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Bildrechte: Tobias Lehmann

Mehr Kumpel als Rockstar: Thees Uhlmann spielte und sang vor und mit 1100 Fans und Interessierten in Hannover im Capitol.

Die Begeisterung des Augenblicks

Thees Uhlmann und Band mit 1100 in Hannover

22. November 2013, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Es gibt Bands wie Die Ärzte, deren Mitglieder auf ihre laute und zuweilen etwas prollige Art sympathisch sind. Und es gibt Sänger wie Thees Uhlmann, die auf ihre leise, zurückhaltende und doch präsente Art einfach zum Knuddeln sind. Da hebt er im Konzert im Capitol gestern Abend beschwichtigend die Arme, als die mehr als 1100 Gäste nicht nur zu seinen Liedern jubeln, sondern auch zu seinen Worten zwischen den Songs. „Diese Geste dürft ihr niemals machen, wenn ihr ein richtiger Rockstar sein wollt“, sagt er, zwischen Ernst und Selbstironie schwankend. Denn die Rockstarposen, dass Arme- in- die- Luft- reißen, das hat er auch drauf.

Die Ärzte an dieser Stelle zu nennen ist übrigens durchaus nicht so weit hergeholt, wie es scheint. Denn eine signifikante Gemeinsamkeit verbindet beide Bands. Sie lieben es, zwischen den Songs kleine Geschichten zu erzählen. Thees erzählt von seiner Tochter, aber auch von durchsoffenen Nächten. Der Vater und der Rockstar, Thees verkörpert beides. Er erzählt aber auch von Niedersachsen. „In Stade gibt es einen Ort, da kann man drei Atomkraftwerke gleichzeitig sehen“, sagt er und betont seine Liebe zum Hässlichen im Schönen. Dann spielt er „Der Fluss und das Meer“. Aber auch seinen ganz eigenen Heimatsong mit dem sperrigen Titel „ Lat: 53.7 Lon: 9.11667“ hat er im Gepäck.

Immer wieder schleicht sich Gänsehaut ein, weil Thees etwas im Inneren packt, das viele verbindet. Zeilen wie „Wir sind ein wenig wie die Vögel über Bergen und den Flüssen, fliegen nicht weil wir können, sondern weil wir müssen“ reißen Gedanken und Gefühle mit auf eine individuelle Reise, auf der man doch niemals alleine ist. Thees verbindet auf eine coole Art und Weise.

Dazu trägt natürlich auch seine Band und die Schönheit der Musik bei. Für den Solo-Thees wird gerne der Springsteen-Vergleich bemüht. Aber: Er passt halt auch. Hat Thees zur Tour seines ersten Albums immer wieder noch ein paar Tomte-Songs eingestreut, verzichtet er jetzt komplett darauf. Das ist irgendwie schon schade, aber wirklich traurig macht es nicht. Denn seine Solo-Songs tragen einen Abend mittlerweile locker.

Die schöne Lightshow setzt den Sänger und seine Band gekonnt in Szene, der Sound ist klar. Thees dankt auch seiner Crew am Ende. „Wir Musiker stehen lediglich 90 Minuten abends auf der Bühne, wie Fußballspieler ohne Training, dafür mit Bier. Doch unsere Crew arbeitet jeden Tag Stunden, um alles vorzubereiten“, sagt er und es gibt einen ungewöhnlich langen und lauten Applaus für die Crewmitglieder.

Nach knapp zwei Stunden spielt die Band als letzten Song „Die Toten auf dem Rücksitz“. Und noch ein letztes Mal reißt Thees die Arme in die Höhe, wie so ein Rockstar. Doch bei ihm ist es die Begeisterung des Augenblicks, die er feiert. Thees steht auf der Bühne und ist doch mehr Kumpel als Rockstar. Applaus für seine Musik und seine Art zu sein.

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