Bildrechte: Ina Niemerg

Immer geradeaus nach vorn: The Esprits bei ihrer Tourshow in einem sehr ansehnlich gefüllten MusikZentrum in Hannover.

Den Dreh raus

Stimmung, Spaß und Tanz mit The Esprits in Hannover

14. Oktober 2018, Von: Andreas Haug, Foto(s): Ina Niemerg

Der nächste Schritt in einen größeren Club in Hannover ist für die Indie-Rock-Band The Esprits gelungen. Nachdem die letzten beiden Shows im LUX mit jeweils 200 Besuchern ausverkauft waren, ging es am gestrigen Samstagabend ins 500 Menschen fassende MusikZentrum und dort wollten gut 350 Fans und Interessierte die motivierte Band auf der Bühne sehen, mitsingen, mitklatschen und vor allem eines: tanzen! The Esprits lieferten eine ausgeschlafene, gekonnt konzipierte Show und auch der lokale support, die Indie-Pop-Band Memorie, konnte beim Publikum punkten.

Es war ein ungewöhnlich warmer, sonniger Herbsttag, dieser 13.Oktober 2018. 27°C tagsüber und auch am Abend treffen die Besucher bei noch rund 20°C am MusikZentrum ein. Vom Gefühl und der Stimmung gute Voraussetzungen für einen netten Konzertabend. Den beginnt die hannoversche Band Memorie und schafft es problemlos, mit ihren leidenschaftlichen, knackigen Indie-Pop-Rock-Songs in deutscher und auch englischer Sprache für eine stimmungsvolle Atmosphäre in der schon früh gut gefüllten Halle zu sorgen.

Zeitweise gehen im Publikum die Hände zum rhythmischen Mitklatschen hoch und der Applaus kann sich hören lassen. Nicht ganz so viele support-Bands bekommen diese Resonanz, die verdient erscheint, hat sich doch die junge hannoversche Band in den letzten Jahren gut entwickelt, wirkt gereift. Ein Höhepunkt ist der Song „Mondmensch“, zu dem sich Cellistin Rabea, einigen in der Szene von unter anderem Leaves & Trees bekannt, auf die Bühne gesellt.

Um kurz nach 21.00 Uhr steigt die Spannung, die Publikumszahl ist stattlich angewachsen und als The Esprits die Bühne entern, ist das MusikZentrum sofort auf Indie-Dance-Rock-Party-Modus. Sänger, Gitarrist und Frontmann Roman Ritter muss hier nicht die Motivationspeitsche schwingen, wie noch im August beim Fährmannsfest, als er einige auf dem Gelände sitzende Besucher immer wieder zum Aufstehen und Tanzen zu animieren versuchte, was teilweise gelang, teilweise aber auch nicht. The Esprits haben hier im MusikZentrum den Dreh raus, ihre hier in der Leinemetropole stetig wachsende Fanschar adäquat zu unterhalten.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (4 Bilder) -Foto(s): Ina Niemerg
Die Band hat so gut wie alles, was zu einer modernen Pop-Rock-Show mit Indie-Einschlag und internationalem Anstrich gehört: Ein gekonnt durchkonzipiertes Set mit einer eindrucksvoll inszenierten Lichtshow, viele griffige und schlüssige Songs und nicht zuletzt –und das scheint das Wichtigste bei The Esprits zu sein- den Beat und den Groove, der bei fast jedem Song zum Tanzen und auch mal zum Ausrasten im positiven Sinn animiert. Knackige Rockriffs von der Gitarre, mal ein funky-Groove, zwischendurch auch mal die Möglichkeit für die Fans, Ooohoo-Chöre anzustimmen. Auf der Bühne vier ausgeschlafene, gut gelaunte, adrett gekleidete wie frisierte und präsente Musiker, die wissen, wie eine Indie-Pop-Rock / Dance-Rock-Party geht.

Das neue Album „Men´s Business“, hier in Hannover im Horus Studio unter der Regie der Produzenten Arne Neurand und Jason Nye entstanden, enthalte mehr Mut, mehr Groove, mehr Eskalation, heißt es in einer Medieninformation. Auf das Konzert von The Esprits trifft das sicher auch zu. Vor rund drei, vier Jahren hätte man vor ungefähr vier zahlenden Gästen im Lindener Kulturpalast gespielt, erinnert sich Sänger Roman Ritter, der sich bei allen der gut 350 Anwesenden hier im MusikZentrum fürs Erscheinen und die Unterstützung bedankt.

Bemerkenswerte Entwicklung

Der Weg, den die Band genommen hat, verbunden mit der Entwicklung ist bemerkenswert. Wer hätte gedacht, dass vier Jungs aus Niedersachsen mit englischsprachiger Indie-Dance-Rock-Musik, die einige in der Nähe von internationalen Bands wie Mando Diao, The Hives oder Arctic Monkeys und wie sie alle heißen, sehen, einen solchen Erfolg haben würden.

Musikexperten und Plattenfirmen warnen aufstrebende Newcomer oft vor zu großer Erwartung und bringen gern den Standard-Einwand, dass Musik, wie sie The Esprits machen, vor allem mit englischen Texten, von Muttersprachlern in Großbritannien zur Genüge besetzt ist. Aber der Kuchen scheint noch nicht verteilt zu sein, wie die vier Musiker mit ihrer jüngsten Album-Veröffentlichung und dem heutigen Konzert unterstreichen. Sie treffen den Nerv des Publikums, das sich hier im MusikZentrum freut und immer wieder ansetzt, mitzuklatschen und zu tanzen.

„(…) die krasseste Band der Welt zu werden.“

The Esprits haben tatsächlich den Dreh raus, in einem bisher eher alternativen Club-und Festival-Umfeld für Stimmung zu sorgen, das Potenzial für Auftritte auf großen Open-Air-oder Indoor-Arenen-Bühnen, dort, wo Festivals großer Radiosender stattfinden oder das Fernsehen aufzeichnet, ist dennoch mehr als spürbar.

Die Band ist mit ihrer „Men´s Business“-Tour-Show im MusikZentrum dem Mainstream viel, viel näher als dem, was man als Indie oder Alternative bezeichnen kann. Im Verlauf des Konzerts verfestigt sich der Eindruck, dass hier vieles sehr einstudiert und auch routiniert abgeliefert wirkt und dass es bei dieser Band einen Plan gibt. Vielleicht tatsächlich einmal „die krasseste Band der Welt zu werden“, wie Sänger Roman im Zuge seiner Kulturpalast-Gig-Anekdote schmunzelnd erzählt und damit ausdrücken will, dass man als Band weitermachen und am Ball bleiben soll, auch wenn vielleicht mal wenig Publikum in der Anfangsphase vor Ort ist.

Man darf gespannt sein, wie es mit The Esprits weitergeht. Kürzlich hat man die Tourneeagentur gewechselt und wird nun von einer Firma gebucht, die unter anderem Revolverheld, Jennifer Rostock, Die Happy und In Extremo unter ihren Fittichen hat.

Zunächst einmal ist das heutige Konzert an diesem warmen Samstagabend in Hannover der vorläufige Tourabschluss. In Sachen Stimmung, Atmosphäre, Tanz und Unterhaltung gelungen!


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