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Bildrechte: Sabrina Kleinertz

Neue Songs und Klassiker aus einer langen Bandhistorie: Iced Earth boten facettenreichen Metal im Capitol.

Der Winterschlaf ist vorbei

Iced Earth gastierten im Capitol

12. Januar 2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Zwischen Power-, Thrash-, Progressive- und Speed- Metal hat es sich Iced Earth gemütlich gemacht. Bei der Bandgründung 1984 sammelten sich die fünf Gründungsmitglieder noch unter dem Namen „Purgatory“, bevor 1988 die Umbenennung in den gegenwärtigen Bandnamen folgte. Mit rund zwei Dutzend Veröffentlichungen und fast genauso vielen ehemaligen Bandmitgliedern blickt Iced Earth auf eine turbulente Vergangenheit zurück und legte mit ihrem Konzert im Capitol am gestrigen Donnerstag einen Stein für die Zukunft.

Die beiden Vorbands leisten bereits gute Vorarbeit, um musikalisch auf den Abend einzustimmen. Während die englische Band Metaprism mit Sänger und Sängerin aufwartet, leistet die deutsche Band Freedom Call ihren Beitrag mit klassischem Heavy Metal, der ins Ohr geht. Gegen halb zehn huschen dann die letzten Techniker und Stagehands über die Bühne, um Instrumente zu stimmen, Mikros zu testen und Getränke parat zu stellen. Es ist angerichtet und wenig später entdecken die Fans mit Jubel und Klatschen die ersten Bandmitglieder von Iced Earth auf der Bühne.

Die Bühne leuchtet toxisch grün, während sich das riesige Banner über die Rückseite der Bühne erstreckt. Später wechselt das Licht auch immer wieder zu einer lila-blau Kombination. Gelegentlich schießen mannshohe Nebelsäulen empor und rahmen sowohl Sänger Stu Block als auch seine Bandkollegen ein. Währenddessen verschwindet Schlagzeuger Brent Smedley bis zum Scheitel hinter Trommeln und Becken. Die massive Bassdrum bricht den Frost aus dem eisigen Fußboden und rüttelt die Knochen aus dem Winterschlaf wach.

„Deutschland war für uns schon immer ein großer Deal“

Das Repertoire der Show ist dabei eine musikalische „bunte Tüte“. Einige Songs des aktuellen Albums „Incorruptible“ werden vorgestellt und ältere Klassiker des Quintetts heraus gekramt. „Deutschland war für uns schon immer ein großer Deal“, gesteht Gitarrist Jon Schaffer grinsend, „also lasst uns ein wenig altes Zeug machen.“ Gesagt, getan und als die älteren Stücke anklingen, schallt Jubel und gemeinschaftlicher Gesang durch den Zuschauerraum.

„I can fucking feel your energy“, ruft Sänger Stu Block schon nach den ersten Songs von der Bühne und irgendwie scheint an diesem Abend für den gebürtigen Kanadier alles umgangssprachlich besonders “fucking” toll zu sein. Alle Begrifflichkeiten, die es zulassen, bekommen von Block das kleine entscheidende Adjektiv verpasst – „fucking song“, „fucking life“, „fucking great“ eben.

Während die Instrumente sich wie Puzzleteile gut miteinander verbinden, scheint die Gesangsstimme etwas oben aufzuliegen. Fast schon höflich gemeint wechseln sich Gesang und eher instrumentale Parts fast ausgeglichen ab. Gelegentlich spaziert Stu Block sogar kurz von der Bühne, um dann im richtigen Moment das Mikrofon wieder Richtung Stimmbänder zu führen. Ist ein Song zu Ende, so dreht die Band den Zuschauern kurzzeitig den Rücken zu, um den Schweiß von der Stirn zu wischen, am Bier zu nippen und sich dann gemeinsam in das nächste Stück zu stürzen. Man hat dennoch eher das Gefühl, einem sehr langen einzelnen Song zuzuhören, statt mehrere Songs aus den unterschiedlichen Phasen von Iced Earth geboten zu bekommen.

Insgesamt lieferte Iced Earth hier ein solides Konzert, das für Fans sicherlich einen schönen Abend bot. Allerdings muss man sich dennoch fragen, inwieweit die Band, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, durch Platzierung der einzelnen Songs und Bühnenperformance glänzte. Sicher ist jedenfalls, dass die Band wohl nicht zum letzten Mal in Hannover gastierte und so kann man sich auf einen Vergleich zum gestrigen Abend bereit machen.

INFO-BOX

Links
externer Link www.icedearth.com
externer Link www.metaprism.co.uk
externer Link www.freedom-call.net
externer Link www.hannover-concerts.de

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