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Bildrechte: Tobias Lehmann

Buntes Treiben in Hannovers Innen-und Altstadt: Die Fête de la Musique 2017 lockete wieder Zehntausende vor Bühnen, auf Straßen und Plätze.

Der längste Tag bei Sonnenschein

Eindrücke von der Fête de la Musique in Hannover

22. Juni 2017, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Rund 2500 Musiker haben auf 35 Bühnen zum Beginn des Sommers am gestrigen Mittwoch die Musik in allen Stilrichtungen in die Stadt gebracht. Zahlreiche Besucher schlenderten gemütlich durch die Straßen und genossen auch dieses Jahr wieder die vielfältigen musikalischen Eindrücke der Fête de la Musique in Hannover.

Musik verändert die Menschen. Das ist einfach so. Sieht man die meisten Besucher in Hannovers Innenstadt sonst meist immer eher etwas gehetzt von einem Geschäft zum anderen gehen, den Blick auf den Boden gerichtet, während mit dem Smartphone noch ein kurzes Businessgespräch geführt oder auch eine Verabredung mit einem Freund ausgemacht wird, ist heute alles anders. Viele Passanten haben einen gelösten Gesichtsausdruck, das Smartphone wird nur zum Filmen genutzt.

Dabei gleitet der Stadtbesucher von einer Stilrichtung in die andere, häufig auch abrupt. Da lässt der Singer-Songwriter Dan Astles mit seiner weichen Melancholie in der Stimme am Schillerdenkmal daran denken, dass man auch mal wieder ein frühes Bright Eyes Album hören könnte, da lässt eine Band am Steintor den Crossover zwischen Hip-Hop und Rock wieder aufleben, da empfängt einen der Cirque Electrique bereits mit offenen Armen und dem wohligen Techno-Wumms. Geht man dann wieder zurück zum Schillerdenkmal wird dort plötzlich Death Metal von der Band Critical Mess gespielt.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Tobias Lehmann
Generell gilt: Wenn ein Lied endet, beginnt meist irgendwo anders ein neues. Nur wenige Bands legen besonders viel Wert auf die Umbaupausen, was den Fluss manchmal ein wenig stocken lässt. Denn das hier ist ein kein Ort für lange Umbaupausen, es ist auch kein Ort für perfekte Musik. Es ist ein Ort an dem das musikalische Surfbrett immer auf der Spitze einer Welle reitet, die niemals bricht. Das soll nicht heißen, dass es nicht auch viel perfekt gespielte Musik zu hören gibt. Doch auch die wechselt sich gleichberechtigt mit eher schrammeligen Auftritten ab, was zu einem angenehm konkurrenzlosen Gefühl auf dieser Veranstaltung führt.

Immer wieder charmant sind auch die kleineren Auftritte abseits der Bühnen. So spielen ein paar Bläser zwischen dem Kröpcke und dem Schillerdenkmal mal eben „Westerland“ von den Ärzten. Neben dem Fastfood-Restaurant am Kröpcke war in den vergangenen Jahren immer noch eine kleine Techno-Ecke. Die gibt es dieses Jahr nicht mehr. Dafür tritt unter anderem eine beeindruckende Trommelgruppe auf. Und der Frauenchor Quintensprung am Bahnhof hätte mit seiner hinreißenden Version von „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ vermutlich auch den ein oder anderen Death-Metal-Liebhaber von den Vorzügen eines Chors überzeugt.

Die Aufzählung könnte ewig weitergehen. Es sind zu viele Eindrücke, um sie vor Ort zu verarbeiten. Und dennoch ist es keinesfalls anstrengend, sondern immer wieder aufregend, witzig, angenehm. Der 21. Juni ist in der nördlichen Erdhälfte der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende. Doch es ist die Fête de la Musique, die ihn zu einem der schönsten Tage des Jahres macht.

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