Bildrechte: Torsten Gadegast

Gut aufgelegt und in Hannover mit einem warmen Willkommen aufgenommen: Rob Lynch.

Warmes Willkommen zurück

Rob Lynch mit ausführlicher Solo-Show im LUX

25. Juli 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS

Die leichten Zweifel, dass das verhältnismäßig kurzfristig angesetzte Tourkonzert des britischen Folk-Pop-Musikers Rob Lynch in Hannover in das berüchtigte Hochsommerloch fallen könnte, waren unbegründet. Trotz Hitze war das LUX am Samstagabend prächtig gefüllt. Entgegen der Ankündigungen spielte Rob Lynch nicht in Duo-Besetzung, sondern einen lupenreinen Solo-Akustik-Gig, sehr ausführlich, weil die Wünsche der zahlreich erschienen Besucher nach Zugaben auch über das Ende der eigentlichen Setlist hinaus von dem smarten Sunnyboy an der Gitarre erfüllt wurden.

Es wirkt ein wenig, wie mit der heißen Nadel gestrickt. Erst am Vortag ist „Baby I´m A Runnaway“, das neue Album von Rob Lynch auf den Markt gekommen. Erst Ende Mai wurde für einen Zeitraum, der mitten in der Festivalsaison liegt und in der sich viele Musikfans in der Regel im Freien aufhalten, eine Clubtour angekündigt, die den 30-jährigen Briten am heutigen Samstag ins LUX nach Hannover auf die Bühne bringt. Trotz der terminlichen Umstände und des kurzen Vorlaufs sind zahlreiche Fans in den Club am Schwarzen Bären geströmt.
Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS
Rob Lynch hat sich durch seine regelmäßigen Auftritte in den letzten Jahren in der Leinemetropole eine ordentliche Fan-Base erspielt, die auch heute keinerlei Anlauf benötigt und den Musiker gesanglich oder durch rhythmisches Mitklatschen unterstützt und das zum Teil ohne Aufforderung und auch bei ganz frischen Songs.

Nahezu ungeteilte Aufmerksamkeit

Es ist ein durchaus besonderer Abend hier in Hannover. Das Publikum widmet Rob Lynch nahezu ungeteilte Aufmerksamkeit. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben die Smartphones in der Tasche und störende Unterhaltungen während der Show aus. Soviel ungeteilte Aufmerksamkeit einem Künstler gegenüber erlebt man auch nicht alle Tage.

Rob Lynch ist augenscheinlich bester Laune, gut in Form und sehr gut bei Stimme. Der Sound, der heute vom Haustechniker Murray Webster gefahren wird, ist exzellent und musikalisch mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Da sind mitunter mehrfach- Delays in die Stimme gesetzt, also Effekte die in einer zu den Songs so perfekt zugeschnitten Form draufgelegt sind, wie es anderswo oft nur bandeigene Techniker beherrschen, die das Songmaterial und die Künstler seit langem kennen.

Relativ einfach wirkende, eingängige und melodiöse Akustik-Pop-Songs bilden den Schwerpunkt dieses Konzert, einige Sing-A-Long Nummern befinden sich darunter, dennoch verfällt das Konzert letztlich nicht in Trivialität. Lynch hat auch ruhigere, nachdenklich stimmende Songs im Programm, etwa über das Älterwerden und die Entwicklung von Freundschaften.

Das Publikum im LUX wird im Verlauf des Konzerts zu einem scheinbar sehr großen Freundeskreis. Klassiker wie „Hawking“ oder „My Friends & I“ werden ähnlich freundlich aufgenommen bis enthusiastisch begleitet wie die vielen neuen Songs aus dem Album „Baby, I´m A Runaway“, wie etwa „Closer“, „Selfish Bones“ oder der Gänsehaut-Song „Youth“.

Dem oft grinsenden und freudestrahlenden Akteur auf der Bühne scheint den ganzen Abend über der Schalk im Nacken zu sitzen, ein kleiner Scherz oder ironischer Sidekick folgt auf den anderen.

Schnitzel, Döner, Bier - Rotwein, Bier, Prosecco

Es sei unglaublich warm hier bemerkt Lynch schon zu Beginn und trocknet sich das Gesicht mit einem Handtuch. Schnitzel, Döner und Bier hier in Deutschland seien kein guter Mix. Er selbst versorgt sich den Abend über auf der Bühne mit Rotwein und Bier im Wechsel, nach der Show gibt es noch Prosecco. Auch nicht gerade die im Rock´n´Roll übliche Getränkefolge.

Hannover sei eine seiner Lieblingsstädte in Deutschland, wenn er auf Tour ist, erklärt er verschmitzt. Eine solche Bemerkung über die jeweilige Tourstadt mache er nicht jeden Abend, versucht Lynch zu versichern und fügt hinzu: „Sondern nur bei der Hälfte.“

Lockeres Singer-/Songwriter-Entertainment prägt das Konzert auch weiterhin. Das macht dem Künstler sichtlich Spaß und gefällt auch dem Publikum. Bei wenigen ausgewählten Songs ist Sam Duckworth an Gitarre und zweiter Stimme mit von der Partie. Dieser junge Musiker bestritt zuvor mit Recreations das Vorprogramm und ist obendrein der Produzent von Rob Lynch´s neuem Album.

„Baby I´m A Runaway“ prangt in großen Lettern auf dem schwarzen T-Shirt von Rob Lynch, besagter Titel des Albums. Das dürfte im Kopf hängen bleiben.

Im Zugabenteil packt Lynch dann noch den Tom-Petty-Klassiker „Free Fallin´“ aus, viele sind hin und weg. Die ohnehin mit 20 Songs gut bestückte Setlist wird hier im LUX noch spontan um ein paar Songs verlängert. Besondere Abende erfordern offenbar besondere Maßnahmen und Rob Lynch strotzt vor Spielfreude.

Es sei das bislang schönste Konzert der laufenden Tour gewesen und das meine er absolut ehrlich, betont der Musiker zum Schluss. Im Dezember werde er wieder mit kompletter Band in Deutschland touren, verrät er. Hannover würde dann zwar nicht auf dem Plan stehen, aber hierher ins LUX würde er bestimmt nächstes Jahr wiederkommen, sagt Rob Lynch und verabschiedet sich von der Bühne.

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