Bildrechte: Lisa Eimermacher

Alles live: Klaus Sperling von den Nitrogods beim fünften Nitrofest im MusikZentrum.

Immer wieder hart

Neues und Bewährtes beim Nitrofest

9. April 2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Lisa Eimermacher

Eigentlich verlief das diesjährige Nitrofest für viele ähnlich, wie in den Jahren zuvor, doch hinter den Kulissen war einiges anders als sonst, denn so manche Herausforderung offenbarte sich für die Organisatoren hinter und die ausübenden Akteure auf der Bühne. Am Ende schienen alle Beteiligten zufrieden. In einem erneut gut gefüllten MusikZentrum in Hannover sorgten Grey Moray, DUCS, Nitrogods und The New Roses für gute Unterhaltung und Stimmung und bewiesen, dass handgemachter Rock und Rock´n´Roll immer noch ein treues, begeisterungsfähiges Publikum hat.

Rock´n´Roll ist einerseits geradlinig, kann aber auch einige Rückschläge und Hürden bereit halten, die es zu meistern gilt. Im Zusammenhang mit dem diesjährigen Hardrock-und Rock´n´Roll-Event Nitrofest im MusikZentrum mussten die Hauptorganisatoren Axel und Henny wenige Tage vor der Show den berühmten Plan B und teilweise auch den Plan C aus der Tasche zaubern, damit letztlich alles rund läuft. Heißt konkret: Die Catering-Konzeption für Publikum und Musiker wurde kurzfristig neu gestrickt und im Bandumfeld galt es mitunter, den Ausfall von vertrauter Ausrüstung zu kompensieren und kurzfristig anderes Equipment zu nutzen, wovon die Band DUCS ein Lied singen kann.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (4 Bilder) -Foto(s): Lisa Eimermacher
Auch der körperliche Fitness-Status war nicht bei allen aktiven Rock´n´Rollern des Abends optimal, weshalb der von allen Musikern gemeinsam genutzte Backstage-Bereich mit seinen Biertischgarnituren vorübergehend als Massage-und Wellness-Lounge umfunktioniert wurde, um einen Sänger und Frontmann noch schnell für seinen Auftritt in Form zu bringen.

Was letztlich für das zahlreich erschienene Publikum zählt, ist die Wahrheit, die auf der Bühne liegt und diesbezüglich liefert gleich die erste Band des Abends, Grey Moray aus Celle, eine Art Statement: Es muss hart, es muss kompromisslos. Die 2015 gegründete Band, zu der unter anderem Mitglieder von Fire And Fairyland und Dynamite Roadkill gehören, bieten einen Mix aus Rock und Stoner-Rock mit kleinen Ausflügen in Richtung „Irgendwas-mit-Core-und-auch-mal-ein-bisschen-Metal“.

Eine Soundlawine zu Beginn

Besonders Sänger und Frontmann Phil Wilke unterstreicht mit seinem teilweise wütendem Gebahren, dass es hier nicht um einen sonnig-lustigen Kindergeburtstag geht, sondern darum, für die zu früher Stunde schon zahlreich Anwesenden im MusikZentrum eine große Soundlawine loszutreten. Das funktioniert. Einige lockern bereits ihre Nackenmuskulatur und genießen ihre ersten Kaltgetränke.

DUCS spielen einen sehr facettenreichen und kurzweiligen Gig und operieren im Spannungsfeld zwischen Rock´n´Roll alter Schule („Old School“), modernem Alternative-Rock („This Is Not A Test“) und 90er-Jahre-Grunge („27“). Die hannoversche Band hat augenscheinlich spürbar Fans zu einem Besuch des Nitrofests bewegen können. Somit durchmischt sich das Indoor-Festival, in früheren Jahren fester Anlaufpunkt für eine eher gestandene Rock-Klientel, in diesem Jahr verstärkt mit einem jüngerem Publikum.

Nitrogods mal wieder eine sichere Bank

Eine sichere Bank beim Nitrofest sind in jedem Jahr die Nitrogods. Heute Abend wirkt das Trio aus Hannover und Stuttgart noch ein Stück weit bissiger und ungezügelter, als bei manchem Nitrofest in den Jahren zuvor. Ihr bluesiger Rock und Up-Tempo-Rock´n´Roll zünden heute ein bisschen mehr. Vor dem MusikZentrum findet man zu diesem Zeitpunkt kaum Leute, fast alle tummeln sich in der Halle, um im Verlauf des Nitrogods Gigs zu feiern und ihren Spaß zu haben. Nitrogods spielen einerseits ihre Routine aus, wirken andererseits immer noch wie eine positiv aufgekratzte Band, die einen Höllenspaß zu haben scheint, intern und mit dem Publikum richtig einen draufzumachen und ungeschminkten Rock´n´Roll anzubieten, was hier wieder einmal sehr gut angenommen wird.

Letzte Band im Bunde sind The New Roses aus Wiesbaden, die mit ihrem melodischen Hardrock, der gleichzeitig Fans von etwa AC/DC ebenso begeistern dürfte wie die von Bon Jovi, zum Ausklang des Nitrofests noch einmal die Verstärker aufdrehen und einen mehr als soliden Auftritt hinlegen. Es ist spät geworden und die Reihen im MusikZentrum haben sich schon ein wenig gelichtet.

Wer aber noch vor Ort ist, schnappt sich das eine oder andere Getränk und lässt sich von The New Roses noch ein paar Riffs und zuweilen eingängige Rocksongs um die Ohren hauen. Ein gelungener Abschluss einer erneut verlässlichen Rock´n´Roll-Show mit starkem Hannover-Bezug.

Man darf auf das Frühjahr 2018 und das nächste Nitrofest gespannt sein.

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