Bildrechte: Torsten Gadegast

"Summer in the City Festival" letzten Mittwoch: Als Die Postpunk zum Teil blank zogen, traute sich auch die Sonne am Raschplatz aus den Wolken heraus.

Ursprünglich, rau und rüde

„Summer in the City“ Mittwoch auf dem Raschplatz

12. August 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS

Seit Mitte Juli spielen fast wöchentlich von Mittwoch bis Freitag lokale und regionale Bands sowie Einzelkünstler auf dem Raschplatz hinter dem Hauptbahnhof. Jeweils in der Zeit von 18.00 Uhr – 20.00 Uhr heißt es hier ohne großen Event-Firlefanz: „Summer in the City Festival“ und Bühne frei für Musik. Unter frühherbstlichen Witterungsbedingungen entledigten sich Mittwochabend Die Postpunk zeitweise ihrer T-Shirts um ihr selbsternanntes Nudisten-Programm zu starten, Driven By Clockwork präsentierten ihren gefühlvollen New-Wave/Post-Rock.

Wer heute zum ersten Mal Gast eines Konzerts der „Summer in the City Festival“-Reihe auf dem Raschplatz ist, vermisst mitunter einen Getränkestand und Sitzgelegenheiten, eine Art in sich geschlossenes Gelände für den Konzertabend. Das alles gibt es hier auf dem Raschplatz hinter dem Hauptbahnhof nicht. Hier stehen eine kleine, technisch sehr ordentlich ausgestattete Bühne und die jeweils ausübenden Akteure. Das besonders stark interessierte Publikum stellt sich davor, andere Ohren-und Augenzeugen setzen sich auf die Treppe, die hoch zum Bahnhof führt oder beobachten das Ganze aus der Entfernung an den Geländern rund um das riesige Areal.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS
Am heutigen Mittwochabend herrscht eine entspannt- friedliche Atmosphäre auf dem Raschplatz. Man mag es in der weiten Umgebung kaum glauben, aber es sind zeitweise an die 100 Menschen die aus der Nähe oder aus größerer Distanz die Auftritte der hannoverschen Bands Die Postpunk und Driven By Clockwork mit zum Teil großer Neugierde, Interesse und sichtlicher Freude beobachten und nicht selten bejubeln und feiern. Getränke, oft Bier in Dosen oder Plastikflaschen, besorgt man sich vom nahegelegenen Ketten-Discounter, einen kleinen Imbiss oder Heißgetränke bietet ein weiteres Ketten-Geschäft für Backwaren gleich nebenan.

So einfach gehalten und ursprünglich, wie sich die Szenerie hier auf dem Raschplatz zum heutigen „Summer in the city“-Konzert darstellt, geht auch die Alternative-Rock-Metal-Blues-Punk-Band Die Postpunk zu Werke. Noch wenige Minuten vor ihrem Auftritt um 18.00 Uhr hatte sich das Wetter von seiner weniger kooperativen Seite gezeigt. Es ist kühl und leicht windig bei einsetzendem Sprühregen. Vorübergehend ein Ort, den man im klobigen Glas-und Betonrund mit Brederow-Hochhaus und Hochstraße im Hintergrund kaum als wirtlich bezeichnen kann.

“Wir haben nun ein Nudisten-Programm“

Es dauert aber nicht lange, da sorgen Die Postpunk mit ihrem rauen und rotzigen Mix aus Punk und Rock für Stimmung. Da zeigt sich die Sonne und obwohl hier und da ein schneidend kalter Wind über den Platz fegt, entledigen sich drei der Musiker mitten im Set ihrer T-Shirts. „Wir haben nun ein Nudisten-Programm für euch", kündigt Sänger und Gitarrist Christian Haucke an und wirft sich zusammen mit seinen Freunden Horiat Hosian am Schlagzeug, Lukas Grotjahn an der Lead-Gitarre und Bassist Dominik Borsuk (als einziger weiterhin mit Oberbekleidung) in den nächsten Song. Rüde werden zeitweise die Instrumente bearbeitet. An Stelle von musikalischem Perfektionsmus stehen bei Die Postpunk die pure Leidenschaft, Spielwitz und Spielfreude. Es ist erlaubt, was gefällt.

Den meisten macht dieser zum Teil überraschend explosive Auftritt ungeheuren Spaß. „Haste noch einen davon?“, fragt einer im Publikum, der augenscheinlich der Personengruppe der in der Medienberichterstattung oft angeführten, so genannten „Trinker-Szene“ zugehörig scheint. Noch einige andere aus diesem scheinbaren Umfeld zieht es neben den anwesenden Fans der Band in Richtung Bühne. Im Hintergrund bassig-raspeldes Anschlagen eines mächtig-kräftig-großen Hundes mit einem imposantem Maulkorb. Der eckige und unkonventionelle Punk-Rock wie ihn Die Postpunk hier über den Platz fliegen lassen, erweist sich als verbindendes, integratives Element für eine unterhaltsame, stimmungsvolle und teilweise lustige Dreiviertelstunde.

Melancholisch-melodisch

Zur anschließenden Show der in den letzten Monaten in und um Hannover stark präsenten Band Driven By Clockwork erscheinen neue Besucher auf dem Platz und viele Passanten, die den Raschplatz im oberen, wie im unteren Bereich überqueren, bleiben neugierig stehen. Mit ihren melancholisch-melodischen, zuweilen atmosphärischen Songs und Sounds fesseln Driven By Clockwork hier viele. Zwischen Leichtigkeit und Kraft.

Beide Bands haben an diesem Abend dem herbstlichen Wetter-Intermezzo an diesem speziellen Ort der Stadt getrotzt und es zeitweise sogar vergessen gemacht.

Das „Summer in the City“-Festival auf dem Raschplatz findet noch bis zum 3.September statt und präsentiert unter anderem noch Singer-/Songwriter und einen Poetry-Slam. Jeweils mittwochs-freitags in der Zeit von 18.00-20.00 Uhr. Die Termine und das Programm findet man auch bei Rockszene.de hier im Terminkalender

INFO-BOX

Links
externer Link www.facebook.com/DiePostpunk
externer Link www.drivenbyclockwork.de

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