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Schlagzeuger Daniel Terstappen alias DannyT. spielt nicht nur in eigenen Bands, sondern hilft auch anderen als Ersatzschlagzeuger aus.

„Die Energie kommt dann live auf der Bühne!“

Schlagzeuger Daniel Terstappen im Interview

13.03.2015, Von: Hanna Rühaak, Foto: Alexandra Halbey

Daniel Terstappen alias DannyT. ist ein wahres musikalisches Allround-Talent: Seit er sechs Jahre alt ist, spielt er Schlagzeug, gründete eigene Bands und Akustik-Projekte und hilft hannoverschen Bands wie Fat Belly und Ich Kann Fliegen an den Drums aus. Nebenbei lernt er „zum Spaß und aus Interesse“ Gitarre, Cajon und Piano. Rockszene.de traf sich mir Daniel zum Interview, um einmal hinter die Kulissen zu schauen.

Rockszene.de: Seit du sechs Jahre alt bist, spielst du Schlagzeug. Wie fing alles an?

Als ich 6 Jahre alt war, nahm mich mein Onkel Charly mal mit in sein Recording Studio in Mönchengladbach. Dort war ich von der ersten Sekunde an begeistert. Ich meine, da standen überall Schlagzeuge rum und Mischpulte und Verstärker. Es war faszinierend! Ich konnte die Sets ausprobieren und saß das erste Mal an einem richtigen Schlagzeug. Aus Erzählungen weiß ich, dass ich direkt Spaß daran hatte und drauf los getrommelt habe. Anscheinend wollte ich gar nicht mehr aufhören. Das war wohl genau das Richtige! Mein erstes Schlagzeug bekam ich dann eine gewisse Zeit später. Auch das war ein einschneidendes Erlebnis!

Mit DannyT. hast du sogar einen eigenen Künstlernamen. Wie bist du dazu gekommen?

Der Name DannyT. ist sehr früh entstanden. Im Grunde eine Anlehnung an und von meinem Partenonkel CharlyT. Ich mach es mal kurz: Der Name stand mit weißer Schrift auf einem schwarzen Frontfell einer "24"x"22"er BassDrum, nachdem "überraschender Weise" das Tuch vom abgedeckten Drumset entfernt wurde und es mir die Sprache verschlug: Mein erstes Schlagzeug in knallrot, mit meinem Namen drauf! Rot war ab dem Zeitpunkt meine Lieblingsfarbe, die sich aber mittlerweile geändert hat (lacht). Der Name hat sich über die Zeit selbst etabliert.

Ende letzten Jahres bist du bei der siebten Fetten Caroline Kann Fliegen im Kulturzentrum Faust kurzfristig für Julian von Fat Belly am Schlagzeug eingesprungen. Was ist da passiert?

Tja, was ist da passiert... Rückblickend so einiges. Erstmal ist leider dem Julian (Drummer Fat Belly – Anm. d. Red.) bei einem Sportunfall etwas passiert, was eine Muskelzerrung in der rechten Wade zur Folge hatte. Wer Schlagzeug spielt weiß, dass damit nichts zu machen ist. Kein Gefühl, dadurch keine Koordination und vor allem keine Kraft/Power, um vernünftig auf die BassDrum zu treten, damit das nach vorne geht. Die Belly's fragten, ob ich kurzfristig einspringen könne und ich war mir erstmal nicht ganz sicher. Es waren nur sechs Tage Vorbereitungszeit, die Show war in der Hannover-Heimat und immer gut besucht... Ich dachte, wenn ich das mache, muss es funktionieren und fett werden. Also überlegte ich mir einen Plan und rief die Belly's zurück. Als ich hörte, dass es neue Songs und zwei Cover gibt die performed werden sollen, dachte ich mir nur: "Leute, wir müssen morgen anfangen!" Da Fat Belly - professionell wie sie sind - alle Termine einrichten konnten, trotz eines gesundheitlich angeschlagenen Gitarristen, der im Proberaum stillschweigend die Gitarrenriffs bretterte und Aushilfs-Bassisten Robin Pfeil der Honka bei den täglichen Proben ersetzte, war ich beziehungsweise wir am Freitag vor der Show soweit fit! Auch das Ich Kann Fliegen-Cover "Katastrophen" und der Helene Fischer Song "Atemlos" saßen und kamen als verpunkte Live-Version super an. Das Konzert verlief gut, hat sehr viel Spaß gemacht und um das DrumSolo kam ich dank Benny auch nicht herum (lacht). Am Ende hat trotz der knappen Zeit und der spontanen Aktion alles geklappt und es war anscheinend ein mehr als erfolgreicher Abend.

Wie bereitet man sich in so kurzer Zeit darauf vor, ein komplettes Set zu spielen? Du bist ja schon ein paar Mal für Julian eingesprungen, aber die komplette Setlist hat man ja sicher nicht einfach auf Abruf parat.

Die Vorbereitung auf ein Live-Set läuft bei mir in der Regel immer gleich ab: Ich höre mir die Songs an und schreibe mir eine sogenannte Form/Struktur des Songs auf, quasi den Songaufbau, welche Parts, wann kommen und so weiter. Die Drum-Grooves höre ich im Grunde raus und übe dann, wenn nötig, spezielle Licks oder Fill-Ins. Bei den Bandproben mit solch professionellen Musikern kommt dann der Rest. Im Großen und Ganzen war mir das Live-Set von Fat Belly bekannt, da ich bereits seit Anfang 2012 einige Shows der "Set The Flag"-Releasetour mit Fat Belly als Support für Terry Hoax gespielt habe und seitdem hier und da immer mal wieder mit den Jungs on Stage war. Es steckt aber schon Arbeit und viel Zeit dahinter. Die Energie kommt dann live auf der Bühne!

