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Fête de la Musique in Hannover : Kate Louisa spielte auf der Bühne an der Marktkirche

Für einen Tag wird die Musik niemals leise

Ein Besuch auf der Fête de la Musique in Hannover

22. Juni 2019, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Die Fête de la Musique 2019 hat sich am Freitag in Hannover erneut als Fest der Superlative präsentiert. Mehr als 1200 Musiker traten an rund 40 verschiedenen Standorten auf. Tausende Besucher hörten Jazz und Metal. Pop und Hip-Hop und zahlreiche weitere Stile. Die übliche Hektik des Alltags verwandelte sich in ein chilliges Gemeinschaftserlebnis.

Es fühlt sich an wie ein entspannter Urlaubstag in einem südlichen Land. Die Sonne scheint, es ist warm, aber nicht heiß. Ein Elternpaar sitzt entspannt auf der Treppe der Marktkirche und schaut dem Spross beim Spielen zu. Ein paar Meter weiter küsst sich ein Pärchen ausgelassen. Währenddessen singt Kate Louisa auf der Bühne davon, Träume zu leben und möglicherweise kommen wir diesem Ziel niemals näher als jetzt genau in diesem Augenblick mitten in der Innenstadt Hannovers: Als Teilnehmer der Fête de la Musique 2019.

Gute Stimmung an der Hip-Hop-Bühne

Mehr als 1200 Musiker präsentieren sich an diesem Freitag an rund 40 Standorten. Sie alle haben auf Gagen und Fahrtkosten verzichtet, um Hannover in ein blühendes Musikland zu verwandeln. Erstmals dabei ist eine eigene Hip-Hop-Bühne am Hannah-Arendt-Platz. Viele Fans dieser Musikrichtung haben sich hier bereits am frühen Abend versammelt. Doch sie müssen warten. Wegen technischer Probleme geht es erst rund 45 Minuten später los als geplant. „Bro, ich weiß gar nicht, was hier los ist“, sagt eine Besucherin zu ihrem Freund. Der süßliche Duft in der Luft und ihr andauerndes Lachen lassen allerdings darauf schließen, dass sie der Zustand der Verwirrung jetzt auch nicht wirklich stört.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Tobias Lehmann
 Als Anjoni als erster Künstler auf der Hip-Hop-Bühne dann mit seinem Programm beginnt, reißt er das Publikum direkt mit. Ausgelassen wird zu Zeilen wie „Ich lebe in den Tag hinein“ gefeiert. Chillig und entspannt geht es wenige Meter entfernt am Ballhof weiter. Dort präsentieren sich den Tag über verschiedene Jazzbands und ziehen ebenfalls zahlreiche Besucher an.

Festivalatmosphäre an der Metal-Stage

Die Metal-Bühne ist wie schon im vergangenen Jahr am Schillerdenkmal aufgebaut. Hier herrscht schon so etwas wie Festivalatmosphäre. Die Bands brauchen die zufällig vorbeigehenden Passanten nicht mehr zu überzeugen, denn ihre Fans stehen bereits vor der Bühne. Als Tragedy Of Mine die ersten Töne spielen, brandet heftiger Applaus auf. Die treibenden Riffs und der Gesang zwischen tiefen Growls und epischem Schmerz überzeugen aber nicht nur die Fans. Da bleiben auch Passanten stehen, die schon weit jenseits der 60 sind, und blicken neugierig bis verzückt auf die Band.

Das ist das Geheimnis der Fête de la Musique: Sie verbindet Musikstile und Musikliebhaber. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Da lassen Trommlergruppen tanzen und Bläserensembles wie die Crazy Horns begeistern mit gecoverten Hits. Auf der Bühne am Kröpcke treten unter anderem Bands aus Hannovers Partnerstädten auf. So bringen zum Beispiel Johnny and Rose aus der französischen Stadt Rouen mit ihrem sanften Pop viele Besucher vor der Bühne zum tanzen.

Musik reißt Grenzen ein

Viel Applaus gibt es auch für Die Eisbrecher auf der Bühne auf dem Platz der Weltausstellung. Dort präsentiert der Paritätische Wohlfahrtsverband Musiker mit und ohne Behinderung auf der inklusiven Bühne. Die Eisbrecher spielen unter anderem den Song „So Lonely“ von The Police in einer deutschsprachigen Version und zeigen, dass Musik in jeder denkbaren Weise barrierefrei ist.

Während die Sonne langsam unter geht, beendet Kate Louisa ihren hymnischen Pop auf der Bühne an der Marktkirche und die Band Long Way Home macht sich bereit. Die drei Musiker überzeugen nicht nur mit ihrem alternativen Pop-Rock, sondern reißen auch die Grenzen zwischen sich und dem Publikum ein. Der Sänger nimmt sein Mikrofon samt Ständer mit von der Bühne und postiert es direkt im Kreis der Gäste. Gemeinsam singen Musiker und Besucher eine Ballade. Es ist ein Bild voller Harmonie. Und es zeigt, dass alle Menschen immer auch ein kleines Stück Musik in sich tragen.


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