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Bildrechte: Jeff Kahra

Großes Fährmannsfest-Finale am Sonntagabend mit dem Auftritt von MIA.

Musikalischer Entdeckertag

MIA. und Kyles Tolone zum Abschluss des Fährmannsfests

12. August 2019, Von: Andreas Haug, Foto(s): Jeff Kahra

Kostenloser Eintritt am dritten Tag des Fährmannsfests in Hannover, das lockt alljährlich nochmals zusätzlich viele Menschen auf das Festival-Gelände und so war es auch am gestrigen Sonntag. 8000 waren es laut Veranstalter, die sich gestern auf der Fährmannsinsel vor der Musikbühne und der Faustwiese mit der Kulturbühne und dem Kinder-und Kulturfest einfanden. Das macht an allen drei Tagen zusammen 17.000 Besucherinnen und Besucher die das alternativ geprägte Open-Air-Fest feierten. Die hannoversche Musikszene war Sonntag besonders stark vertreten, die Berliner Indie-/Elektro-Pop-Rock-Band MIA. und die Göttinger Indie-/Alternative-Rockband Kyles Tolone spielten zum Abschluss.

Der Fährmannsfest-Sonntag wartet traditionell mit einem musikalisch gemischten Programm auf. Tendenziell gibt es mehr poppige Töne und funky Grooves oder auch mal experimentell-sphärisch Angehauchtes in dieser dritten und letzten Runde. Der heutige Sonntag wird für viele auch zu so etwas wie einem musikalischen Entdeckertag. Frühes Erscheinen lohnt sich, denn so manche Song-und Soundperle tanzt von beiden Bühnen auf die Wiesen und springt nicht selten auf einige Besucher über, die womöglich zu neuen Fans der einen oder anderen Band werden.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Jeff Kahra

Die hannoverschen Bands Lorimer Burst mit ihrem instrumentellen Post-Rock und im Anschluss die ganz leicht progressiv angehauchte Alternative-Pop-Rock-Band Martiste sorgen für einen warmen, entspannten Einstieg vor der großen Musikbühne. Wer mag und kann, gerät bei der Musik mit emotionaler Tiefe ins Träumen. Emerson Prime, ebenfalls aus der Leinemetropole und ein mittlerweile sehr etablierter Name in der Szene, setzen mit anspruchsvollen, progressiven Soul-Pop-Kompositionen stärker auf die Karte Groove.

 Viele, die bei  warmen sommerlichen  Temperaturen und zeitweise Sonnenschein vor der Bühne verweilen, dürften sich glücklich schätzen, sich so frühzeitig eingefunden zu haben und möglicherweise für sich festzustellen, spannende, qualitativ sehr hochwertige Bands für sich entdeckt zu haben. Alle machen hier einen entspannten und zufriedenen Eindruck.

Aus Berlin stammt die Indie-Rock-Band Kann Karate, die es etwas rauer, zeitweise auch mal rotzig zugehen lässt. In Hannover sind Kann Karate auch noch nicht einem großem Publikum ein Begriff und haben hier beim Fährmannsfest die Gelegenheit, sich auf einem sich stetig weiter füllenden Gelände zu präsentieren.

The-Tubes-Tribute-Show und bunter Farbstaub auf der Kulturbühne

Zur gleichen Zeit geht es auf der Faustwiese sehr stimmungsvoll zu und bei den Shows einiger Bands auch hoch her. Die Kulturbühne präsentiert am heutigen Sonntag ein umfangreiches Band-Programm und kann schon als kleine, aufgeweckte und freche Schwester der großen Musikbühne auf dem anderen Ufer der Ihme bezeichnet werden.

Eine The-Tubes-Tribute-Show zu erleben, dazu hat man in Europa wohl eher sehr selten die Gelegenheit. Hier auf der Fährmannsfest-Kulturbühne ist das möglich: Mit der aus Hannover stammenden Band The Wild Men Of Wongo, die für ihren Auftritt vielfach sehr gute Resonanzen erntet. Verdient. Captain-Future-Rock haben Mordslaerm dabei, eine sehr bekannte und bei vielen beliebte Szene-Band. Tanzbar wird es bei dem Soul-Funk-Disco-Rock-und-mehr-Mix von Selli And The Guns.

