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Hart, rockig und aggressiv wie noch nie: Therapiezentrum verstehen ihre neue Single "Gib mir Strom" als Wutanfall. Das hört man.

Wutanfall gegen Sexismus

Therapiezentrum stellen „Gib mir Strom“ vor.

20. Oktober 2018, Von: Redaktion, Foto(s): Friso Gentsch / eye-work.com

Die Osnabrücker Rockband Therapiezentrum hat am gestrigen Freitag ihre neue Single „Gib mir Strom“ vorgestellt und dazu auch ein Musikvideo veröffentlicht. Den Song selbst beschreibt die Band als „Wutanfall“. Thematisch setzt man sich mit Sexismus und einem alten, offensichtlich oft noch vorherrschenden, von Dominanz geprägten Rollenverständnis von der „schwachen Frau“ im Schatten von „starken Männern“ auseinander. Dabei spielt die Band ihren kraftvollen Rock so hart und aggressiv, wie wohl noch nie zuvor.

Therapiezentrum packen in letzter Zeit vermehrt Themen an, die manchem unangenehm erscheinen mögen, beziehen klar Position, reden nicht um den heißen Brei herum, sondern sprechen in ihren Texten offen und dezidiert und kommen auf den Punkt. Eine Rockband, die viel auf dem Herzen hat, Stellung bezieht und das mit Haltung.

Aktuelles Beispiel ist die neue Therapiezentrum-Single „Gib mir Strom“. Ein „Wutanfall“, wie die Band in einem Facebook-Post schreibt. Wut gegen Sexismus, Unterdrückung und uralte Rollenverständnisse von Mann und Frau, die aus Sicht und der Erfahrung von Sängerin und Frontfrau Gianna Niemeyer immer noch vorherrschen.

„Wir sprechen von Sexismus. Ja, es gibt ihn immer noch. Und nein, ich werde nicht still sein, wenn mir Sexismus im Alltag begegnet. Was andauernd passiert. Und oft merken die Personen, nicht mal, dass sie gerade sexistisch sind. Ich konfrontiere sie damit. Das ist unbequem. Das nervt. Ich nerve. Aber ich mache das trotzdem. Nenn mich hysterisch“, lautet das Statement der Sängerin dazu.

Es geht auch um Emanzipation, um Selbstbestimmung in „Gib mir Strom“: „Ich kenne meinen Platz und der ist nicht in deinem Schatten“, singt Gianna in dem Song.

Schnell, hart, kraftvoll und aggressiv

Musikalisch liefert die Band harten, schnellen, kraftvoll-aggressiven Rock, wie man es so in der Form von Therapiezentrum bislang auch noch nicht gehört hat. In den letzten Jahren, das zeigen auch Songs auf dem noch aktuellen Album „Barfuss“, hatte sich die Band vom vielfältigen Rock-Pop-Act, der auch mal mit mainstream-tauglichen Balladen aufwarten konnte, deutlich hin zu einer beinahe reinrassigen Rockband entwickelt, die –ähnlich einem Fußballverteidiger alter Schule- auch mal dahin geht, wo es wehtun kann.

2019 soll ein neues Therapiezentrum-Album kommen. Die Band war zuletzt des Öfteren im Studio zu Aufnahmen, ein genauer Veröffentlichungstermin stünde aber noch nicht fest, man sei diesbezüglich noch in den Planungen, verrät Bassist Florian Breiner auf Nachfrage.

Live werden Therapiezentrum in der kommenden Woche Samstag, dem 27.Oktober in Braunschweig zu sehen und zu hören sein und dort mit großer Wahrscheinlichkeit auch „Gib mir Strom“ im Programm haben. Bei der Show in der Schuntille sind noch die befreundeten Bands Driven By Clockwork aus Hannover und Summery Mind aus Bad Salzuflen mit dabei.

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