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Bildrechte: Torsten Gadegast

Vitaler Rock für Viele: Billy Talent spielten in Hannover in der ausverkauften Swiss Life Hall.

Freundlicher Besuch aus Kanada

Billy Talent spielten ausverkaufte Show in Hannover

03. Dezember 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast

Sehr vitale, Generationen übergreifende Freitagabend-Live-Rock-Unterhaltung gestern in der Swiss Life Hall in Hannover. Billy Talent aus Kanada waren im Rahmen ihrer nahezu vollständig ausverkauften Deutschland-Tour zu Gast in der Leinemetropole und auch hier gab es keine Tickets mehr an der Abendkasse. Gut 90 Minuten spielte die Band ein durchaus abwechslungsreiches, durchweg gelungenes Konzert zwischen Rock, Alternative, Pop, angereichert mit ein wenig Punk und Post-Hardcore und bediente das bunt gemischte Publikum mit zahlreichen Hits.

Wer in Sachen Billy Talent vor dem heutigen Konzert in der Swiss Life Hall in Hannover eher oberflächlich im Thema war, vielleicht einige wenige Songs kannte, der konnte aufgrund einiger Ankündigungen schon auf eine falsche Fährte gelangen. Von einer bevorstehenden Punk-Rock-Show war in manchen Medien die Rede, die es dann hier und heute aber gar nicht ist. Es ist vielmehr alternativ angehauchter, oft tanzbarer Rock im Sound der so genannten Nuller-Jahre für ein breites Publikum. Immer noch frisch, immer noch spritzig, zum Tanzen und Feiern, aber eben auch bekannt, bewährt und etabliert. Billy Talent sind in einer nicht näher definierten Mitte des modernen Rock´n´Roll angekommen.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Torsten Gadegast
Die Band wirkt auf der Bühne entspannt und erwachsen, liefert ein wohl durchdachtes und ebenso durchmischtes Set ab, das Jugendliche, junge Erwachsene sowie Besucherinnen wie Besucher bis zur Generation „50 plus“ gleichermaßen unterhält und überwiegend begeistert. Manche sprechen im Zusammenhang mit Gruppen wie Billy Talent gern von einer Konsens-Band und das mag man rund um dieses Konzert in Hannover gern unterschreiben.

Perfekt durchgestylt

Um 21.30 Uhr legt die Band um Sänger Ben Kowalewicz, Gitarrist Ian D´Sa, Bassist Jonathan Gallant und dem Interims-Schlagzeuger Jordan Hastings los und vieles wirkt nach Regeln eines einheitlichen Markenauftritts –gern wird in solchen Fällen der Begriff Corporate Design bemüht- durchgestylt. Das aktuelle Album „Afraid Of Heights“ wird von den Farben Rot, Schwarz und Weiß dominiert, entsprechend abgestimmt ist zu Beginn des Konzerts das Bühnenlicht und auch die Kleidung der Musiker (schwarze Hosen, rote Hemden, schwarze oder weiße Weste) passen perfekt ins Bild. Zwei Live-Video-Screens rechts und links der Szenerie, damit alle gut sehen können – die Produktion stimmt.

Auch das Drumherum bietet so gut wie alles für einen entspannten oder wilden Abend, je nachdem wo man steht oder sitzt, was man möchte oder nicht. „Ausverkauft“ heißt bei diesem Konzert nicht gleich „brechend voll“. Einige Sitzplätze auf den Tribünen sind noch frei und auch im hinteren Viertel der Halle herrscht kein Gedränge. Während die jungen Wilden vorn im Innenraum fröhlich moshen und pogen oder den einen oder anderen Circle Pit starten, genießen die weniger Jungen und weniger Wilden die Show mit Freunden oder Bekannten mittig oder weiter hinten bei einem kühlen Getränk. Freude und Zufriedenheit erkennt man in fast allen Gesichtern.

Hits und Jugenderinnerungen

Billy Talent servieren gut aufgelegt Songs wie unter anderem „Surrender“, „Devil On My Shoulder“ oder “Red Flag”, das um 22.41 Uhr das Ende der regulären Show einläutet. Für den Zugabenteil haben sich die Kanadier noch Kracher wie „Try Honesty“ oder „Fallen Leaves“ aufgehoben. Das sind mitunter Songs und Hits, bei denen bei einigen hier in der Halle Jugenderinnerungen wach werden, Erinnerungen an die Zeit um 2006/2007, als Billy Talent mit ihrem Album „Billy Talent II“ den großen Durchbruch in Europa, vor allem in Deutschland schafften und seitdem Abonnenten auf Platz 1 oder 2 in den hiesigen Charts sind. In Hannover tanzte, tobte und moshte man zu Billy Talent in ganz jungen Jahren vor allem an Freitagabenden mit zum Teil an die 1000 Gleichgesinnten in Clubs und Rockdiskotheken wie dem seinerzeit sehr angesagten Rockhouse.

Die Musiker, allen voran der gut aufgelegte Sänger und Frontmann Ben Kowalewicz begegnen dem hannoverschen Publikum höflich und freundlich und auch wenn an dieser Rockshow vieles gestylt ist, wie abgezockt erscheinendes Entertainment-Gehabe wirkt das dennoch nicht. Die Band macht vom Auftreten einen geerdeten Eindruck und glaubt weiterhin, wie Kowalewicz in einer Ansage ausführt, dass es gute Leute in der Welt gebe, auch wenn manch verrückte Dinge vor sich gingen, wie der Sänger meint und einen Verweis auf die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gibt. Laute Buh-Rufe aus dem Publikum kommen als Reaktion, es herrscht hörbarer Konsens.

Billy Talent, so macht es Kowalewicz vehement deutlich, liebten alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung. Dafür gibt es lauten und ermutigenden Beifall. Die Atmosphäre, die Stimmung in der Halle in Hannover ist bis zum letzten Akkord von Billy Talent fröhlich und positiv.

Welchen Hintergrund das Abspielen der George-Michael-Schmusenummer „Carless Whisper“ zur Auslasssituation in der Halle hatte, bleibt vielleicht ein Geheimnis oder einfach nur eine Randnotiz zum Abschluss eines kurzweiligen, harmonischen Abends mit Billy Talent in Hannover. Danke für den Besuch und weiterhin gute Reise.

INFO-BOX

Links
externer Link www.billytalent.com
externer Link www.hannover-concerts.de
externer Link www.fkpscorpio.com

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