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Promoter mit Herzblut: Marco Linke und Iris Klabunde von cmm consulting for music and media in Hameln im Interview.

Bandunterstützung mit Herzblut

Marco und Iris von cmm Hameln im Gespräch

06.06.2016, Von: Sabrina Kleinertz, Foto: Sabrina Kleinertz

Was auf der Bühne passiert ist für alle Fans sichtbar: Eine große Show und ein Leben als Rockstar. Wie es hinter den Kulissen aussieht, bleibt hingegen eher den Profis des Showbusiness vorbehalten. Hier tummeln sich neben Bookern und Roadies auch die Manager und Promoter, die Bands in Fragen der Werbung und Fanpflege beraten, für ihre Album-, DVD-und andere Veröffentlichungen Medienaufmerksamkeit zu gewinnen. Eine Promotion-/Management-Agentur, die in diesem Bereich auf viele Jahre Berufserfahrung und unzählige Chartplatzierungen zurückblicken kann, ist cmm consulting for music and media aus Hameln.

Anhand ihres Firmenspruchs „The heart of Rock n Roll“ wird bereits klar, in welchem Genre sich Iris Klabunde und Marco Linke privat wie auch beruflich wohl fühlen. So sind auch die Künstler und Bands, die sie mit ihrer Firma betreuen überwiegend in den härteren Musikgefilden zu Hause.

Wer im Bereich Promotion und Marketing unter anderem mit internationalen Größen wie Steven Wilson oder den Rolling Stones zusammen gearbeitet hat, weiß, wie das Musikbusiness tickt. Marco Linke und Iris Klabunde von cmm Management können auf rund 15 Jahre Berufserfahrung und Herzblut zurückblicken. Im Interview mit Rockszene.de erzählen die beiden von Fehlern, Anekdoten und dem Einfluss von Social Media auf ihre Arbeit.

Rockszene.de: Es gibt ja viele Wege, die ins Musikbusiness führen – Wie hat das bei euch angefangen?

Marco: Ich bin ein Quereinsteiger. Ich war auf der Suche nach neuen Aufgaben und begann ein Praktikum. Danach ging alles relativ zügig.

Iris: Ich habe eine ähnliche Laufbahn. Zuerst habe ich in Hannover Germanistik und Anglistik studiert und dann auch ein Praktikum angefangen.

Die beste Anekdote aus eurer Firmengeschichte?

Iris: Da gibt es natürlich viele.

Marco: Mir ist es mal passiert, dass ich bei Rock am Ring einen berühmten Drummer bei einem Interview vergessen und nicht abgeholt habe. (lacht)

Ihr habt mit international bekannten Bands und teils auch eher nationalen Acts zusammengearbeitet – Wie hält man da die Balance?

Iris: Grundsätzlich ist der Service bei all unseren Kunden und Bands der gleiche. Wir wollen bei jedem Künstler, dass es funktioniert, auch wenn manche Sachen nahezu unmöglich zu organisieren sind. Viele denken witziger Weise, wir könnten zaubern. Das muss man dann einfach mit Humor nehmen. (lacht)

Marco: Wir haben uns vor allem auf Rock, Metal und ein bisschen Blues spezialisiert. Progressive-Rock ist dabei unser Steckenpferd; Pop ist dagegen nicht so unser Ding. Im Allgemeinen gehen wir für jede Band immer ein bisschen weiter als nötig. Am wichtigsten ist aber immer, dass man mit Herzblut dabei ist.

Welche Fehler begehen Bands eurer Meinung nach am häufigsten? Welcher hat die schwerwiegendsten Folgen in der Karriere?

Marco: Man sieht schon viele schlimme Sachen (lacht). Schlecht beraten wird und wurde immer. Und das auch bei bekannten Acts. Videoclips, in denen die Musiker selbst schauspielern und das auch nicht besonders gut, gibt es beispielsweise oft. Manche Musiker hingegen überraschen uns aber auch mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten. Der Klassiker im Rock- und Metal-Bereich ist aber immer noch eine Videoszene in der Wüste oder auf einem Industriegelände.

Iris: Am besten fragt man bei solchen Sachen nicht seine Freunde nach deren Meinung. Das ist wie bei all den Castingshows.

Marco: Ja, in der Hinsicht sind Freunde der schlimmste Feind. (lacht)

Ihr betreut Bands in allen Medienformaten – In wie weit hat sich eure Arbeit seit dem stärkeren Aufkommen von Social Media verändert?

Marco: Social Media ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil. Dorthin hat sich die Werbung verlagert, da man dort eher maßgeschneidert auf den Konsumenten werben kann.

Iris: Vor allem Facebook ist sehr wichtig, da der Erfolg einer Band dort messbar wird. Außerdem kann man auf solchen Plattformen viel präsenter sein.

Marco: Stimmt, Facebook ist in der Hinsicht wohl das beste Tool.

Iris: Genau das macht sehr viele Leute aber auch satt, da alles überall verfügbar ist.

Wenn ihr heute und gestern vergleicht – Was hat sich verändert?

Iris: Im Endeffekt hat alles Vor- und Nachteile. Früher war man näher dran und mehr im Stillen. Da hat man die Hefte untereinander getauscht. Heute passiert viel auf Facebook und leider wird auf solchen Plattformen auch gegen manche Bands gepöbelt.

Marco: Früher war es persönlicher.Für Bands mit einer ohnehin schon großen Fanbase sind solche Formate heute aber sicherlich einfacher.

Wie schwer ist es, als Band erfolgreich zu sein?

Marco: It's a long way to the top – das passt ganz gut. Es gibt zum einen viele Bands, die sich den Arsch aufreißen, aber oftmals befeuert auch das Budget den Erfolg einer Band.

Was empfehlt ihr jungen Bands?

Marco: Live zu spielen ist am Wichtigsten. Und genau da liegt die Krux, denn es ist nach wie vor schwer, an Gigs zu kommen. Leider gibt es keine Institution für den Aufbau einer professionellen Szene. Bands sollten aber immer darauf achten, ihre Internetpräsenz auf dem aktuellen Stand zu halten. Für Booker und A&R-Leute sind das wichtige Parameter. Letztendlich geht es um Zahlen und es braucht viel Eigeninitiative.

Wie empfindet ihr die Hamelner Musikszene?

Iris: Ich bin selbst Hamelnerin und kenne die Szene von Anfang an. Es hat sich nicht viel verändert. Die Szene ist ein kleiner elitärer Kreis. Jedoch finde ich schon, dass die Leute früher öfter weggegangen sind, auch wenn man die Band des Abends nicht so gut kannte. Heute überlegen es sich viele Leute zweimal, ob sie abends ausgehen.

Marco: Ich komme ursprünglich aus Hannover und habe die Szene dort aktiv beobachtet. Es ist eine relativ kleine Petrischale und der junge Nachwuchs fehlt.

Was für Ziele habt ihr euch in Zukunft gesetzt?

Marco: Unser großer Wunsch wäre es, Bands, die wir für groß und wichtig halten, zu ihrem gebührenden Erfolg zu verhelfen.

Iris: Die Promotion von großen Bands ist meist nicht so schwierig, sondern eher eine Reputationsfrage. Ich kann Marco da nur beipflichten: Wir wollen Bands helfen, von denen wir total überzeugt sind, auch wenn es manchmal etwas frustrierend ist.

Der Artikel wurde aktualisiert - 6.6.2016 - 16.10 Uhr

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