Bildrechte: Miriam Rosin

Wild, griffig und packend: Royal Republic spielten im Capitol eine wuchtige und energiegeladene Garage-Rock´n´Roll-Show mit Punk-Rock-Einschlag.

„Was für ein geiler Dienstagabend in Hannover“

Royal Republic entfachten Rock-Party im Capitol

20. November 2013, Von: Andreas Haug, Foto(s): Miriam Rosin

Nach Touren im Vorprogramm von Bands wie Die Toten Hosen oder Donots, nach überzeugenden Festival-Shows in den letzten Jahren wie etwa auf dem Hurricane, bei Rock Am Ring, dem Open-Flair oder dem Deichbrand, präsentierte sich die schwedische Garage-Rock´n´Roll-Band Royal Republic erstmals im größeren Club-Headliner-Rahmen in Hannover. Dass das Capitol augenscheinlich der richtige Ort für das Konzert war, ließ sich unter anderem allein an den fast durchweg begeisterten, rund 800-900 Besuchern feststellen.

Bevor Royal Republic die Bühne des Capitols betraten, sorgten zunächst einmal in der hannoverschen Szene gute Bekannte für Unterhaltung: Das Hamburger Trio Montreal, diverse Male in hiesigen Clubs wie dem Béi Chéz Heinz zu Gast, packt als support des heutigen Abends erst einmal einige locker-flockige Punk-Pop-Rock-Songs aus und bringt das Publikum langsam aber sicher in Bewegung. Einfach, geradeaus und unterhaltsam spielen Montreal Songs wie „Drogen aus der Hobbythek“ oder -die Älteren werden es erkannt haben- den rund 30 Jahre alten NDW-Klassiker „Katharine,Katharine“ der hannoverschen Band Steinwolke.

Es braucht keine Aufwärmphase als Royal Republic gegen kurz nach 21 Uhr ihre Show starten. Von den ersten Takten an ist der Großteil des Publikums im gut und für die meisten wohl angenehm gefüllten Capitol in Bewegung.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Miriam Rosin
Dick aufgetischter, grooviger, so gut wie immer tanzbarer rauer Rock´n´Roll mit leichtem Punk-Rock-Einschlag wird serviert und das trifft hier den Nerv der Fans, ganz besonders im Saal direkt vor der Bühne. Man tanzt, springt, singt die griffigen, eingängigen, tendenziell hymnenhaften Melodien mit. Der Sound ist brillant-druckvoll, das Licht exzellent und Royal Republic um den vor lauter Energie und Spielfreude wie aufgezogen wirkenden Sänger und Frontmann Adam Grahn in mehr als überzeugender Verfassung.

Nicht neu, aber hervorragend umgesetzt

Die Musik ist nicht neu, aber hervorragend umgesetzt und man merkt Royal Republic an, dass sie in jüngerer Vergangenheit vor einem weit größeren Publikum im Großarenen- oder Open-Air-Festival-Umfeld vor 10.000 und mehr Besuchern ihre Erfahrungen gesammelt haben. Diese Energie, transportiert in einen größeren Club wie das Capitol, lässt kaum jemand unberührt. Im Innenraum vor der Bühne geht es bald richtig hoch her, es wird ein gepogt, wenn auch diszipliniert, eine Art Wall-Of-Death inszeniert oder unisono aus der Hocke in die Luft gesprungen.

Die Band ist spielerisch und technisch sehr gut in Schuss, drei bis vierstimmiger Gesang und der des Öfteren auf den Bühnenboden spuckende Adam Grahn gibt den Rock´n´Roll-Zeremonienmeister. Ein Energiebündel voller Körperspannung und einer vokalen Bandbreite von spitzen Schreien bis hin zu tiefem Growling. Das beeindruckt. Fans von Royal Republic dürften auch Fans der Musik und Shows von Bands wie den Beatsteaks oder The Hives sein.

Campino oder ein "alter Blues-Gitarrist"

Adam Grahn hat zwischen den Stücken auch Anekdoten parat, so etwa aus dem Jahr 2011, als Royal Republic bei Rock Am Ring spielten und er Campino von Die Toten Hosen erstmals kennenlernte, ohne zunächst zu wissen, wer ihn begrüßte und ihn und seine Band lobte. Zunächst dachte er, der Mann sei ein älterer Blues-Gitarrist, erzählt Grahn schmunzelnd, bis irgendwann der deutsche Tourmanager mit den Armen ruderte und auch dem Royal- Republic-Musiker klar wurde, wer ihm zu diesem Zeitpunkt locker vorgeschlagen hatte, mal zusammen einige Shows zu spielen. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.

„Was für ein geiler Dienstagabend in Hannover“ entfährt es Adam Grahn und der tosende Applaus des Publikums ist kaum überraschend. Kurz und heftig wird zum x-ten Mal auf den Boden gerotzt und weiter geht es mit eingängigem Rock´n´Roll.

In dieser Form könnten Royal Republic Stück für Stück zu einer richtigen Genre-Größe wachsen, nur, dass eine Headliner-Show mit 60 Minuten plus Zugabe dann doch quantitativ noch ausbaufähig ist, könnte jemand den Herren irgendwann nochmal stecken.

INFO-BOX

Links
externer Link www.royalrepublic.net
externer Link www.hannover-concerts.de

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