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Goethes Erben um Mitbegründer Oswald Henke schalten im November -soweit wie möglich - ihre Digitalpräsenzen ab und stellen damit weder Videos noch Songs kostenlos zur Verfügung.

Digitaler „Generalstreik“

Goethes Erben legen Online-Präsenzen auf Eis

03. November 2020, Von: Redaktion, Foto(s): Pressefreigabe/Laetitium

Die Wave/Gothic/Rock/Avantgarde-Band Goethes Erben schaltet mit sofortiger Wirkung ihre Online-Präsenzen ab, will vor allem ihre Musik nicht mehr digital verfügbar machen. Die Aktion soll den gesamten November über andauern. Die Band begründet diesen drastischen und in der deutschen Musikszene bis dato wohl einmaligen Schritt mit der –nach ihrer Wahrnehmung – ausbleibenden Hilfe und verhaltenen Reaktion der Medien auf die Situation der Veranstaltungs-, Kreativ- und Kulturbranche im Zusammenhang mit den Folgen des erneuten Lockdown, und den mit den zur Bekämpfung von Covid-19 einhergehenden Einschränkungen und Verboten.

Die ideelle und wirtschaftliche Situation für Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende, Menschen aus der Veranstaltungsbranche und sämtlichen damit verbundenen Berufen, insbesondere für Solo-Selbstständige, ist seit Monaten nur schwer bis kaum noch erträglich. Kritisiert werden allgemein vor allem die kaum vorhandenen und nicht wirklich greifenden finanziellen Hilfen, mangelnde, nicht bedarfsgerechte Hilfskonzepte für die Branche und nicht vorhandene Perspektiven für einen Wiedereinstieg in die Kultur. Der bislang eher schwach ausgeprägte Dialog zwischen Betroffenen und der Politik, insbesondere mangelndes Verständnis seitens der Regierenden werden ebenso kritisiert wie auch eine verhaltene Reaktion der Medien auf die Situation.

Letzteres prangert auch die deutsche Rock/Avantgarde-Band Goethes Erben an, zumindest lt. einer Medienmitteilung ihrer Promotionagentur und des Labels und dürfte damit die aktuelle Situation nicht mehr ganz zutreffend erfassen. Das Medienecho und die Auseinandersetzung in der Berichterstattung von Presse (Print und Digital), Radio und TV war in den vergangenen Tagen vergleichsweise groß. Spätestens seit der ersten großen Alarmstufe-Rot-Demonstration in Berlin, dem Auftritt von Die Ärzte in den Tagesthemen und dem Statement von Jazz-Trompeter Till Brönner, der am vergangenen Sonntag auch in der Talkrunde bei Anne Will in der ARD zu Gast war. Es ist in den Medien in diesen Tagen verstärkt „Zug auf dem Thema“, wie man so sagt.

Drastische Maßnahmen - drastische Aktion

Das war allerdings lange Zeit nicht so und Goethes Erben wollen mit der drastischen Aktion, ihre Online-Kanäle im November vorübergehend zu deaktivieren, ein Zeichen setzen. Alle digitalen Erzeugnisse, das sind letztlich vor allem Songdownloads, Audio-Streams und Videos sind im „Lockdown-light-Monat“ nicht mehr für die Öffentlichkeit verfügbar. Auch die Bandhomepage soll in Kürze für die kommenden vier Wochen abgeschaltet werden.

Das Bündnis #alarmstuferot hatte jüngst die Aktion #sangundklanglos ins Leben gerufen, die Goethes Erben aufnehmen und erweitern: Einen ganzen Monat keine Digitalpräsenz des Bayreuther Band-Projekts.

Für Goethes Erben ist dies ein „kreativer Generalstreik“. Die Band bittet ihre Fans darum, auch die selbst hochgeladenen Videos und Live-Videos einen Monat auf „privat“ zu stellen.

Sänger und Band-Mitbegründer Oswald Henke erklärt in diesem Zusammenhang: „(…)Wir wissen unsere Fans bestens versorgt mit ihren Tonträgern, wir wollen nicht Euch die Musik wegnehmen, sondern den Menschen, die Dinge als kostenlose Selbstverständlichkeit ansehen und eben keinerlei Wertschätzung für kreative Leistungen aufbringen, unsere Musik nicht mehr öffentlich zugänglich machen, soweit dies in unseren Möglichkeiten liegt (…)“


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