Seit neuestem hilfst du auch bei Ich Kann Fliegen am Schlagzeug aus, weil Bill für ein paar Monate im Ausland ist. Wie kam dieser Kontakt zustande?

Der direkte Kontakt zu Ich Kann Fliegen ist erst kürzlich entstanden. Nach der Liveshow von Die Fette Caroline Kann Fliegen im Dezember. Natürlich sind mir Ich Kann Fliegen bekannt und ich habe auch schon ein paar Shows gesehen. Im Januar schrieb Bill mich an und fragte, ob ich ihn ab Februar für sechs Monate aufgrund eines Auslandssemesters vertreten könne. Ich war überrascht, hab drüber nach gedacht und zugesagt. Ich denke, es ist auf jeden Fall eine weitere Erfahrung. Die Musikrichtung ist ganz anders. Man spielt daher einen ganz anderen Stil, die Songs sind teils sehr langsam, was es nicht einfacher macht und auch auf keinen Fall langweiliger. Es gibt verschiedene Samples wodurch man sehr tight und genau spielen muss, um die Songs vernünftig zu transportieren. Das machen Bill und die Jungs sehr gut. Die ersten Proben liefen gut und die Fliegen waren zufrieden... Oh, das reimt sich (lacht)! Ich freue mich schon auf die erste Show am 17. April bei der Herri Musiknacht im Béi Chéz Heinz.

Neben deiner Tätigkeit als Live-Aushilfsdrummer bei Fat Belly und Ich Kann Fliegen hast du auch noch weitere Projekte. Was sind das für welche?

Da mich musikalisch sehr viel interessiert, habe ich gerade ein Akustik Projekt mit dem damaligen Sänger Julian Rahtz von Animal Farm und der Pianistin und ausgebildeten Sängerin Janneke van der Meer am Start. Dort spiele ich teils Cajon, was neu für mich ist. Aber es ist auch interessant, mal in eine andere Richtung zu gehen. Aber das Projekt ist noch in der Entwicklung. Ein weiteres Singer/Songwriter-Projekt musste ich kürzlich aufgeben, weil es zeitlich einfach zu viel war. Außerdem stehen ab April wieder Live-Shows mit Ich Kann Fliegen und Fat Belly an, worauf ich mich sehr freue. Weitere Live-Shows kommen hoffentlich ab Sommer/Herbst mit dem neusten Projekt! Dazu später mehr...

Deine erste Band FirstEveR gründetest du 2007 und ihr ward bis 2009 aktiv. Kannst du uns darüber etwas erzählen?

Meine erste, selbstgegründete Band FirstEveR ist aus einem Spaßprojekt mit meinen Freunden Chrizz und Flow entstanden. Wir haben schon länger zusammen Musik gemacht und - wie viele Bands am Anfang - Songs der Lieblingsbands gecovered. Das ging in die Richtung des amerikanischen Punkrock à la Green Day, Blink 182, MxPx, Ramones und so weiter. Nachdem das funktionierte, beschlossen wir, Songs zu schreiben und gründeten die Band. Wir nahmen ein Demo auf, um uns damit zu präsentieren und konnten die ersten Konzerte spielen. Die erste Show spielten wir in Emden beim Deichclash Bandcontest als Support für die Skaband Rantanplan, den wir auch direkt gewonnen haben. Total verrückt! Der Gewinn war zudem noch ein weiterer Studioslot, bei dem wir zwei neue Songs aufnahmen. Es folgten weitere Konzerte, unter anderem mit Fat Belly, One Strike Left und weiteren bekannten Punkrock Bands aus der Region und Szene. Aufgrund weiterer Entwicklungen im privaten und beruflichen Bereich mussten wir die Band leider irgendwann auflösen.

Neben dem Schlagzeug spielst du auch noch Gitarre; in deinem Akust-Projekt Cajon und lernst gerade das Piano spielen. Läuft eines der Instrumente dem Schlagzeug den Rang ab oder bleiben die Drums die Nummer 1?

Drums werden immer die Nummer 1 bleiben. In welcher Form auch immer. Die anderen Instrumente spiele ich eher zum Spaß und aus Interesse, allerdings hilft die Gitarre natürlich beim Songs schreiben.

Im Vorfeld hast du erzählt, dass die Neugründung eines Punkrock-Projekt im Raum steht. Worum geht es da und wer ist involviert?

Das aktuell neuste Projekt ist kürzlich entstanden: Ein Cover Projekt mit Olli Sauerlich von den Abstürzenden Brieftauben, Robin Pfeil der parallel bei "Starvin Millionaire" & "The Spoons" aus Seesen Gitarre spielt und bei uns die Bass-Saiten rockt, als auch Benny von Fat Belly als Gitarrist, Frontsau und natürlich Sänger. Unter dem aktuellen Arbeitstitel "Weltherrschaft" verpunken wir Klassiker der letzten 50 Jahre. Ein sehr lustiges und professionelles Projekt, bei dem natürlich Spaß im Vordergrund steht. Bis jetzt sind verschiedene Klassiker aus den verschiedensten Genre als auch "Film-Themes" von bekannten Serien oder Filmen im Programm. Das wird auf jeden Fall ziemlich großartig! Ich bin sehr gespannt...

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