Bildrechte: Tobias Lehmann

Brachten fast das ganze MusikZentrum zum Tanzen: Fréros gewannen mit Dub, Reggae, Drum´n´Bass, Ska angereichert mit Metalexplosionen das local heroes Landsfinale in Hannover.

Ein bisschen Wärme in die Welt bringen

Fréros gewinnen local heroes Landesfinale in Hannover

23. Oktober 2017, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Mit einer überzeugenden Mischung aus Dub, Reggae und Metal hat die Band Fréros aus Oldenburg das local heroes Landesfinale am Sonnabend im MusikZentrum gewonnen. Platz zwei gab es für den deutschsprachigen Indie-Pop von Tom Schreibers Blume. Die Musiker der Progressive-Pop-Band Emerson Prime durften sich über den dritten Platz freuen. Fast 300 Besucher verfolgten und feierten mitunter die Shows der insgesamt acht Bands. Unabhängig von der Gesamtplatzierung wählte eine Jury die Bands Fréros, Tom Schreibers Blume und Carry The Fire für die diesjährige Bandfactory Niedersachsen im November aus.

Renommierte Newcomercontests wie local heroes spielen im Finale immer auf einem hohen Niveau. Häufig gibt der Zuschauer am Ende der Veranstaltung seine Stimme einfach der Band, deren musikalische Richtung ihm ganz subjektiv einfach am besten gefällt. Auch in dem von der LAG Rock präsentierten local heroes Landesfinale am Sonnabend im MusikZentrum durften sich die Zuschauer mit einer Abstimmung beteiligen. Zusätzlich hat noch eine Fachjury ein Votum über die Bands des Abends gegeben.

Manchmal gibt es jedoch auch Veranstaltungen, in denen eine Band einfach ein bisschen heller leuchtet als die anderen, ganz unabhängig von ihrem musikalischen Genre. So war es auch dieses Mal.

Nachdem die sechs Mitglieder der Band Fréros als letzte des Abends gespielt hatten, war klar: Das sind die Gewinner. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Denn dieser groovende Crossover aus Ska, Dub, Drum ´n´Bass, Reggae und auch überraschenden Metalexplosionen riss einfach alle mit. Die Songs waren abwechslungsreich, gleichzeitig dennoch eingängig und voller Gefühl. Die 2015 in Oldenburg gegründete Band bewies mit diesem Auftritt, dass sie auch das Potenzial für noch deutlich größere Bühnen hat.

Die sechs Musiker zogen mit ihrem Einsatz auf der Bühne das Publikum mit, Sänger Blondel hat als Bandmittelpunkt das, was man wohl großes Charisma nennt. Weitere Akzente setzte Niko mit seinem Saxophon. „Wir wollen ein bisschen Wärme in die Welt bringen“, sagte er zwischen den Songs. Das wird der Band in den nächsten Jahren vermutlich gelingen.

Progressive Einflüsse, Metal, Indie-Pop und -Rock

Tolle Auftritte zeigten aber auch die anderen Bands des Abends und bedienten dabei vollkommen unterschiedliche Musikgeschmäcker. Den Bereich Metal deckten die Bands Carry The Fire aus Hildesheim und Source of Rage aus Sarstedt ab. Carry The Fire waren dabei noch etwas mehr im Hardcore unterwegs. Sänger Hendrik brüllte, bellte und grunzte die Worte passend zum Tempo der Musik heraus. Auch Source of Rage waren hart und schnell unterwegs, gönnten sich aber auch mal eine melodisch-hymnische Passage. Bei beiden Bands wurde direkt vor der Bühne ordentlich gemosht.

Auch die Freunde des deutschsprachigen Indie-Pop-Rock kamen auf ihre Kosten. Tom Schreibers Blume aus Göttingen ist so eine Band, die man für Zeilen wie „Ich halt mich an 'nem Bücherregal fest“ einfach mögen muss. Sänger Jannes sieht aus wie ein Hippie, ein bisschen idealistisch und ein bisschen verwirrt. Die besten Voraussetzungen, um musikalisch zu überzeugen. Sie erreichten den zweiten Platz des Abends.

Spielten Tom Schreibers Blume eher im Indie-Pop, gingen Kitokaya aus Braunschweig dann in den Indie-Rock. Die treibende Musik gepaart mit den ebenfalls deutschsprachigen Texten, die in kurzen, perfekt gesetzten Momenten, vom Gesang auch mal in ein etwas lauteres Schreien glitten, rissen die Besucher ebenfalls mit.

Mit Emerson Prime spielten auch die Gewinner des Sixpack-Contests 2016 bei dieser Veranstaltung. Mit unfassbar groovendem Progressive-Pop überzeugte die Band aus Hannover gleich als erste des Abends davon, dass es ein musikalisch ansprechender Abend werden wird. Die Lieder bauten sich langsam auf, bevor sie dann groovend explodierten, immer geführt von der beeindruckenden Stimme der Sängerin, die einen imaginär-angenehmen Ort zum Verweilen schuf. Am Ende gab es dafür die Bronzemedaille.

Progressive Einflüsse hatte auch die Band Solid Tuesday aus Cloppenburg in ihrem Alternative-Rock-Universum. Sie schuf sphärische Flächen, die geradezu dafür gemacht waren, sich komplett in dem Wunderland Musik zu verlieren. Ganz anders schließlich noch die Band Lemonsweet aus Bad Bevensen. Die vier Musiker spielten treibenden Rock, der explizit für die Party ausgelegt war. Der Sänger regte immer wieder zum Mitsingen an und die Besucher ließen sich gerne darauf ein.

Alle acht Bands zeigten, dass sie eines Finales würdig sind. Und auch für die Bands, die am Ende nicht gewonnen haben, dürfte sich Zukunft noch die eine oder andere Tür auf musikalische Bühnen öffnen.

INFO-BOX

Links
externer Link www.localheroes-nds.de
externer Link www.facebook.com/localheroesNds

Tools
Drucken Artikel drucken (PDF) Versenden Artikel versenden An Redaktion E-Mail an Redaktion


Ähnliche Artikel

, Foto(s): Sascha SchroederElephant´s Foot gewinnen local heroes 2017
Fréros für Niedersachsen beim Publikum ganz vorn

14.11.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Sascha Schroeder

 


, Foto(s): Promo/localheroesÖffentliche Kurzkonzerte mit direkter Kritik
Bandfactory Niedersachsen ist mit sechs Acts komplett

08.11.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Promo/localheroes

 


, Foto(s): Sven HagolaniOhrbooten als spezielle Gäste in Salzwedel
Das local-heroes-Deutschlandfinale naht

03.11.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Sven Hagolani

 


, Foto(s): Jeff KahraAcht Bands von Indie-Pop bis Hardcore und Metal
Landesfinale von local heroes Niedersachsen am Samstag

19.10.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Jeff Kahra

 


, Foto(s): Promo/PurpleRhino„Im Grunde eine rohe Rockband“
Purple Rhino heute zu Gast in der Strangriede Stage

14.10.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Promo/PurpleRhino

 




Zur Startseite