Bildrechte: Lisa Eimermacher

Großen Spaß im Februar, als es noch Konzerte möglich waren, gab es mit Zebrahead im ausverkauften MusikZentrum

Der Rockszene.de-Jahresrückblick 2020 Teil 1

Noch mit Konzerten im Januar, Februar und März

28. Dezember 2020, Von: Redaktion, Foto(s): Lisa Eimermacher (1) / (2.-6. siehe Gal.)

Eigentlich ging ja alles gut los im Januar und Februar. So ähnlich, wie sonst auch. Es gab noch Konzerte in vollen Clubs und Hallen. Ein paar letzte noch Anfang März. Dann breitete sich dieses Virus, das wir hier ungern beim Namen nennen wollen, auch in Deutschland aus und alles wurde ganz schnell anders. Ganz anders, auch in der Musikszene, auch in Hannover. Wir starten heute unseren traditionellen Jahresrückblick in vier Teilen. Jeden Tag nehmen wir uns drei Monate aus dem Jahr 2020 vor und sind pünktlich an Silvester damit fertig. Im ersten Teil blicken wir zurück auf die Monate Januar, Februar und März.

Januar 2020

Größere und wichtige Neuigkeiten gleich zu Beginn des neuen Jahres: Das Kulturzentrum Faust kann sich über ein neues P.A.-System freuen, das fortan die 60er-Jahre-Halle modern und adäquat beschallen soll. Und wo man sich umhört, sind Konzertgänger und Techniker voll des Lobes über die neue Anlage.

Wechsel in der Geschäftsführung des MusikZentrums: Nachdem Geschäftsführer Holger Maack und Sabine Busmann jahrzehntelang das Chef-Büro in der Emil-Meyer-Straße 28 geteilt hatten, übergibt Holger die Arbeit und Verantwortung an Sabine. Am 7. Januar wird groß gefeiert und wir waren dabei. Hier unser Bericht mit Fotostrecke. Auflösung in Freundschaft: Die hannoversche Stoner-Noise-Punk-Band Deamon´s Child ist Geschichte. Gitarrist Sven Missullis und Bassistin und Sängerin Ana Muhi haben mit Might bereits ein neues Bandprojekt begonnen.

Comeback #1: Die legendären Boomtown Rats um Sänger Bob Geldof melden sich zurück und kündigen nach 36 Jahren Veröffentlichungspause ihr neues Album „Citizens Of Boomtown“. Die Platte wird am 13. März erscheinen.

Comeback#2: Nach neunjähriger Pause ist die Indie-Folk-Rock-Band Bright Eyes wieder aktiv. Man hat einen neuen Plattenvertrag in der Tasche und beginnt mit den Arbeiten an neuen Songs.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Lisa Eimermacher (1) / (2.-6. siehe Gal.)

Gut in Fahrt gekommen ist die noch verhältnismäßig neue Post-Hardcore-Band KAAK aus Hannover. Seit Oktober 2019 veröffentlichen KAAK Songs und Videos. Im Januar erscheint „Nichts ist gut genug“ und das wird nicht die einzige Veröffentlichung der Band im Jahr 2020. Man spielt einen Release-Marathon: Ein neuer Song plus Video in jedem Monat – das ist der Plan. Den setzen KAAK bis zum Oktober 2020 in die Tat um.

Die Indie-Pop-Sängerin und Songschreiberin Sobi stellt ihre neue EP „Home One Day“ vor. Das von unserem Magazin präsentierte Release-Konzert am 30. Januar im LUX in Hannover ist restlos ausverkauft. Das ebenfalls aus Hannover stammende Indie-Pop-Duo A Fox´s Burrow ist als special guest dabei. Hier geht es zum Bericht und den Fotos.

Februar 2020

Ihr neuer Stil sorgt für Gesprächsstoff: Green Day überraschen auf ihrem Album „Father Of All“ mit Indie-Disco-Pop´n´-Rock´n´Roll. Mit Spaß, aber ohne Punkrock.

Für Rock-, Punk-und Metalfans gehen einige hochkarätige Konzerte über die Bühnen von Clubs und Hallen. Das Rocker in der Reuterstraße lädt an bestimmten Konzerttagen zu Themenabenden ein, unter anderem rund um die Shows von Dropkick Murphys, Rose Tattoo und Papa Roach.

Unser Magazin hat in diesem Monat zwei offizielle Konzertpräsentationen auf dem Zettel. Zum einen sind da Zebrahead, die im ausverkauften MusikZentrum einen „extraterrestrischen Abriss“ zelebrieren, wie unser Konzertbericht titelt. Mit einem fliegenden Zebra, stage-divenden Aliens, gigantischen Wassermelonen und jeder Menge Crowdsurfern schickt die Band ihren sehr facettenreichen Punkrock ins Publikum. Es ist die Abschlussshow ihrer Tour. Die allerletzte Zugabe kommt vom Band und wird von allen mitgesungen: „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Hier geht es zu unserem Bericht mit einer Fotostrecke.

Am 18. Februar gastiert die weltweit renommierte Progressive-Metal-Band Dream Theater vor überraschend kleinem Auditorium in der Swiss Life Hall. Die Band um John Petrucci, Mike Mangini, Jordan Rudess, James LaBrie und John Myung spielt ein grandioses, über drei Stunden andauerndes Konzert. Nach einer kurzen Pause gibt es das komplette Konzeptwerk „Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“. Für eingeschworene Fans, vor allem des Albums aus dem Jahr 1999 ist das Gebotene ein absoluter Leckerbissen. Zum Konzertbericht mit einer Fotostrecke.

