Bildrechte: Sabrina Kleinertz

Schweiß auf der Stirn, Haare im Gesicht – Cannibal Corpse-Frontman George „Corpsegrinder“ Fisher sorgte für passende Stimmung.

It’s a Match!

Cannibal Corpse spielten im MusikZentrum

10. Februar 2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

So gut wie niemand wird gerne 30 Jahre alt. Außer vielleicht die amerikanische Death Metal-Band Cannibal Corpse, die in diesem Jahr ihren dritten runden Geburtstag begeht. In dieser Zeit entstanden viele Studioalben, sodass die Band ihr aktuelles „Red Before Black“ auch gleichzeitig als ihr vierzehntes Werk bezeichnen kann. Doch längst nicht alle Kreationen bleiben frei von negativen Kommentaren. Besonders eine Auseinandersetzung mit einer Lehrerin sorgt seit jeher für Aufsehen und teils für Aufführverbote. Am gestrigen Freitag traten Cannibal Corpse gemeinsam mit The Black Dahlia Murder und No Return im ausverkauften MusikZentrum in Hannover auf.

Fast im Minutentakt stempelt ein Mitarbeiter am Eingang von Kälte gerötete Hände. „It’s a Match“, sagt der Stempel und trifft den Nagel auf den Kopf. Dicht gedrängt versucht man sich im MusikZentrum durch die Menge zu schieben und einen möglichst guten Platz zu ergattern. Bereits die eingepackte Support-Band No Return lässt die Erde beben und als die Sonne an diesem kalten Freitagabend schon längst untergegangen ist, gibt es auch buchstäblich kein Zurück mehr. Warum auch? Die 500 Fans, die ein Ticket ergattern konnten, headbangen was das Zeug hält und was die Nackenwirbel aushalten. Zum Glück steht das Wochenende zum erholsamen Auskurieren vor der Tür.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Sabrina Kleinertz
Anschließend tigert The Black Dahlia Murder- Sänger Trevor Strnad über die Bühne, bedankt sich fast schon überschwänglich höflich bei allen Fans und Helfern. Währenddessen tun seine Bandkollegen gewissenhaft und mit dem einen oder anderen Lächeln ihren Dienst an den Instrumenten. Mit einem Fuß auf der Monitorbox werden Soli gespielt und Besucher animiert. Und so ebnet das amerikanische Quintett mit ihrer sympathisch-düsteren Art und fast einer Stunde Stagetime der dritten Band des Abends einen stolperfreien Einstieg, der um 22 Uhr beginnt. Es ist Zeit für Cannibal Corpse.

Guten Freunden gibt man ein Küsschen

Die Bassdrum gibt den Herzschlag und das Headbangen vor, während die Saiteninstrumente eher etwas hinter dem Schlag trotten. Passend zum Backdrop, auf dem ein halb verwestes Skelett dreinblickt, schleicht die Melodie teils schlurfend aus den Boxen und verleiht dem Skelett fast schon eine Stimme, die röchelnd fragt: „Wollen Sie mit mir über Death Metal sprechen?“ Ja, man will und das vor allem durch nonverbale Kommunikation.

Denn guten Freuden oder denen, die es noch werden sollen, gibt man ein Küsschen, so sagt man. Und wenn gerade keine Schokolade zur Hand ist, dann tun es auch anmutig schwungvoll geworfene Bierduschen und freundschaftliche Stupser als Einladung in einen Mini-Mosphit. Ein Crowdsurfer zieht vorbei, der Boden klebt vom Bier und der Schweiß, der über die Gesichter von Musikern und Fans perlt, tropft gelegentlich neben die Schuhe. Die Musik von Cannibal Corpse zeichnet sich an diesem Abend vor allem durch ständige und unvorhersehbare Rhythmuswechsel aus.

„Seid ihr bereit?“, fragt Cannibal Corpse-Frontmann George „Corpsegrinder“ Fisher. „Jaaa!!!“, schallt es auf die Frage zurück und als der Sänger fortführt mit „Und seid ihr müde?“, so beantwortet das die Masse mit einem ebenso deutlichen „Neein!“. In ihrer Euphorie beugen sich sowohl Musiker als auch Fans teils soweit in den Graben hinein, dass sich Nasenspitzen der Fans und Schuhspitzen der Musiker fast berühren.

Als nach einer Zugabe der Death Metal-Sound verklingt, schallen schon die ersten Rufe nach einer erneuten Zugabe, aber statt zu den Instrumenten zu greifen, widmet sich die Band nun abschließend lieber Stift und Papier, um Autogrammwünsche zu erfüllen und so wird das Konzert der drei Bands wohl in guter Erinnerung bei allen Beteiligten bleiben.

INFO-BOX

Links
externer Link www.cannibalcorpse.net
externer Link www.tbdmofficial.com
externer Link www.facebook.com/NoReturnMetal
externer Link www.livingconcerts.de
externer Link www.musikzentrum-hannover.de

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