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100 Jugendliche bereiten sich seit 2018 auf ihre große Aufführung der App-Oper „Unterwelt“ vor.

Mit dem Tablet in die Unterwelt

Oper verbindet Klassik und App-Musik

06. Juni 2019, Von: Redaktion, Foto(s): Uwe Goos/ d-zentral/MZ

Egal ob in der Literatur oder Musik, Jugendliche für klassische Themen zu begeistern war schon immer schwer. Wer erinnert sich nicht mit Schrecken an seine Schulzeit zurück während der man sich mit den Werken von Goethe und Schiller oder der Musik von Bach und Beethoven beschäftigen musste. Heutzutage, wo es mit Smartphones, Tablets und Co. noch mehr Ablenkungen gibt, dürfte diese Aufgabe noch schwieriger sein. Einem Team des MusikZentrums, Staatsoper und der Landeshauptstadt Hannover ist es dennoch gelungen diese zu meisten, indem sie die digitale Welt mit der klassischen Musik kombinieren. Das Ergebnis kann man ab Ende Juni in der Staatsoper Hannover sehen.

Die Kooperation zwischen dem MusikZentrum und der Staatsoper Hannover ist nicht neu. Schon seit 2007 organisieren sie zusammen Großprojekte mit bis zu 100 Jugendlichen in denen sie eine Verbindung aus Popkultur und klassischer Musik herstellen. Ein großes Projekt war ihre 2009 aufgeführte Rap-Oper „Culture Clash – Die Entführung“, bei der sie zusammen mit den Jugendlichen die Musik aus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ mit Rap verbanden.

Nun, also 10 Jahre später, wird das Konzept der Rap-Oper in die App-Oper „Unterwelt“ übertragen. Auf der klassischen Grundlage des Mythos von Orpheus und Eurydike haben 100 Jugendliche mit unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, unter professioneller Anleitung, eine Oper erarbeitet. Dabei sind sie nicht nur auf der Bühne zu sehen, sondern auch die treibende Kraft bei der Entwicklung des Textes und der Musik.

Ausgangspunkt des Textes war die einfache, aber tiefgreifende Frage an die Schüler „Was würdest du aus der Unterwelt rausholen“? So unterschiedlich wie die Jungendlichen waren auch die Antworten. Sie reichten von scheinbar banalen Dingen, wie die W-Lan-Verbindung, die schon seit 3 Wochen nicht mehr geht, bis hin zu Freundinnen, die man vermisst, weil man sie in Syrien zurücklassen musste.

Alle diese Antworten wurden zum Libretto der Oper, das thematisch in den Mythos von Orpheus und Eurydike eingebettet ist. Zusammen mit Orpheus besetzten die Jugendlichen das Foyer des Opernhauses um in die Unterwelt zu gelangen. Dort wollen sie mit Hilfe von Musik-Apps ihre verlorenen Dinge oder vermissten Personen zurückholen.

Diese Musik-Apps bilden auch die musikalische Grundlage der Oper. Durch die Unterstützung von Frauke Hohberger, die 2014 das „APPmusikStudio“ im MusikZentrum etablierte, erhielten die Jugendlichen Tablets mit diversen Apps, die sie dazu benutzten um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Da diese leicht und ohne musikalische Kenntnisse bedient werden können, bietet sich so die Chance zur einfachen Teilhabe für alle Jugendliche. Die Ergebnisse wurden später von den Komponisten Vivan und Ketan Bhatti auf herkömmliche Instrumente, also in die analoge Welt übertragen.

Die App-Oper „Unterwelt“ kann man am 29. Juni und am 1. und 2. Juli in der Staatsoper Hannover erleben. Ziel des Projektes sind aber nicht nur diese drei Aufführungen. Die Veranstalter versprechen sich auch die Etablierung eines Tablet-/AppOrchester, das dauerhafte Synergie-Effekte zwischen der analogen Welt der Staatsoper und digitalen Welt hervorrufen könnte.

Mehr Informationen zur App-Oper „Unterwelt“ gibt es über die Links in der Infobox.


INFO-BOX

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