Bildrechte: Antje Winzer

Gaben Einblicke hinter die Kulissen der Fährmannsfest-Organisation und präsentierten das diesjährige Programm: Jan Sedelies, Harm Baxmann, Heidemarie Bock und Dirk Sadlon.

Den Charakter beibehalten

Neues und Vertrautes beim diesjährigen Fährmannsfest

29. Juni 2017, Von: Redaktion, Foto(s): Antje Winzer

Das alljährliche Fährmannsfest auf die Beine zu stellen, ist für die Organisatoren des Open-Airs in Hannover kein Selbstläufer, sondern vor allem in diesem Jahr eine Herausforderung. Das wurde bei der offiziellen Programmvorstellung am gestrigen Mittwoch in der Warenannahme der Faust deutlich, in deren Verlauf ein Teil der führenden Macher interessante Blicke hinter die Kulissen des Festivals gewährten, das vom 4.-6.August an gewohnter Stelle auf dem Gelände unterhalb der Justus-Garten-Brücke am Zusammenfluss von Leine und Ihme sowie auf der Faustwiese stattfinden wird.

Einiges war im Vorfeld auf Grund unklarer Finanzierungen vakant, so stand lange Zeit das Fährmanns-Kinder-und Kulturfest inklusive des Programms auf der Kippe. Durch finanzielle Zuschüsse, unter anderem von der Stadt Hannover, konnte vor einigen Wochen auch der längst etablierte Festival-Teil auf der Faustwiese für dieses Jahr gesichert werden (Rockszene.de berichtete).

„Wir wollten den Charakter des Fährmannsfestes unbedingt beibehalten“, erklärt Harm Baxmann vom Beirat Finanzen, „dazu gehören das Kinder-und Kulturfest auf der Faustwiese genauso wie die moderaten Eintrittspreise auf dem Gelände der großen Musikbühne, sowie der dortige kostenlose Eintritt am Sonntag. Bei gestiegen Kosten und Auflagen in Sachen Musikprogramm, Logistik und Sicherheit, mussten wir um finanzielle Zuschüsse bitten und ich bin sehr dankbar darüber, dass wir diese erhalten haben“, sagt Baxmann.

Eine Deckungslücke besteht aber weiterhin: Von den rund 15.000 Euro Kosten für das Kinder-und Kulturfest, sind bislang etwas mehr als 10.000 Euro durch Zuschüsse abgesichert. Dies sei auch ein Grund, warum in diesem Jahr am Fährmannsfest-Freitag kein Programm auf der Kulturbühne geboten werde, sondern dort erst am zweiten und dritten Tag, am Samstag, den 5.und Sonntag, den 6.August, fügt Baxmann auf Nachfrage hinzu.

Eine Bühne zum Entdecken

Weitere Gründe nennt Fährmannsfest-Kulturbühnen-Macher Jan Sedelies: „Wir haben in den letzten Jahren erkannt, dass am ersten Tag die Besucher sich meist erst im Laufe des Abends an der Kulturbühne einfinden und dann noch die Auftritte von ein oder zwei Bands erleben. Außerdem findet nebenan im Biergarten Gretchen auf dem Faustgelände eine Open-Air-Disco statt, darauf wollen wir in diesem Jahr den Fokus richten und auf der Kulturbühne erst am zweiten Tag richtig einsteigen“, so Sedelies, der unterstreicht, dass die Kulturbühne auch dieses Jahr am ersten Augustwochenende, eine Bühne zum Entdecken neuer, spannender Bands sein wird. Das Berliner Elektropunk-Duo Prada Meinhoff zählt genauso dazu wie etwa die Dream-Pop-Band meta aus Hannover oder die Rostocker Band Akktenzeichen. Der Poetry-Slam und die Auftritte inklusiver Bands wie Eisbrecher sind auch 2017 auf der Kulturbühne gesetzt.

