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Rockmusik mit Herz: Die neue hannoversche Rockband Ventura lieferte ein gelungenes Live-Debüt beim "Ruby Tuesday" im Café Glocksee.

Erfrischend

Ventura mit Konzert-Premiere im Café Glocksee

26. September 2018, Von: Andreas Haug, Foto(s): Daniel Junker

Ventura, dieser Name kursiert seit einigen Tagen in der Hannover-Szene. Am gestrigen Dienstagabend spielte die Band um die Gitarristen Martin Wichary und Kai Schiering sowie Schlagzeuger Tommy Krammling ihr erstes Konzert beim traditionellen „Ruby Tuesday“ im Café Glocksee. Seit Jahrzehnten kennt man die Akteure von verschiedenen Bands, darunter Terry Hoax und Portless. Hype oder Promi-Flair liegen allerdings nicht in der Luft. Vor ansprechender Kulisse spielen Ventura völlig unbefangen und frei ein erfrischendes, stilistisch vielfältiges Rockkonzert.

Rockmusik hat manchmal einen Bart. Zuweilen einen langen Bart. Werden drei erfahrene und renommierte Musiker aus der Hannover-Szene, zu deren Referenzen Bands wie Terry Hoax zählen, für ein Konzert einer neu formierten Band angekündigt, ist der Gedanke nicht ganz abwegig, dass hier irgendwas in Richtung melodischer, womöglich sogar leicht abgehalftertem 90er-Jahre-Gitarren-Pop-Rock „made in Hanover“ passieren könnte. Aber nichts dergleichen tut sich am heutigen „Ruby Tuesday“-Dienstagabend im Café Glocksee in Hannover.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Daniel Junker
Ventura um die in erster Linie von Terry Hoax bekannten Musiker Kai Schiering und Martin Wichary und Portless-Schlagzeuger Tommy Krammling, der vor vielen Jahren auch mal bei den Gay City Rollers mitwirkte, sind eine Rockband, die augen-und ohrenscheinlich die Liebe zu handgemachter Rockmusik in ihren vielen Facetten und Subgenres eint. Da ist der offensichtlich wiederentdeckte oder niemals verloren gegangene jugendliche Spieltrieb, der Wunsch des Sich-Ausprobierens, sich was zu trauen, einfach mal was zu machen, unkonventionell zu sein und frei von möglichen äußeren Erwartungshaltungen Songs zu schreiben und diese auf die Bühne zu bringen.

Konzept künstlerische Freiheit

Ventura könnte man –ein wenig überhöht formuliert- auch als Konzept Freiheit verstehen. Gemeint ist natürlich künstlerische Freiheit. Wie frisch und inspiriert auch heute noch aus traditionellen Wurzeln erwachsene Rockmusik klingen kann, beweist das Trio beim heutigen Premieren-Konzert im Café Glocksee eindrucksvoll. Im Verlauf ihrer rund 60-minütigen Show spielen Ventura einen Mix aus traditionellem Hard-und Psychedelic-Rock, Alternative, Post-Punk, Wave und auch mal Rock ohne Subgenre-Beimengungen. Mal britisch, mal amerikanisch. Improvisationen haben ebenfalls Platz.

Die Band klingt so, als seien die meisten Songs aus kreativ-inspirierten Jam-Sessions entstanden und trotz aller Vielfalt schöpfen Ventura nicht aus einer bunt zusammengewürfelten Wundertüte, sondern sortieren ihre Ideen und schaffen schlüssige, kompakte Songs. Das muss man erst mal so hinbekommen. Trotz der Bekanntheit der Ventura-Musiker, sind heute Abend keine großen Fanscharen in die Glocksee gekommen. Der Club ist gut gefüllt, wie so oft beim Ruby Tuesday, aber auch Ventura müssen sich die Gunst des Publikums erst erspielen. Es dauert aber nicht lange, da wird der Applaus lauter und der Platz vor der Bühne knapper – ohne Aufforderung der Band an das Publikum, mal näher zu kommen. Auch sowas geht, wenn die Band gut ist und Reiz versprüht.

Unkompliziert, unverkrampft, unschuldig

Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und drei Gesänge, nicht mehr und nicht weniger brauchen Ventura um ihre Songs und einige ausgewählte Fremdinterpretationen wie etwa „24 Hours“ von Joy Division locker und mit Spaß ins Publikum zu schicken. Den fehlenden Bass ersetzen die Gitarristen mit ausgefuchsten Verstärker-Konstellationen und Arrangements.

Im Verlauf der Stunde zwischen 22.30 Uhr und 23.30 Uhr finden sich immer mehr Menschen im Café Glocksee ein. Der Gig ist so kurzweilig, dass er –ehe man es sich versieht- auch schon wieder vorbei ist. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass man Ventura noch gern länger gehört hätte und dass handgemachte Rockmusik auch anno 2018 noch so unkompliziert, unverkrampft, frisch, ja nahezu unschuldig klingen kann.

Dass Ventura inzwischen aus einer schier endlosen Auswahl und nach einer über Tage andauernden Facebook-Favourite-Posting-Aktion von zuweilen kruden und meist lustigen Entwürfen heute Abend ein finales Bandlogo präsentieren können, das fett auf einem Bühnen-Back-Drop prangt, sei abschließend auch noch erwähnt.

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