Die Celler Rockmusik Initiative, kurz CRI genannt, feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Am 22. Februar gratulieren im Rahmen eines großen Festes auf dem Gelände der CD-Kaserne live unter anderem Conell And The True Dramatics, Mary´s Forbidden Dreams, Amberlite und Gran Ducca. Wir hatten im Vorfeld einen ausführlichen Porträtartikel in unserer Rubrik „Menschen und Hintergründe“ veröffentlicht. Direkt dorthin geht es hier entlang.

Ebenfalls 40 Jahre aktiv sind The Toasters, die zu den bedeutenden Vertretern des US-amerikanischen Ska zählen. Im Rahmen eines Neujahrsempfang der hannoverschen Agentur Spider Promotion stellen sich auch die schwedischen Indie-Rocker-Tribe Friday live im Café Glocksee vor und präsentieren gleichzeitig ihre neue Single „Freaky“. Für viele Anwesende ist die Band eine absolute Entdeckung.

Die aus Hannover und Hameln stammende Dark-Rock-Band Unzucht landet mit ihrem neuen Album „Jenseits der Welt“ einen Top-10-Erfolg in den deutschen Album-Charts. Die ebenfalls der regionalen Musikszene zuzuordnenden Bands Kasimir Effekt und Poly Ghost bringen ihre Debütalben auf den Markt, die wir Anfang März in unserer Rubrik „Gehört und Gesehen“ näher vorstellen.

März 2020

Das noch neuartige Virus grassiert nun auch in Deutschland und breitet sich schnell aus. Vor allem dort, wo viele Menschen zusammenkommen. Es ist offensichtlich sehr tückisch und sehr gefährlich. Es gibt erste Konzertabsagen und –verlegungen. Am 10. März verfügt die Gesundheitsbehörde Hannover, dass Konzerte in geschlossenen Räumen mit mehr als 1000 Besuchern nicht stattfinden dürfen. Das gilt vorerst bis zum 22. März. Wenige Tage später werden dann alle Konzerte, unabhängig von der Besucherkapazität untersagt. Vorerst bis zum 17. April soll das so sein.

In der Musikszene hofft man noch auf den Sommer, vermutet, das bis dahin der Spuk mit dem Virus vorbei sein sollte. Konzertveranstalter suchen neue Termine für den Sommer und den Herbst und finden diese auch. Die Macher von großen Sommerfestivals gehen in ihren Planungen davon aus, dass einer Durchführung wie vorgesehen nichts im Wege steht und liegen damit leider auf ganzer Linie falsch.

Mitte des Monats geht Deutschland in das, was man Lockdown oder Shutdown nennt, Musik und Kultur findet im Internet oder auf Balkonen oder an geöffneten Fenstern statt. Live-Streaming wird die kommenden Wochen und Monate bestimmen. Kultur muss sichtbar bleiben, sagen viele. Das erste Live-Streaming-Konzert findet am 18. März bei Sam Nok statt. Block Musik in Hannover und einige Musikerinnen und Musiker hatten sich dafür zusammengefunden. Es spielen Learning To Fly, Schumann, Diana Babalola und Tinatin.

Am Sonntag, dem 22. März, einen Tag vor dem Lockdown öffnen sich in Hannover viele Fenster. Sängerinnen und Sänger, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten jeglicher Couleur stimmen um 18 Uhr Beethovens „Ode an die Freude“ an. Das MusikZentrum Hannover hatte diese Aktion unter dem Motto „Open Windows And Make Music“ initiiert und im Vorfeld organisiert. Einige Handy-Videos kursieren in sozialen Medien.

Der lokale Musikfachhandel stellt sich auf die neue Situation ein und improvisiert. Beratung per E-Mail und am Telefon, Kaufabwicklung über Online-Shops. Lieferdienste werden organisiert.

Auch das internationale Livemusikgeschehen bildet sich von nun an im Internet oder im TV ab. Der TV-Sender arte streamt ein Konzert von Beth Hart, das die Musikerin noch am 1. März in der Music Hall Olympia in Paris geben konnte.

Mit viel Ausdauer ist der mittlerweile fast 87-jährige Country-Musiker Willie Nelson unterwegs. Mit „First Rose Of Spring“ veröffentlicht er sein 70. Solo-Album. Der schottische Progressive-Rock-Sänger Fish präsentiert den Titelsong seines kommenden Albums „Weltschmerz“ als Single.

Auch der hannoversche Pop-Newcomer Jona Straub haut eine Single raus. „Lieder der Nacht“ kommt mit einem im ungewöhnlichen Hochkant-Format produzierten Video. Der erste Eindruck aus der kommenden Debüt EP. Im Song setzt sich Jona Straub mit der Hektik, Schnelllebigkeit und auch Flüchtigkeit des Lebens im Allgemeinen und des Alltags im Speziellen auseinander.

Am Ende des Monats bleibt die ernüchternde Feststellung: Nichts ist mehr so, wie es war, alles ist plötzlich anders. Und die Aussichten: Ungewiss.


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