Bildrechte: Lars Setzepfandt

Harter Rock-Jam bei PPC Music mit Gitarrist Thomas Blug, Sängerin und Gitarristin Anca Graterol, Schlagzeuger Kristof Hinz und Bassist und Sänger Lars Lehmann.

Mit Pfiff, Biss und Leidenschaft

Ausgelassener Rock-Jam mit Szene-Profis bei PPC Music

25. Oktober 2019, Von: Andreas Haug, Foto(s): Lars Setzepfandt / BulldogZ Photography

„Lerne von den Profis“ war das Motto am gestrigen Donnerstag bei PPC Music in Hannover. Über den Tag hinweg gaben Gitarrist Thomas Blug und die vor allem in der hannoverschen Szene bekannten Musiker Lars Lehmann (Bass) und Anca Graterol (Gesang) Workshops und Einzelcoachings. Zum Höhepunkt geriet dann aber die abendliche Jam-Session im von vielen Besuchern gut gefüllten Turm bei PPC, zu der sich auch noch der ebenfalls sehr renommierte Schlagzeuger Kristof Hinz gesellte. Jam-Session trifft es eigentlich nicht exakt. Was die vier Profis boten war ein leidenschaftliches Rockkonzert mit Pfiff, Improvisationen und einigen musikalischen Überraschungen.

Für 20.00 Uhr war das Konzert mit Thomas Blug, Anca Graterol, Lars Lehmann und Kristof Hinz angekündigt, doch wo man anderenorts meist noch die berühmte akademische Viertelstunde auf die Akteure und das restliche Publikum wartet, ist bei PPC Music der Rock-Jam schon um 19.50 Uhr in vollem Gange. Die vier haben offensichtlich Hummeln im Hintern und wirken so, als wären sie ausgehungert, gemeinsam auf die Bühne zu kommen und sich nach allen Regeln der Kunst und der Spielfreude auszutoben. „ Schon beim Soundcheck gegen kurz nach sieben ging es richtig zur Sache, da sind die gleich auf der Bühne geblieben und haben losgelegt, ich kam gar nicht dazu, das Konzert richtig anzumoderieren“, sagt Robert Mühlbauer, einer der beiden PPC Music-Geschäftsführer schmunzelnd und gut gelaunt.

Das Ergebnis von Eigendynamik

Das ganze Projekt, der Tag und der Abend bei PPC hatte sich beinahe von allein entwickelt. Eigentlich hatte Thomas Blug angerufen, wollte vorbeikommen und einen neuen Amp vorstellen, später rief Lars Lehmann an, der erfahren hatte, dass Thomas im Haus sei und hatte die Idee, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Dann gab es offensichtlich eine gewissen Eigendynamik und einige Telefonate später waren dann Anca Graterol und Kristof Hinz ebenfalls dabei und die Idee, einen Tag mit Coachings und einem gemeinsamen Konzert zu veranstalten, war geboren, erfahren die Besucher später von Robert Mühlbauer.

Nun hätte man durchaus erwarten können, dass so langjährig und vielbeschäftigte Profis, den Abend routiniert und mit Bedacht bestreiten, frei nach dem Motto „Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss“, aber allein die Tatsache, dass Bass, Gitarren, Schlagzeug und Gesänge schon deutlich vor der eigentlich Startzeit durch den PPC-Turm schallten, ließ erahnen, dass Anca Graterol, Lars Lehmann, Thomas Blug und Kristof Hinz hier keinen Job absolvieren, sondern mit Spaß und Herzblut, deutlicher Lautstärke, angemessenem Rotz und Härte ein Jam-Konzert spielen und dabei Auszüge aus Classic-Rock- und Hardrock-Klassikern von Bands und Künstlern wie etwa Cream, Free, Deep Purple oder Jimi Hendrix mit gefühlt 110%igen Einsatz regelrecht zelebrieren wollen.

Von „Nutbush City Limits“ zu „Highway Star“

Pausen gibt es nur wenige kurze, dafür rhythmische und solistische Improvisationen, kurze wie längere Songausflüge und Übergänge mit Überraschungen. „Nutbush City Limits“ von Ike & Tina Turner wird dabei ganz locker von „Highway Star“ von Deep Purple abgelöst. Die sich zusammengefundene Band mischt bluesig-souligen Rock mit Hardrock. „All Right Now“ von Free gibt es genauso zu hören wie „Little Wing“ von Jimi Hendrix. Dieser Song explodiert am Ende beinahe zerstörerisch in einem exzessiven Solo-Outro von Thomas Blug, der bereits bei „Burn“ von Deep Purple einen Solo-Sound parat hatte, der den Hörer fast die begleitende Original-Orgel von Jon Lord wahrnehmen ließ.

Alles improvisiert

Es ist ein kurzweiliger Live-Rock-Jam hier bei PPC Music, das zahlreich erschienene Publikum spendet besonders zum Abschluss reichlich und kräftigen Applaus. Ohne Zugabe geht hier natürlich nichts. Es sei wirklich alles improvisiert gewesen, man habe zuvor nicht geprobt und auch noch nie in dieser Besetzung zusammen gespielt, erklärt Bassist Lars Lehmann, der sich auch als guter Sänger erweist. Das letzte Stück des Abends, der Cream-Klassiker „White Room“, wird von ihm am Mikrofon präsentiert.

Beim anschließenden „Get Together“ blickt man beim PPC Team, der Profi-Jam-Band und vielen Besuchern in glückliche Gesichter.  Ein Abend, der weitaus mehr gehalten hat, als er versprochen hatte.

Wir von Rockszene.de bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei Lars Setzepfandt von BulldogZ Photography für das Foto in diesem Artikel


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