Bildrechte: Torsten Gadegast

Schwungvolle Leichtigkeit: Antiheld aus Stuttgart brachten flotten und eingängigen, stimmungsvollen Folk-Pop mit zum Fährmannsfest.

Mehrmals kräftig durchatmen

Das war der Sonntag auf dem Fährmannsfest

06. August 2018, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast

Die Wettervorhersagen hatten es angekündigt und die Prognose stimmte: Am gestrigen Sonntag legte der Hitze-Sommer einen Ruhetag ein. Die Gelegenheit, einmal kräftig durchzuatmen, auch auf dem Fährmannsfest. Sonne, leichter Wind und um die 25° Celsius oder knapp drüber - tagsüber. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden vereinzelt sogar leichte Jacken, Hoodies oder Pullover übergezogen. Musikalisch gab es auf der Musik-und auf der Kulturbühne an diesem eintrittsfreien Familientag überwiegend Pop, Folk, Funk, Reggae und Rap. Manchmal mit ein bisschen Punk-Einlage und manchmal auch mit ein bisschen mehr. Zugezogen Maskulin und Modell Bianka erwiesen sich auf den jeweiligen Bühnen als Publikumsmagneten.

Am dritten und letzten Fährmannsfest-Festivaltag, dem komplett eintrittsfreien Sonntag, füllt sich das Gelände erfahrungsgemäß früher und schneller. So auch am heutigen Sonntag, der nahezu ideales Sommerwetter bietet. Abseits der Bullenhitze, die zuvor fast drei Wochen Temperaturen von dauerhaft mehr als 30° in Hannover mit sich brachte.

Gut gelaunter Punk-Pop-Rock zum Start um 15 Uhr auf der Musikbühne. Die Jungs von Massentrend aus Hannover haben sich in weiße Hemden geworfen, ihre grünen Hosenträger befestigt und liefern eine Show, die schon zu diesem frühen Zeitpunkt viele Besucher begeistert und einige in Bewegung bringt. Gen Ende des Konzerts werfen zwei Damen Textilstücke auf die Bühne. Diese sind ad hoc aus dem Zuschauerbereich heraus nicht eindeutig zu identifizieren. Bei einem Textilstück könnte es sich sowohl um einen Fahrradputzlappen, als auch um einen Slip gehandelt haben.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Torsten Gadegast
Das Fährmannsfest ist früh auf Touren und die gelöste Stimmung heizen The Planetoids mit ihrem Indie-Disco-Funk gleich mit dem ersten Stück temporeich weiter an. Auf der Kulturbühne auf der Faustwiese gibt derweil das Psycho-Rap-Rock-Trio Ego Super sich und den dortigen Besuchern, die tiefer in die Songs der Band eintauchen, eine kräftige „Ego Politur“. Getreu dem Titel des aktuellen Albums der künstlerisch sehr individuell und unkonventionell agierenden Musiker.

Melodischen, kraftvollen und emotionalen Gitarren-Pop-Rock abseits aktueller Trends spielen Joan Randall. Die Begriffe kompakt, eingängig und radiotauglich sind hier wohl zutreffend, einen alternativen Charakter hat die Musik der Hannoveraner nicht, sondern schielt eher zum Mainstream, was für das Fährmannsfest eigentlich nicht die typische Richtung ist. Dennoch kommen Joan Randall an diesem sonnigen Sonntagnachmittag hier gut an.

„Ihr habt uns quasi entjungfert“

Antiheld versprechen „Straßenköter-Pop aus Stuttgart“. Das liest sich nach leichtem Punk-Einfluss oder sonstigem Underground-Einschlag. In Wirklichkeit spielen Antiheld sehr gefälligen, oft eingängigen Folk-Pop. Ein Akkordeon verleiht dem Ganzen Würze, die raue Stimme des Sängers ebenso. Radiotauglich kann man ebenfalls unterschreiben. Alles fließt mit schwungvoller Leichtigkeit geradeaus dahin, den meisten vor der Musikbühne gefällt es offensichtlich. Zeitweise fühlt sich das hier sogar nach Stadion-Pop-Rock an. Zu Hannover hat die Band eine besondere Beziehung. Sänger und Gitarrist Luca verrät: „Ihr habt uns quasi entjungfert“, und meint den ersten Gig von Antiheld auf deren allerersten Deutschlandtournee, der im LUX am Schwarzen Bären über die Bühne ging.

An ihre bis dato zwei Konzerte im LUX dürften auch Tequila And The Sunrise Gang gute Erinnerungen haben. Volles Haus und Reggae-Ska-Punk-Rock mit kräftig Gebläse und der Tendenz zum Live-Abriss. Heute auf dem Fährmannsfest bringt die vielköpfige Kieler Band ein zahlenmäßig weitaus größeres Publikum zum Tanzen und Feiern. Auf der Kulturbühne hatte derweil die Progressive-Indie-Rock-Band Imperial Tunfisch, in Hannover einigen bekannt vom diesjährigen Mai-Hoffest des Béi Chéz Heinz, erneut ihre Visitenkarte abgegeben. Rockabilly und Boogie gab es auf der Faustwiese von The Boppin´Blue Cats aus Peine.

Rap und Love Punk als Publikumsmagneten

„Das Beste immer zum Schluss“, lautet ein alter Ausspruch. Ob nun Zugezogen Maskulin auf der Musikbühne und Modell Bianka auf der Kulturbühne als die jeweiligen Sonntagsheadliner des Fährmannsfestes die besten Bands sind, wäre sicher übertrieben und diese Frage stellt sich auch nicht wirklich. Fakt ist, dass sich sowohl die Rapper aus Berlin als auch die Love-Punker aus Hannover als Publikumsmagneten entpuppen. Auf der Faustwiese ist es im weiten Kreis um die Kulturbühne ordentlich voll und die große Menschenmenge mit vielen Tausend Fans vor der Musikbühne wird lediglich durch einen Moshpit aufgelockert in dem es ausgesprochen temporeich zur Sache geht.

Mit den Shows dieser beiden aktuell ziemlich angesagten Acts findet das Fährmannsfest 2018 musikalisch und auch im Hinblick auf die Stimmung einen absolut würdigen Abschluss.

Im kommenden Jahr ist das große Open-Air mit seinen Bühnen in der Calenberger Neustadt und in Linden-Nord für das Wochenende 2.-4.August 2019 terminiert.


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