Richtig voll vor der Kulturbühne ist es zur Show der sehr gut vernetzten Lindener Szene-Band UrSolar. Der Auftritt dieser Band zählt zu den Höhepunkten des heutigen Tages, wenn nicht des gesamten Fährmannsfests. Knallharte Funk-Rhythmik, scharf gewürzter Rock, Pop und Punk – das sind die Zutaten für das musikalische Gebräu von UrSolar, das sich als äußerst belebend und erfrischend erweist. Vorn und in der Mitte Sängerin Vanessa mit kräftiger Stimme und einer enorm charismatischen Bühnenpräsenz, der sich die vielen Musikfans hier kaum entziehen können.

Hier ist was los!

Hier läuft sie nun, die munter-fidele Show, die nicht nur zum Tanzen und Feiern einlädt, sondern nahezu antreibt. „Bunt statt Braun“, das alte und immer noch gültige Motto des Fährmannsfests wird hier mit prallem Leben erfüllt. Vanessa schießt bunten Farbstaub in die feiernde Menge. Hier ist was los!

Parallel tritt auf der Musikbühne ein Act auf, den einige schon kennen könnten, der aber auf größerer Ebene noch als ganz heißes Newcomer-Thema gehandelt wird: 8Kids, die kurz vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums stehen, beeindrucken mit einer leidenschaftlichen Show und ordentlich Druck. 8Kids firmieren unter Post-Hardcore, aber auch Pop spielt eine wichtige Rolle in ihren Songs. Zusammen ergibt das eine packende, mitreißende Musik, die hier und da –für diejenigen die eine Orientierungshilfe im sehr prominenten Bereich benötigen – manchmal leicht an Casper erinnern könnte. Eines dürfte feststehen: Wer Casper mag und 8Kids noch nicht kennt, sollte unbedingt mal ein Ohr riskieren. Der Auftritt des Trios ist ein echter Höhepunkt hier auf der großen Bühne.

Große Songs auf kleiner Bühne mit Kyles Tolone

Die Kulturbühne ist eine deutlich kleinere Bühne und auf diese bringt die Göttinger Band Kyles Tolone große Alternative-Rock-Pop-Songs. Mit Herz und viel Gefühl. Das zieht viele Besucher von ihren Sitzplätzen direkt vor die Bühne. Man gibt sich den feinen Melodien und dem kraftvollen, modernen Pop-Rock-Sound der Band hin. Es dämmert, die Nacht löst langsam aber sicher den Tag ab. Ein stimmungsvoller Abschluss des Fährmannsfestes hier auf der Faustwiese. Im Oktober kehren Kyles Tolone nach Hannover zurück und spielen im Verlauf ihrer Deutschland-Tour im LUX und bringen zu dieser Show auch ihr neues, mittlerweile drittes Album mit.

Vier hungrige Herzen aus Berlin

Der Fährmannsfest-Abschluss 2019 vor der großen Bühne wird von vielen Tausenden zur Show der Berliner Indie-/Elektro-Pop-Rock-Band MIA. gefeiert. „Hier sind vier hungrige Herzen aus Berlin!“, begrüßt Sängerin und Frontfrau Mieze Katz das Publikum. Den Wink mit dem Zaunpfahl haben die Hannoveraner verstanden, tanzen und springen zum zweiten Song „Hungriges Herz“, einem der großen Hits der Band, die vor 22 Jahren gegründet wurde. Eine sehr runde Show für ein sehr breites Publikum. MIA., allen voran Mieze Katz, machen einen sehr ausgeschlafenen, motivierten Eindruck und scheinen ihre Headliner-Show vor einem so großen Publikum wie auf dem Fährmannsfest förmlich zu genießen.

Freundschaft, Fröhlichkeit, Gemeinschaft und Tanz sind offensichtlich vier wichtige Bestandteile dieses MIA.-Konzerts hier und das passt alles nahezu perfekt zum Abschluss von drei friedlichen und harmonischen Tagen zwischen Leine und Ihme.


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