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Wie ein Besuch von langjährigen, guten Freunden: Sportfreunde Stiller, hier Sänger und Gitarrist Peter Brugger, spielten im Capitol.

Erstklassig

Sportfreunde Stiller besuchten Hannover im Capitol

24. Mai 2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Jeff Kahra

Eigentlich war es fast wie immer, das Konzert der Sportfreunde Stiller am gestrigen Dienstagabend in Hannover. Allerdings stand die Show des Münchner Trios im knackig vollen Capitol noch unter dem frischen Eindruck des Erstliga-Aufstiegs von Hannover 96. So geriet der Auftritt zu einem besonders stimmungsvollen Ereignis mit einer gut aufgelegten Band, die über mehr als 100 Minuten ihre Fans in der Leinemetropole zum Schwelgen in Erinnerungen, zum Tanzen und zum Feiern brachte.

Nachdem Max Richard Leßmann die Besucher musikalisch gekonnt eingestimmt hatte, betreten Sportfreunde Stiller um 21 Uhr die Bühne des Capitols. Mittlerweile ihr Stammclub in Hannover. Seit fast 20 Jahren, ist das Trio um Sänger und Gitarrist Peter Brugger, Bassist und Sänger Rüdiger „Rüde“ Linhof und Schlagzeuger und Sänger Florian „Flo“ Weber regelmäßig in der Stadt, wenn es für die drei aus Germering bei München auf Konzertreise geht.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Jeff Kahra
Das heutige Konzert fühlt sich an, als wenn gute, langjährige Freunde mal wieder zu Besuch kommen und Musik mitbringen. Schon nach wenigen Songs wendet sich Peter Brugger an die treuen Fans hier in Hannover und gratuliert zum Erstliga-Aufstieg von Hannover 96. „First Class“, dieser Begriff soll im Capitol häufiger fallen und der bezieht sich nicht nur auf den hiesigen Sportverein und den Wiederaufstieg von dessen Fußballballmannschaft in der 1. Bundesliga, sondern auch auf das Konzert an sich.

Wie eine Bank

Unter einer für Clubverhältnisse zuweilen bombastischen Lichtshow und bei sattem Sound spielen die Sportfreunde Stiller einen Querschnitt aus ihrer 20-jährigen Bandgeschichte: Indie-Rock mit Beigaben aus frischem Reggae, Pop und Rock´n´Roll – der Sportfreunde-Sound zündet hier im Capitol in Hannover immer noch. Es wird weniger wild gefeiert, als noch vor Jahren, aber die gut 1600 Besucher sind sofort da, tanzen, klatschen und singen mit.

Hannover scheint für die Band so etwas wie eine Bank zu sein, Songs wie „New York, Rio Rosenheim“, „7 Tage, 7 Nächte“ und „In all den wunderbaren Jahren“ bringen die Fans vor der Bühne weiter auf Touren oder sorgen weiter hinten im Club für ein wohliges Gefühl. „Bei Sturm und Stille“, dem Titelsong aus dem aktuellen Album schwingt Nostalgie mit, klar, die Band und die hier Anwesenden haben in den vergangenen 20 Jahren allein oder gemeinsam rund um die Musik einiges erlebt. Bei den drei Musikern sind unter anderem die Beastie Boys ein gemeinsamer Nenner, das drückt auch der Text aus.

Der erste größere Hit „Kompliment“ ist im Mittelteil der Show platziert und lässt das Capitol springen und mitsingen, ähnlich wie „Applaus, Applaus“.

Eine dritte Halbzeit

Nach etwas mehr als einer Stunde ist dann zunächst einmal Schluss, das reguläre Set ist gespielt. 60-70 Minuten Spieldauer für den Hauptact eines Abends, diese Art Kurz-Konzertkultur hat sich in den letzten 15-20 Jahren bei einigen Bands aus dem Alternative-, Indie- und Punk-Rockbereich fast schon als „reguläre Spieldauer“ eingebürgert, zum Leidwesen derjenigen, für die ein Rockkonzert einer etablierten Band in Headliner-Position mindestens 90, wenn nicht sogar 100 oder 120 Minuten dauern sollte.

Sportfreunde Stiller lassen sich aber nicht lumpen und legen nicht nur ein paar Zugaben nach, sondern zetteln so etwas wie eine dritte Halbzeit von fast 45 Minuten an. „Lass mich nie mehr los“ ist der erste Song der Verlängerung, einige wiegen sich zum Takt der Musik und nehmen sich in den Arm. „Rock-City Hannover, ich will eure Hände sehen“, ruft die Band zu „Ich roque“ von der Bühne und verlässt den Schmusekurs.

“Lasst das Bürschchen nicht fallen…"

Es wird immer mehr eine Art Geben und Nehmen in dieser dritten Halbzeit der Sportfreunde-Stiller-Show im Capitol. Das Publikum skandiert zu rhythmischem Klatschen „Nie mehr 2. Liga“ oder „Oh wie ist das schön“. Luftballon-ähnliche Buchstaben von der Bühnendecke heruntergelassen, stellen den Schriftzug „H A N N O V E R“ dar. Ein schönes Szenario. Doch das Konzert entwickelt sich dann doch nicht in eine Fußballstadion-Party. Es wäre für die Band möglicherweise eine Option gewesen, ihren großen Fußball-Hit „54, 74, 90, 2006 (2010)“ zu spielen, doch das wäre sicher eine Spur zu platt gewesen und Hannover 96 ist auch nicht die Fußball-Nationalmannschaft.

Mit „Die gute Seite“ beendet die Band ihr Konzert im Capitol, Peter Brugger nimmt dabei unter lautem Jubel ein Bad in der Menge. „Lasst das Bürschchen nicht fallen“, schallt es humorig von der Bühne und auch diese Showeinlage geht gut aus.

Während die Fans gut bis vorzüglich bedient den Club verlassen, fegen Produktionsmitarbeiter vor der Bühne Berge von Konfetti zusammen. Equipment-Kisten werden auf die Bühne geschoben, es wird abgebaut und eingepackt. Ein weiteres der vielen, vielen Hannover-Konzerte des Münchner Trios ist vorüber. Nach diesem Abend und all den Eindrücken, dürften noch einige weitere folgen.

INFO-BOX

Links
externer Link www.sportfreunde-stiller.de
externer Link www.livingconcerts.de
externer Link www.capitol-hannover.de

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