Bildrechte: Jan Hagerodt

Zwei Stunden Spielfreude: Terry Hoax beim "Terry Christmas"-Konzert 2017 im Capitol.

Rock´n´Roll Weihnachtsfeier

Terry Hoax spielten traditionelles Capitol-Konzert

23. Dezember 2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Jan Hagerodt

Mit einem zweistündigen Heimspiel-Konzert setzte die hannoversche Rockband Terry Hoax am gestrigen Freitagabend im prächtig gefüllten Capitol ein Ausrufezeichen hinter ihr musikalisches Jahr 2017. Zur traditionellen „Terry Christmas Show“ präsentierte die Band viele Songs aus ihrem neuen, vielfach gelobten Album „Thrill“ und schickte eine ganze Reihe Klassiker in die über weite Strecken wippende, tanzende und feiernde Menge im Club am Schwarzen Bären. Es war ein rundum bodenständiger Konzertabend, den die Göttinger Indie-Rock-Band Black As Chalk eröffnete.

Beim seit einigen Jahren regelmäßig im Dezember stattfindenden „Terry Christmas“-Konzert steht meist die Traditionspflege im Vordergrund. Dazu gehört auch, dass als special guest im Vorprogramm eine Band aus dem Artist Roster von Spider Promotion auftritt, der Agentur, die auch für Terry Hoax die Organisation von Konzerten und Tourneen übernimmt. Heute ist das die Göttinger Indie-Rock-Band Black As Chalk, die mittlerweile als Trio unterwegs ist. Unter beeindruckend guten Rahmenbedingungen, vor allem was die Lichtshow angeht, spielen Black As Chalk einen leidenschaftlichen Gig, für den es verdienten Applaus gibt. Kompositorisch roh, eckig und mit melancholischer Note.

Um Punkt 21.00 Uhr entern Terry Hoax die Bühne und bringen mit „Gonna Sing A Song For You“ vom neuen Album „Thrill“ sich und das Publikum in Bewegung. Es bedarf keiner Warmlaufphase, Band und Fans sind sofort drin in diesem Konzert. Nach dem knackig groovenden „Insanity“ gibt es mit „In Between“ gleich den nächsten Uptempo-Rock´n´Roller im aktuellen Terry-Hoax-Stil. Ebenfalls ein neuer Song, für den die Band bereits im Sommer viel Aufmerksamkeit erhielt und der durchaus repräsentativ für die Band Terry Hoax ist, wie sie 2017 mit ihrem neuen Material zurückgekommen ist: Schnörkellos, irgendwie locker-befreit, frisch und ausgeschlafen nach vorne raus.

„Wir werden alles geben, alles, was wir haben“

„Wir werden alles geben, alles was wir haben“ hatte Sänger und Frontmann Oliver Perau schon zu Beginn den weit mehr als 1000 Besuchern im Capitol zugerufen. Gesagt, versprochen, getan. Die Rock´n´Roll Maschine der vor 29 Jahren gegründeten Hannoveraner Gitarren- Rock-Pop-Band läuft heute Abend sehr gut geölt und geschmeidig rund. Das war noch im August an einem naßkalt-verregneten Freitagabend auf der Gilde-Parkbühne nicht immer so. In der Zwischenzeit war die Band mit den Songs ihres neuen Albums auf Tour, wirkt heute in sehr guter Form. Fit und austrainiert, würde man im Sport sagen.

Dem Publikum gefällt das Konzert, das völlig ohne jegliche Effekte oder Specials auskommt, sichtlich. Keine Pyro, kein Konfetti, kein Knall-Boom-Peng. Niemand fährt mit Schlauchbooten über die Köpfe der Fans weg, niemand reißt hier –im übertragenen Sinn- irgendetwas ab. Es ist nicht die oberflächlich große, spektakuläre Party vor dem Fest, sondern eine typisch hannöversche, konsequent bodenständige Rock´n´Roll-Weihnachtsfeier im Capitol. Dort, wo sich alte Bekannte und Freunde treffen, auf und vor der Bühne sich auf das offensichtlich Wesentliche konzentrieren: Auf die Musik und darauf, in der Gemeinschaft einen schönen Abend zu verbringen.

„Haltet euch bloß nicht zurück, singt mit“, ermutigt Oliver Perau das Publikum und das lässt sich nicht lange bitten. Klassiker wie „Personal Tightrope“ (mit einem kurzen Ausflug zu The Clash´s „Should I Stay Or Should I Go“), „Freedom Circus“ oder das Depeche-Mode-Cover „Policy Of Truth” werden hier zum Teil vehement gefeiert. Spaß haben augenscheinlich auch die drei Terry-Hoax-Fans auf dem Sofa im hinteren Teil der Bühne. Sie hatten sich die speziellen Plätze mitten im Geschehen und ein bisschen Bewirtung drumherum über das Album-Crowdfunding der Band gesichert.

Frische Akzente, Bekanntes und Bewährtes

Das neue Album „Thrill“ kommt in diesen zwei Stunden auch nicht zu kurz. Songs wie „Ghost“, „1970“ oder „The Best Is Yet To Come“, die im weiteren Verlauf des Abends noch auf dem Programm stehen, erweisen sich als gute Wahl für die „Terry Christmas“-Show 2017 und setzen zwischen Bekanntem und Bewährtem einerseits frische Akzente, fügen sich aber auch perfekt in das Set ein.

Ein Höhepunkt des Konzerts ist die XL-Version von „Live All“. Terry-Hoax-Gründungsmitglied Martin Wichary ist inzwischen neben seinem Bruder Markus und Jenzzz Gallmeyer an einer dritten Gitarre dabei, Karsten Kniep hat den Platz an den zusätzlichen Percussions eingenommen. Buntes Treiben auf der Bühne, denn auch die Fans, die es sich zuvor auf dem Sofa gemütlich gemacht hatten, haben sich erhoben und tanzen.

Gelegentlich kommt es in der erweiterten Gitarrenfraktion zu Rudelbildungen auf der Bühne. Was im Fußballsport von Schiedsrichtern und ihrem Assistenz-Gefolge in der Regel sofort unterbunden und oft auch sanktioniert wird, bietet hier in ganz anderer Form ein schönes Bild sichtlich motiviert spielender Rock´n´Roller.

Als Terry Hoax schon über 100 Minuten auf der Bühne stehen, gibt es mit „Waterland“ noch einen Hit und Fan-Favoriten aus den frühen Neunzigern. Nach exakt zwei Stunden Show ist die „Terry Christmas“- Weihnachtsfeier 2017 beendet. Kein Spektakel, keine Deko, kein Lametta. Dafür jede Menge neuer wie klassischer Rock, Pop und Rock´n´Roll einer spielfreudigen gut aufgelegten Band. Langjährige Fans wissen, was sie an Terry Hoax haben. Den Gesichtern und dem Applaus im Capitol nach zu urteilen, wissen sie das auch sehr zu schätzen.

INFO-BOX

Links
externer Link www.terryhoax.de
externer Link www.capitol-hannover.de
externer Link www.spider-promotion.de
externer Link www.hannover-concerts.de

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