Beim Kinderfest gebe es wieder zahlreiche Attraktionen und Angebote für kleinere, mittelgroße und größere Kinder, wie es Heidemarie Bock vom Fährmanns Kinderfest Verein ausdrückt. Neben der bewährten Hüpfburg, dem Dinosaurier, dem Bungee-Trampolin, dem Holzkarussell oder der Märchenerzählerin, könnten sich die Kinder unter Anleitung auch kreativ-künstlerisch ausprobieren, beispielsweise im Zusammenhang mit der Acrylspray Collagen Technik. Erstmals auf der Faustwiese dabei seien die Kunsthandwerker von „Handgemacht“, sagt Bock, darüber hinaus präsentieren sich obligatorisch Parteien und Initiativen aus dem Stadtteil.

Großer Anteil lokaler und regionaler Bands auf der Musikbühne

Ein großer Kostenfaktor für das Fährmannsfest ist das Musikprogramm auf der großen Bühne auf dem Gelände unterhalb der Justus-Garten-Brücke. „Um die gewohnte Qualität sicherzustellen, war es notwendig, das Gagenbudget zu erhöhen“, erklärt Dirk Sadlon, seines Zeichens Hauptverantwortlicher für die Programmgestaltung dieser Bühne. In der Headliner-und Co-Headliner-Riege, darüber konnte man auf Rockszene.de in den vergangenen Wochen und Monaten bereits zahlreiche Beiträge lesen, Fiddler´s Green, Sondaschule, Grossstadtgeflüster, The Brew, Milliarden und die kürzlich bestätigte Band Die Sterne. Mit Abstürzende Brieftauben ist eine Band dabei, die zuletzt vor 28 Jahren auf dem Fährmannsfest aufgetreten war.

„Wir präsentieren insgesamt 17 Bands auf der großen Fährmannsfest-Bühne, darunter sind neun Bands, die aus Hannover und der Region stammen. Lokale und regionale Bands auf die Bühne zu bringen, charakterisiert ebenso das Fährmannsfest. Der Anteil von mehr als 50% ist für ein Open-Air-Festival dieser Größenordnung besonders erwähnenswert und anderswo, so glaube ich, nicht unbedingt die Regel“, führt Dirk Sadlon aus, der auch Einblicke in das Booking gibt: „Die Bands müssen stilistisch zum Fährmannsfest und zu den dramaturgischen Abläufen an den jeweiligen Tagen passen. Darüber tauschen wir uns in einer größeren Runde aus, sichten Bewerbungen und diskutieren Ideen und Vorschläge. Wir sind kein Spartenfestival, wichtig ist auch Abwechslung und vor allem Qualität“, betont Sadlon.

Aus Hannover und der Region sind in diesem Jahr Raw Like Fish, Banana Roadkill, Monstagon, Failed At Scoring, Abstürzende Brieftauben, Bloc Safari, Bakfish, Passepartout und SpVgg Linden Nord mit dabei.

„Wir haben eine empathische Security“

Angesprochen auf mögliche besondere Sicherheitsvorkehrungen und Personenkontrollen für diese Großveranstaltung vor dem Hintergrund der aktuellen Maßnahmen bei anderen Open-Air-Konzerten in Hannover, erklärt Harm Baxmann, dass man beim Fährmannsfest seit Jahren ein Sicherheitskonzept habe, das teilweise auch als Vorlage für ähnliche Veranstaltungen genutzt werde. Auf dem Gelände hätte man –falls dies nötig werden würde-ausreichend Raum für Evakuierungen. „Außerdem haben wir eine sehr empathische Security, die das Fest, die Besucher und viele Leute aus dem Stadtteil gut kennt, kommunikativ ist und einen guten Umgang pflegt“, ergänzt Baxmann.

„Darüber hinaus stehen wir in engem Kontakt mit der Polizei, der Feuerwehr und Behörden, die im Vorfeld eine Gefahrenanalyse vornehmen und aufgrund der Ergebnisse entscheiden, ob es noch notwendig ist, zusätzliche, besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Das müssen wir abwarten, da wird es für das Fährmannsfest noch ein Finetuning geben “, fügt Dirk Sadlon hinzu.

Festivaltickets für das Fährmannsfest für das Gelände der großen Musikbühne sind für den 4.und 5.August weiterhin im Vorverkauf erhältlich. Der Eintritt am Sonntag, den 6.August ist kostenlos. Für die Angebote und das Programm auf der Faustwiese inklusive Kulturbühne ist der Eintritt generell kostenlos.

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