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Zugezogen Maskulin spielen im ausverkauften Musikzentrum

Zwischen Feuer und Ironie

Zugezogen Maskulin spielen im Musikzentrum

23. Februar 2018, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Mal atemlose Stille, mal wilder Pogo in der Wall of Death: Die Hip-Hop-Band Zugezogen Maskulin hat am gestrigen Donnerstag im ausverkauften Musikzentrum ein vielfältiges Programm geboten. Die Rapper Grim104 und Testo standen im farbigen Lichtgewitter nie still und haben das Konzert genauso gefeiert wie die Besucher. Dafür sorgten auch die wummernden Sounds von Beatbastler Kenji451. Zeitweise surften mehrere Gäste gleichzeitig auf den Händen der anderen Besucher und auch Testo nahm gegen Ende ein Bad in der begeisterten Menge.

Gleich vom ersten Moment an steht im Musikzentrum kaum jemand mehr still. Zugezogen Maskulin reißen mit ihren Songs und auch der beeindruckenden Lightshow die Besucher in einen wilden rund 90 minütigen Rausch. Obwohl das Konzert ausverkauft ist, schaffen die Gäste es doch immer wieder einen durchaus beachtlichen freien Platz in der Mitte der Halle für die eigentlich aus dem Hardcore kommende Wall of Death zu schaffen. Auch das Crowdsurfen ist bei Mann wie Frau durchgängig sehr beliebt. Manchmal landet dabei auch der ein oder andere Gast auf der Bühne. Testo legt ihm dann meist brüderlich den Arm um die Schulter und lässt den Fan auch mal eine Zeile in das Mikro rappen.

Ebenso wie die Texte der Lieder schwanken auch die Moderationen zwischen gesellschaftlicher Kritik und Ironie. So zählt Testo einmal mehrere Medien auf, die die Band bereits interviewt haben. „Wir sind jetzt dort angekommen, wo wir eigentlich nie hinwollten: Im linksliberalen Mainstream“, sagt er, während Grim104 dabei laut auflacht. Aber auch Grim104 geht später noch in eine ähnliche Richtung und sagt schelmisch: „Irgendwann ist für jede Band die Zeit gekommen, an der sie unter der Last des Geldes zusammenbricht. Bei uns war das bereits beim zweiten Album der Fall.“

Die Ironie als kollektives Gefühl

Doch so ganz im Mainstream befinden wir uns hier natürlich nicht. Dazu sind die Texte dann auch einfach zu hintergründig, enthalten Anspielungen auf die Popkultur wie auch die klassische Literatur, unter anderem werden in „Der müde Tod“ Zeilen aus der „Todesfuge“ von Paul Celan zitiert. Der Band gelingt es auch immer wieder elegant, die Ironie in ein kollektives Gefühl zu verwandeln, wenn die Besucher zum Beispiel gemeinsam die Zeilen „Endlich wieder Krieg, endlich wieder Krieg“ singen.

Neben den pumpenden Beatmonstern wie „Steffi Graf“ oder „Alle gegen alle“ spielt die Band auch ruhigere Lieder wie „Vatermord“ oder „Steine & Draht“. Letzteren Song begleitet Kenji451 auf der Geige, während die Gäste atemlos lauschen. In der Zugabe gönnt sich Testo dann ein Crowdsurfing auf den Händen der Besucher, während er weiter rappt. Die Band beendet das Konzert mit dem Titelsong des zweiten Albums, „Alles brennt“. Noch einmal singen die Gäste begeistert mit. „Alles in uns brennt, ihr seid keine Fans, wir sind eine Gang.“ Mit diesem Gemeinschaftsgefühl geht es dann auf den Heimweg. Zurück bleibt die Erinnerung an ein ironisch-leidenschaftliches Feuerwerk.

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