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Zog zahlreiche Zuörer beim Sixpack in ihren Bann: SOBI bei ihrem Soloauftritt im MusikZentrum.

Funk ganz weit vorn

Emerson Prime gewinnen den Sixpack im MusikZentrum

05. Dezember 2016, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Musikrichtung Funk hat beim diesjährigen Sixpack-Contest am vergangenen Samstag im MusikZentrum dominiert: Die ersten beiden Plätze gingen an Emerson Prime und The Planetoids, die beide Aspekte dieses Stils in ihrer Musik haben. Den dritten Platz holte sich die Singer/Songwriterin SOBI, die allein mit ihrer Gitarre und ihrer Stimme die Besucher verzaubert hat.

Packen wir gleich mal die Superlative aus: Es war der qualitativ beste Sixpack-Contest seit Jahren! Schon die Singer/Songwriterin SOBI und die Noise-Rock-Band About Béliveau hoben das Niveau auf ungeahnte Höhen. Dazu kamen dann noch die Soul-Funk-Band Emerson Prime und die Disco-Funk-Band The Planetoids, die am Ende die entscheidende Zahl von Fans mehr im Publikum hatten. Über die Gewinner haben wie jedes Jahr eine Jury mit Vertretern aus Musik und Medien wie auch das Publikum abgestimmt.

Wer sich auf eine Bühne stellt, entblößt sich immer auch irgendwie vor dem Publikum. Wer sich allein auf eine Bühne stellt, entblößt sich noch mehr, ist noch verletzlicher. Doch die aus London kommende und zurzeit in Hannover lebenden Singer/Songwriterin SOBI holte die Zuhörer in ihren Bann und ließ sie auch nicht mehr los. Allein mit ihrer Gitarre stand sie auf der Bühne und sang von schmerzhafter Sehnsucht. Melancholie tropfte aus ihren Songs, doch keine Traurigkeit. Zwischen den Liedern erzählte sie kleine Geschichten, manchmal auf Deutsch, manchmal auf Englisch. Ein Auftritt zwischen Verwundbarkeit auf der einen Seite und großer Kraft auf der anderen, dessen Eindruck noch lange nachhallt.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Tobias Lehmann
Eine andere Art von Charisma, die aber genauso einnehmend ist, hat Erika Emerson, die Sängerin von Emerson Prime. Sie freute sich so authentisch über jeden Applaus, als würde sie das erste Mal auf der Bühne stehen. Das trifft allerdings weder auf sie noch auf die weiteren Bandmitglieder zu. Die Band hat schon einige Erfahrung gesammelt und zeigte das auch. Mit einer sehr tanzbaren Mischung aus Soul und Funk sowie weiteren musikalischen Stilen ließen die Musiker die Freuden des leichten Lebens in das Musikzentrum einziehen. Die Besucher tanzten oder wippten mindestens beschwingt mit.

Das galt ebenso für The Planetoids, die bereits zum zweiten Mal beim traditionsreichen Bandcontest Hannovers antraten. Sie waren bereits 2014 dabei und erreichten damals ebenfalls deb zweiten Platz. Enttäuscht werden sie über ihr Abschneiden dieses Mal nicht gewesen sein. Denn mehrfach wiederholten sie, dass die Besucher doch bitte Emerson Prime auf den ersten Platz wählen sollen. Nun denn, das haben sie getan. Doch die zweite Stimme ging dann an offenbar The Planetoids. Nicht unverdient. Auch sie sorgten mit ihrer eingängigen Musik zwischen Funk und Disco für gute Laune auf und vor der Bühne.

Zum Kopfabschalten und Tanzen

Einer Mischung auf Good-Feeling-Sunshine und der Melancholie von SOBI widmete sich der Singer/Songwriter Jan Jakob. Er stand allerdings nicht allein auf der Bühne, sondern hatte neben seiner Band auch SOBI gleich noch als Backgroundsängerin integriert. Das irritierte einige Gäste, zumal SOBI als Backgroundsängerin dann in dieser Situation, direkt nach ihrer eigenen Show, doch etwas fehl besetzt wirkt. Kann man für ein Lied machen, nicht für mehrere. Doch davon abgesehen, war auch die Musik von Jan Jakob zum Kopfabschalten und verträumten Tanzen geeignet.

Zu viel Sunshine kann dann aber auch dösig im Kopf machen. Deshalb war es gut, dass auch eine Band wie About Béliveau dabei war. Die beiden Musiker fegten mit ihrem wütenden Noise-Rock einmal komplett durch. Die Band hat in diesem Jahr bereits den zweiten Platz im Bundesentscheid des local-heroes-Contests gewonnen. Und sie offenbarte im MusikZentrum ein weiteres Mal den Grund dafür. Mit unbändiger Energie wurde hier Wut und Leidenschaft in einen mitreißenden Groove gepackt. Dabei zeigten sich die beiden Musiker perfekt aufeinander eingespielt. Alles griff ineinander und erzeugte einen Sturm, der alle hinweg fegte.

Die sechste Band des Abends war Vertical Planet. Sie eröffnete die Veranstaltung mit eingängigem Rock, der allerdings auch etwas farblos blieb. Ein wenig mehr Mut zum Experiment könnte, gepaart mit der bereits vorhandenen Eingängigkeit, dieser Band die Tore zu größeren Bühnen öffnen.

Es war ein großartiger, phantastischer Abend. Bei gleich mehreren Bands hätte man sich gewünscht, dass sie länger spielen mögen, weil man sich noch nicht von dieser Musik losreißen konnte. Offenbar ist es eine gute Zeit für Nachwuchsbands in Hannover und der Region. Möge das noch lange so bleiben!

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