Bildrechte: Jan Hagerodt

Terry Hoax, hier bei einem ihrer traditionellen Vorweihnachtskonzerte im Capitol, werden am 10. Mai auf dem Schützenplatz erwartet.

Bitte nicht hupen!

Der Rahmen für die „Autokultur-Konzerte“ in Hannover

29. April 2020, Von: Redaktion/Andreas Haug, Foto(s): Jan Hagerodt

Die Meldung am Montagmittag, dass die Agenturen Hannover Concerts und event it gemeinsam mit zahlreichen Partnern ab Mai vollwertige Konzerte auf dem Schützenplatz mit populären Bands planen, denen die Besucher unter besonderen organisatorischen Bedingungen vor Ort in ihren PKW beiwohnen können, war für viele Konzertfans ein großer Stimmungsaufheller. Der Kartenvorverkauf läuft und das Programm soll ständig erweitert werden. Mittlerweile ist auch der Rahmen bekannt, wie die Shows mit Bands wie Terry Hoax, Revolverheld, Fury in the Slaughterhouse, Jeremias, Sido, Maybebop und vielen anderen auf dem Schützenplatz aussehen soll.

Als wir in der Redaktion am 8. April an einem Artikel über Konzerte der Band Brings in einem Kölner Autokino am 17.und 18. April arbeiteten, der am 9. April veröffentlicht wurde, kam für einen kurzen Zeitpunkt der Gedanke auf, ob ein ähnliches Veranstaltungskonzept nicht auch eine Option für Konzerte in Hannover sein könnte und siehe da, vorgestern, am Montag, 27. April, gab Hannover Concerts eine umfangreiche Pressemitteilung heraus, dass ab Mai ein Autokino-Programm auf dem Messegelände geplant ist und auf dem Schützenplatz Konzert-und Comedy-Veranstaltungen stattfinden sollen, denen Besucher in ihren eigenen PKW sitzend beiwohnen können.

Das sorgte in Hannover und vor allem in den sozialen Medien für großes Interesse. Bei vielen Resonanzen war nahezu ein Gefühl der Freude und Erleichterung, der Motivation und eines Enthusiasmus greifbar, dass in der aktuell -besonders im Zusammenhang mit Musik- und anderen Kulturveranstaltungen- fast schon perspektivlosen Situation, endlich was passiert.

Populäre Stars und Newcomer für ein breites Publikum

Die vielfach sehr namhaften und populären Acts, deren Auftritte auf der Open-Air-Bühne angekündigt wurden, lösten bei vielen eine Welle der Begeisterung aus: Unter anderem haben Terry Hoax (10. Mai), Sido (12. Mai), Fury in the Slaughterhouse (15. Mai) und Revolverheld (23. Mai) zugesagt. Das bisherige Programm, das bereits nach wenigen Stunden noch erweitert wurde, darf man als abwechslungsreich und gleichzeitig für ein breites Publikum ansprechend bezeichnen.

Michael Schulte (29. Mai) ist genauso dabei wie Glasperlenspiel und Mousse T. (30. Mai). Hannovers  À Capella – Spezialisten Maybebop treten am 31. Mai auf, Sasha am 6. Juni und die hannoverschen Pop-Newcomer Jeremias am 12. Juni. Aus dem Feld der Comedy-Unterhaltung sind zum Start der „Autokultur“-Reihe am 7. Mai Die Pochers angesagt, Bülent Ceylan wird am 13. Mai erwartet. Das Programm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ von Mary Roos und Wolfgang Trepper soll am 5. Juni das Publikum unterhalten und erheitern.

Pawlowscher Hund wuselt auf Facebook

Als die Meldung über „Autokultur aus Hannover für Hannover“ über diverse Kanäle ging, vor allem über Social-Media-Kanäle, war sogleich richtig aufgeregte Dynamik im Spiel. Die Kommentarspalten auf Facebook glühten vor in der großen Mehrzahl sehr positiven Beiträgen.

