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Bildrechte: Torsten Gadegast

Ein vertrautes Bild: Wenn es dunkel wird beim Fährmannsfest, ist das Gelände vor der Musikbühne prall gefüllt, so auch am Freitagabend bei der Show von Fiddler´s Green.

Friedlich-fröhliches Beisammensein

Gemütlicher Start ins Fährmannsfest-Wochenende

05. August 2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast

Es war einiges ein klein wenig anders als in den vergangenen Jahren, aber vieles war vertraut. Am gestrigen Freitag startete in Hannover das Fährmannsfest. Am ersten Abend ohne Programm auf der Kulturbühne auf der Faustwiese, leiser von der Musikbühne aus, aber gewohnt fröhlich und entspannt von der Atmosphäre auf und um die von der Überschwemmung der vorangegangenen Tage deutlich gezeichneten Wiese am Weddigenufer, die einem Acker glich. Fiddler´s Green, The Brew, The Picturebooks, Banana Roadkill und Raw Like Fish sorgten für meist gute Unterhaltung.

Gut, dass es stattfinden kann, das Fährmannsfest 2017. Erst vor wenigen Tagen, gab es von Behörden grünes Licht, dass auf der Wiese am Weddigenufer die große Musikbühne aufgebaut werden kann und dass das traditionelle Open-Air wie geplant stattfinden kann.

Mehr rutschiger Lehmuntergrund als Rasen auf dem Gelände. Die Organisatoren mussten sich was einfallen lassen, um hier ein Open-Air-Konzert auf die Beine zu stellen. Rund 50 so genannte Panzerplatten wurden unter und vor die Bühne verlegt, um Stabilität und Zugang rund um den Bau zu gewährleisten. Um nur eine dieser Stahlplatten zu bewegen, waren sechs Männer nötig, berichten einige Aufbauhelfer. „Das haben wir am nächsten Tag in den Armen gemerkt und das merken wir auch heute noch“, sind sich die Helfer einig.

Die Show läuft, wenn auch leiser als gewohnt

Das Wichtigste aber für alle Beteiligten: Die Show kann laufen. Es gibt Musik, live und handgemacht. Rock steht auf dem musikalischen Speisezettel. Harter Rock, filigraner Rock, blues-getränkter Hard-Rock mit psychedelischen Elementen und zum Abschluss locker-flockig-fröhliche Folk-Party-Unterhaltung.

Das Klangbild ist klar und ausgewogen, der Gesamteindruck jedoch durchaus zwiespältig: Alles ist deutlich leiser als gewohnt, was von der Bühne auf das weitläufige Gelände schallt. Ganz besonders beim Headliner des Abends, der Band Fiddler´s Green. Es hätte schon noch etwas mehr „drücken“ und „knallen“ dürfen, auch bei den Bands zuvor, bemerken einige Stammbesucher des Festes. Wo das rotzig-zwingende Rock´n´Roll-Gefühl akustisch ein wenig abhanden kommt, bietet sich um so mehr die Gelegenheit, Freunde und Bekannte zu treffen, ein bisschen was zu essen, zu trinken und in gesellig-entspannter Runde zu klönen. Darum geht es hier am ersten Abend des dreitägigen Fährmannsfestes offensichtlich in erster Linie.

Wer sich aber auf die Wiese, respektive auf den leicht feuchten Lehmuntergrund mit Grasresten stellt, nimmt Konzertflair mit. Raw Like Fish aus Hannover spielen einen ansprechenden Alternative-Progressive-Rock-Mix, Banana Roadkill agieren künstlerisch deutlich abseits des Mainstreams und der Gefälligkeit und bedienen sich aus nahezu allen Bereichen der alternativen Rockmusik. The Picturebooks, wie Banana Roadkill zu zweit auf der Bühne, treten eine Lawine psychedelischem, leicht unkonventionellem Blues-Rock los, der einige fesselt. The Picturebooks packen zu und mehr und mehr kommt man als Besucher rein, in das diesjährige Fährmannsfest.

Ältere Semester sind begeistert

Schwer rollende Rocksounds bieten auch die drei Musiker der britischen Band The Brew, die sich ebenfalls grundsätzlich am Rock der späten 1960er-und frühen 1970er-Jahren orientiert. Viel Groove, bissige Gitarrensoli, kernige Riffs. Rock, wie vor Jahrzehnten. Ältere Semester auf dem Fährmannsfest sind begeistert. Szenen-Applaus gibt es nicht nur für das Schlagzeugsolo gegen Ende der Show.Fiddler´s Green stehen für Speed-Folk und sind bekannt für ihre Fähigkeiten, ein Publikum zu unterhalten, für Party-Spaß und auch ruhigere Momente zu sorgen. Eine Band für ein ganz breites Publikum, die aus einem großen musikalischen Fundus schöpfen kann und das auch nutzt.

Mehr Feuerzeuge als Handy-Lampen

Flotter Folk, Songs zum Schunkeln, Tanzen, Springen und Mitsingen. Wenn Fiddler´s Green einen Gang zurückschalten, einfühlsame Balladen spielen, sind es mehr Feuerzeuge und andere Leuchtmittel, denn Handy-Lampen die am inzwischen voll besetzten Weddigenufer rhythmisch geschwungen werden.

Ein Hauch alter Schule und die Konzentration auf das Wesentliche: In freier Natur, bei gutem Wetter ungezwungen zu feiern und Musik zu hören. Das ist hier die Devise.

Fiddler´s Green bedienen nicht nur aufgeweckten Folk, sondern verstehen sich auch auf Reggae- und Ska-Rhythmen. Ein gut inszenierter Off-Beat hier, eine weitere Runde Chillen oder Tanzen dort, die Band passt nahezu perfekt zum Abschluss des heutigen Tages und zum Ambiente des Fährmannsfestes. Kompositions-und Spielwitz ist jede Menge auszumachen, wie unter anderem fein eingestreute Zitate von anderweitig populären Stücken wie „El Condor Pasa“ oder „Satisfaction“.

Das Fährmannsfest am ersten Abend tanzt, lacht und feiert. Nicht ganz in Richtung Feuerwerk, aber das Open-Air umfasst noch zwei weitere Tage, den heutigen Samstag und den morgigen Sonntag.

Heute um 15.00 Uhr geht es mit Failed At Scoring weiter, während auf der Faustwiese das Kultur-und Kinderfest 2017 eröffnet wird. Was heute und morgen beim Fährmannsfest in Planung ist, welche Bands wann und wo spielen, erfährt man unter anderem bei uns im Rockszene.de-Veranstaltungskalender.

INFO-BOX

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externer Link www.facebook.com/faehrmannsfest

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