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Alter Kaffee aus Hannover und Kassel gewannen den Sixpack 2019 im MusikZentrum

Die Wall of Love bringt alle zusammen

Alter Kaffee gewinnt den Sixpack-Contest 2019

08. Dezember 2019, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Mit Witz und guter Show: Die Deutsch-Pop-Band Alter Kaffee hat den Sixpack-Contest 2019 gewonnen. Die Akustik-Folkband Mountain River holte mit ihren berührenden Songs am Sonnabend im Musikzentrum den zweiten Platz. Bronze bekam Jona Straub für seine ebenso gefühlvollen wie melancholischen Lieder. Die zahlreichen Besucher freuten sich über einen musikalisch vielfältigen Abend zwischen Pop, Rock, Folk und Funk.

Die deutsche Sprache ist en vogue geworden. Gleich vier von den sechs Bands des Sixpack-Festivals im Musikzentrum 2019 haben sich für die deutsche Sprache entschieden: Alter Kaffee, Geishecker, Jona Straub und die Schlicktown Crew. Mit ihren originellen Texten und der rasanten Bühnenshow holen Alter Kaffee mit Mitgliedern aus Hannover und Kassel am Ende des Abends auch den Titel.

Studentenpop von Lappen für Lappen

Die Musiker der Band Alter Kaffee bezeichnen ihre Musik selbst als „Studentenpop von Lappen für Lappen“. Das ist dann allerdings doch ein wenig kokettiert. Denn die Band um Sänger Max Remmert weiß genau, wie sie ihre Zuhörer kriegt. Gleich von Beginn des Auftritts an bezieht Max die zahlreichen Besucher mit ein, lässt sie mitsingen und hüpfen. Die Besucher feiern zu Songs wie „Probleme eines Cis-Manns“ und „Danke Merkel“. Im letzteren wird es dann mit Zeilen wie „Danke für nichts, Angela, außer, dass mein reicher Papa Steuern spart“ auch politisch, ohne die gute Stimmung zu verlasen. Mit dieser lockeren Art, kritisch aber dennoch fröhlich zu sein, überzeugen sie an diesem Abend Jury und Publikum.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Tobias Lehmann

Einen anderen Weg schlägt Jona Straub mit seiner Band ein. Die Band spielt als letzte des Abends und entlässt die Besucher mit gefühlvollen Texten und treibenden Melodien. „Die Lichter der Straßen umblenden die Stadt, bei all ihrem Lärm kann man sich selbst kaum noch hören“, singt Straub und umhüllt die Zuhörer mit warmer Melancholie. Auf der Bühne geht es etwas ruhiger zu, den verträumt-leichten Texten angemessen. Dennoch kann Jona mit seiner sympathischen Ausstrahlung punkten und bekommt am Ende den dritten Platz für sich und seine Band.

Geishecker: Gegen den Strich gebürstet

Die beiden weiteren deutschsprachigen Bands schaffen es nicht auf das Treppchen. Doch bei der hohen Qualität des Abends heißt das nicht, dass sie es nicht ebenso verdient hätten. Auch die Musik der Band Geishecker lässt sich unter dem allgemeinen Begriff  Deutsch-Pop zusammenfassen. Allerdings ist es auch gegen den Strich gebürstete Musik, die nicht unmittelbar eingängig ist. Die Melodien des Trios sind komplex, ungewohnt, spannend.

Am Ende des Auftritts will Sänger Felix Geishecker die Besucher zur inneren Einkehr bewegen und entwirft ein Bild in dem die „Wirbelsäule als Baum auf einem weiten Feld“ betrachtet werden soll. Da es bei einem Konzert doch eher um den Spaß an der Gemeinschaft geht, sind dann auch einige irritiert. Macht aber nichts, da die Band kurz darauf wieder in ihre bunte Musikwelt hineintaucht.

Quasi das Motto des Abends gibt die Schlicktown Crew vor: „Die Stadt wird wach, wenn der Beat dich küsst.“ Ganze elf Musiker stehen hier auf der Bühne und feiern mit einer Mischung aus Funk, Soul, Reggae und Hip-Hop. DJ JaiiDee und MC Watt verbinden ihren Rap gekonnt mit der Stimme von Sängerin Sunny van der Topper. Gemeinsam mit den eingespielten Bläsern lädt die Band zu einer groovenden Party ein, auf die sich alle gerne einlassen.

Mountain River überzeugen mit sanftem Akustik-Folk

Beeindruckende Auftritte liefern aber auch die beiden Bands ab, die ihre Lieder noch ganz old-school auf Englisch singen. Mountain River werden für ihren sanften Akustik-Folk am Ende dann auch verdient mit dem zweiten Platz belohnt. Augenfänger ist der große Kontrabass auf der Bühne, der für einen dumpfen Rhythmus sorgt, der die Zuschauer nicht mehr so leicht loslässt. Die Musiker schaffen eine Atmosphäre voller Leichtigkeit und Weite. In der Welt von Mountain River ist jeder willkommen. Packende Lieder voller Wärme.

Wer einen Sixpack-Contest besucht, kann sicher sein, musikalische Vielfalt geboten zu bekommen. Neben der außer Konkurrenz spielenden Alternative-Metal-Band I Raise The Siren ist dann mit Wasted Origin auch noch eine klassische Alternative-Rockband am Start. Sängerin Jana Melching und ihre Band definieren den Begriff Energie neu und wirbeln über die Bühne.

Besonders Jana geht komplett in der Musik auf und kommt nicht zur Ruhe. Mal singt sie mit ausgebreiteten Armen, mal auf dem Boden liegend. Schließlich lädt sie die Besucher in einem ruhigeren Moment zu einer „Wall of Love“ ein. Alle sollen aufeinander zugehen und sich umarmen. Darauf können sich sicherlich alle Bands einigen, unabhängig davon, wer gewinnt oder nicht. Denn am Ende geht es doch bei Musik genau darum.


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