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Harte Rock´n´Roll Gitarren mit top-motivierten Musikern, wie hier von Pierre "Keule" Blesse von Ohrenfeindt, waren am ersten Abend des Strangriedefests in Hannovers Nordstadt Trumpf.

Rockige Dreier und die Überraschung zum Schluss

Das war der Freitagabend auf dem Strangriedefest

25. August 2018, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast

Jede Menge harter Rock vielerlei Couleur prägte den ersten Abend des diesjährigen Strangriedefests in Hannovers Nordstadt. Auf der Open-Air-Bühne gaben sich die Bands Jaded, Cholane, Lady Crank und Ohrenfeindt die Gitarrenkabelklinkenstecker in die Hand, während zum Abschluss des gestrigen Freitagabends die hannoversche Band High Fidelity eine massiv stimmungsvolle Show in der Strangriede Stage spielte und bei dieser Gelegenheit die Veröffentlichung ihrer aktuellen EP mit zahlreichen Fans feierte.

Heavy Rock, Hardrock, Alternative-Rock-Grunge-Metal und bluesiger Rock´n´Roll am ersten Abend des Strangriedefests in der Nordstadt – das zieht schon am frühen Abend zahlreiche Besucher auf das Gelände zwischen der Strangriede Stage und dem Hochbahnsteig der Stadtbahn-Station An der Strangriede. Es ist heute deutlich kühler als in den Hitze-Wochen zuvor. Man kann mal wieder eine lange Hose und Schuhe tragen, hier und da tragen viele auch mal wieder eine Jacke. Als die Dunkelheit hereinbricht und Ohrenfeindt ihre 90-minütige Show spielen ist der Open-Air-Platz ansehnlich gefüllt und das Personal in den beiden Getränkewagen ständig in Bewegung.

Schon das junge Heavy-Rock-Trio Jaded aus Nienburg und die Hannoveraner von Cholane konnten am späten Nachmittag die Anwesenden überzeugen bis begeistern und sorgten mit ihren Shows für einen guten Einstieg. Lady Crank brennen dann ab 18.30 Uhr in Sachen Leidenschaft, Härte und zum Teil Spielwitz ein erstes Feuerwerk ab. Laut und satt kommen die Songs aus den Boxen. Lady Crank spielen ihre Musik mitunter brachial, man ist zwischen Alternative-Rock und Grunge unterwegs, punktet aber zeitweise auch mit Ausflügen in Richtung Alternative-Metal.

Hart, leidenschaftlich und kompromisslos gehen die drei Musiker zu Werke und liefern des Öfteren auch fette, nicht ganz leicht verdauliche Kost abseits üblicher Songnormen. Man hat den Eindruck, gerade dieses dicke Brett und die Art und Weise, wie es die Band bearbeitet, darin bohrt, daran sägt und es auf den Boden knallt, sorgt bei einigen Besuchern für Verzückung.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Torsten Gadegast
Ohrenfeindt hatten eine nicht ganz elegante Anfahrt. Sechs Stunden seien es gewesen, die man mit Mercedes-Kombi und vollgepacktem Hänger von Hamburg nach Hannover gebraucht habe, erklärt Sänger, Bassist und Ohrenfeindt-Identifikationfigur Chris Laut die leichte Verzögerung. Um kurz vor 20.30 Uhr stehen die selbsternannten Vollgasrocker auf der Open-Air-Bühne und liefern verlässlich und routiniert ab. Schwer groovender, bluesiger Rock´n´Roll in meist moderatem Tempo ist angesagt. Im Publikum wird rhythmisch mit den Köpfen genickt oder Fäuste gen Himmel gestreckt.

Ohrenfeindt spielen Songs wie „Auf die Fresse ist umsonst“, „Deine Mutter singt bei Lordi“, „Rock´n´Roll Sexgott“, „Heul den Mond an“, „Alles nur aus Plastik“ oder „Porschekiller“. In der Zugabe der 90-minütigen Show gibt es noch „Rockstar“. Beim Strangriedefest sind Ohrenfeindt zu diesem Zeitpunkt offensichtlich die richtige Band, zur richtigen Zeit auf der richtigen Bühne. Die Hamburger sind auch in Hannover schon seit Jahren eine sichere Bank, wenn es um erdigen, handgemachten Rock´n ´Roll geht. Es wird zuverlässig geliefert und bedient. Nicht mehr, nicht weniger. Viele sind begeistert.

Der heimliche und offenkundige Höhepunkt: High Fidelity in der Strangriede Stage

Der heimliche Höhepunkt, und für alle, die ab 22.30 Uhr noch in der picke-packe-vollen Strangriede Stage weilen, ist das Konzert der hannoverschen Band High Fidelity. Kaum eine Band in der hiesigen Szene schickt ihre Songs und Sounds zwischen Folk-Rock, Country, Blues und Americana so locker-flockig und gekonnt ins Publikum, wie die Band um Sänger und Gitarrist Tom Wiesniewski, den man in Hannover einst durch Kneeless Moose kennen gelernt hatte. Während nach der Ohrenfeindt Show draußen das Equipment auf der Open-Air-Bühne abgebaut wird, brennt drinnen in der Strangriede Stage die Luft. Es ist kaum ein Durchkommen, so voll ist es. Fast alle tanzen, wippen mit oder genießen die Show. Bei bestem Sound spielt sich die Band auf Hochtouren einem Höhepunkt nach dem anderen entgegen.

Eine sehr große, positive Überraschung

Entsprechend ausgelassen ist die Stimmung und ohne den Bands, die zuvor auf der Open-Air-Bühne gespielt haben Unrecht zu tun, was High Fidelity indoor in der Strangriede Stage spielen und beim Publikum an Resonanzen entfesseln, ist eine sehr große, positive Überraschung. Ein Konzert, das locker internationalen Genre-Ansprüchen genügt, Songs, Farben und Musikfacetten hervorbringt, die man sonst in der Stadt nur selten erlebt, am wenigsten von ortsansässigen Bands. Das dürfte vor allem am Stil Folk/Country/Blues/Americana mit leichten Indie/Alternative- Touch liegen, den High Fidelity mit großer Spielfreude hier zelebrieren, was gen Ende einem kleinen Abriss gleichkommt. Großartig.

Am heutigen Samstag spielen High Fidelity im Rahmen der Rockbüro-Party im MusikZentrum, beim Strangriedefest werden dagegen heute die Weichen in Richtung Punkrock gestellt. Tank Shot, Wonk Unit und –als Headliner- The Movement sind angesagt. Den After-Open-Air-Show-Gig in der Strangriede-Stage spielen Sonic Cruiser aus Hannover. Ein Besuch dürfte sich lohnen.


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