Einige gaben voller Stolz und Begeisterung vor, ihre Karten schon gekauft zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war der offizielle Vorverkauf zwar noch gar nicht gestartet, aber wenigstens schon mal der Kommentar abgeschickt, was prompt andere motivierte nachzufragen: "Wo, denn?". Viele warfen mit spürbarer Aufregung Fragen zum organisatorischen Rahmen in den Raum und –wie auch bei anderen Themen von größerem öffentlichen Interesse – gab es leicht sorgenvolles und von Skepsis geprägtes Genörgel und Spekulation über bis dato noch ungelegte Eier, sprich noch gar nicht kommunizierte Rahmenbedingungen, wie etwa die Kapazität des Geländes für Besucherfahrzeuge.

Das Verhalten einiger Facebook-Kommentatoren erinnerte -wie so oft auf dieser Plattform- an eine bekannte Reaktion des berühmten Pawlowschen Hundes. Läutet die Glocke, stellen sich sofort Speichelfluss und danach Fresslust ein. Keine Zeit, ein paar Stunden auf handfeste Infos zu warten, sich mal in etwas einzulesen, sondern erstmal Aktion und Reaktion in Kommentarbereichen.

Viele Stunden später lieferte dann die offizielle Veranstaltung-Website die für viele so wichtigen Informationen, wie das voraussichtliche Konzertspektakel denn unter „Corona-Bedingungen“ tatsächlich ablaufen soll.

Vieles ähnelt vom Prinzip den organisatorischen Rahmenbedingungen, wie sie für die Brings-Konzerte Mitte April in Köln angekündigt wurden. Ein wichtiger Unterschied: In Hannover werden die Auftritte nicht auf eine Kinoleindwand gestreamt, das Publikum sieht die Künstlerinnen und Künstler direkt auf der Bühne. Von dieser Bühne soll übrigens kein Sound in die Umgebung schallen, so dass ein Erscheinen von Fans, die außerhalb des Geländes Musik zu erhaschen glauben, sinnlos erscheint. Die Tonsignale werden direkt über eine UKW-Frequenz in die jeweiligen Autoradios geschickt.

Kein Verkauf von Getränken und Speisen

Ansonsten gelten in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation strenge Regeln für die Organisation und das Verhalten der Besucherinnen und Besucher vor Ort. Es dürfen nur zwei Personen im PKW anwesend sein, Tickets können nur im Online-Vorverkauf erstanden werden und werden durch die geschlossene Autoscheibe gescannt. Die Veranstalter raten, sich vor Besuch nochmals technisch mit dem PKW vertraut zu machen. Das oft automatisch gesteuerte Licht muss während der Veranstaltung ausgeschaltet sein.

Auf dem Gelände werden keine Getränke oder Speisen verkauft. Entsprechenden Proviant mögen sich die Gäste selbst mitbringen und ihre Abfälle im Anschluss auch wieder mitnehmen. Heizlüfter, Decken, Ersatzradios, Lautsprecher oder ähnliches sind nicht vorhanden und können nicht ausgegeben werden.

Fury-Gitarrist will sich Applaus-Sample besorgen

Für Fahrzeuge, die technische Hilfe benötigen, soll ein Notservice vor Ort sein. Es sind Toiletten-Container vor Ort, die aber eher „im Notfall“ aufgesucht werden sollten. Wer zum Toilettengang sein Fahrzeug verlässt, muss eine Schutzmaske tragen. Außerdem weisen die Veranstalter darauf hin, dass das Betätigen der Autohupe zum Zweck der Beifallsbekundung für die Darbietungen der Künstlerinnen und Künstler nicht erwünscht, respektive nicht gestattet ist.

Fury in the Slaughterhouse-Gitarrist Christof Stein-Schneider, der mit seiner Band am 15. Mai spielen wird, hatte am gestrigen Dienstagabend über Facebook angekündigt, sich ein Applaus-Sample zu besorgen.

Das sich ständig erweiternde Programm , die Sicherheitsbestimmungen und Antworten auf Fragen zur Organisation findet man auf der offiziellen Veranstaltungshomepage.

Karten gibt es auf eventim.de und über die Ticketshops der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und Neue Presse (NP)


INFO-BOX

Links
externer Link www.autokultur.info
externer Link www.hannover-concerts.de

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