der Schnittstelle zwischen Bühne und Publikum umzuschauen.

Rockszene: Wie ist das Lokal und der dazugehörige Name entstanden?

Gerd Siepmann: Ursprünglich gehörte das K3 Dieter Kitzinger. Der Name K3 hat sich von Generation zu Generation einfach übertragen. Ich habe einige Jahre als Booker mit dazugehöriger Veranstaltungsagentur gearbeitet. Für die dazugehörigen Events hatten wir extra eine Location und als wir die durch diverse Umstände nicht mehr nutzen konnten stand gleichzeitig das K3 zum Verkauf.

Welches Konzept verfolgt ihr und hat es sich im Laufe der Jahre verändert?

Gerd: Wir sind seit etwa einem Jahr hier und der Vorbesitzer hat die Musik stark eingeschränkt. Wir wiederum haben kräftig einen drauf gesetzt, sodass wir auf etwa 70 bis 80 Konzerte kommen (lacht). Musikalisch gesehen machen wir alles – sowohl große Namen wie beispielsweise Henning Wehland oder Randale und Liebe; als auch gerne Nachwuchsbands.

Luka: Prinzipiell machen wir alles, was rockt und Spaß macht. Insgesamt denke ich, dass wir dabei eine hohe Qualität liefern. So haben wir auch Stammpublikum aus Hannover oder Gäste aus dem europäischen Ausland.

Gerd: Für mich ist es immer wieder erstaunlich, von woher die Leute zu uns kommen.

Gibt es ein Erlebnis, an das ihr euch besonders gerne erinnert?

Gerd: Es gibt da natürlich unzählige. Als Beispiel denke ich gerne an den Auftritt von Henning Wehland zurück. Darauf bin ich immer noch stolz wie Oskar (lacht). Zudem war es interessant zu sehen, wie der Abend verlief. Anfangs dachten alle, dass da ein riesen Rockstar kommt. Aber ich weiß nicht, wie oft er sich an diesem Abend bedankt hat und immer wieder sagte: „Boah, ist das ein geiler Laden“. Auch schön war der Besuch von Leningrad Cowboys. Deren Schlagzeuger weigerte sich als er die Bühne sah vehement, hier zu spielen. Er meinte das todernst und so haben wir ihn im Hotel etwas abgefüllt. Schließlich spielte er die Show und fand es toll.

Luka: Diese Nähe zum Publikum schätzen die Musiker. Man steht hier ja quasi Nase an Nase (lacht).

Wie empfindet ihr die Hamelner Musikszene?

Gerd: Im Vergleich hat Hameln eine sehr rührige Musikszene. In insgesamt sechs Clubs gibt es Live-Musik. Da kommt es ab und an zu einem Überangebot, bei dem an einem Abend mehrere Locations Live-Musik aus ähnlichen Genres anbieten. Live-Musik ist einfach ein Zugpferd. Teils ist das einfach mangelnde Kommunikation, aber man versucht, das anzusprechen und gegenseitig zu vermitteln. Zudem gibt es hier extrem viele Bands und davon kaum eine, die noch nicht hier bei uns gespielt hat.

Was unterscheidet euch von anderen Clubs und Kneipen in Hameln?

Gerd: Wir versuchen, unsere Gäste mit einzubeziehen. Das K3 gehört zu einem Förderverein und ist damit gemeinnützig. Konzerte und kleine Sessions können hier ganz spontan passieren; da probieren wir gerne alles aus. Das ist, denke ich, unser Alleinstellungsmerkmal. Zudem sagen die Leute oft, dass es ein Irrsinn sei, was für Leute wir hierher kriegen und die auch wiederkommen (lacht).

Was plant ihr für die Zukunft?

Gerd: Im nächsten Jahr wollen wir einmal im Monat ein rauchfreies Konzert für Nachwuchsbands veranstalten. Dadurch wollen wir uns bewusst jüngeren Bands öffnen, die Live-Luft schnuppern wollen. Darauf freuen wir uns schon sehr.

Interessierte Bands können sich unter folgender Mail-Adresse bewerben: gerd@kulturfoerderverein-weserbergland.de.

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externer Link www.k3-hameln.de

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