Bildrechte: Torsten Gadegast

Seit den 1980er-Jahren aktiv: Die deutschlandweit angesehenen New-Wave-Pioniere Remain In Silence spielten in ihrer Heimatstadt Hannover ein intensives Konzert im LUX.

Wärme im Dunkeln

Remain in Silence spielten seltene Show im LUX

27. Juni 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS

Ein rares, vorerst exklusives Konzert, gab die hannoversche Dark-Wave-Band Remain In Silence am Samstagabend im Musikclub LUX. Die seit den frühen 1980er-Jahren als Genre-Pioniere geführten Musiker hatten sich nach sehr langer Zeit im Frühjahr mit ihrem neuen Album „…And The Soul Goes On“ zurückgemeldet und erhielten schnell wieder deutschlandweite Medienresonanz. Eine Tour zum Album, wie bei anderen Künstlern oft üblich, gibt es bei Remain In Silence nicht. Die etwas mehr als 130 Gäste im gut gefüllten Club am Schwarzen Bären waren somit Teil eines besonderen Abends.

Geheimnisvolle Geräusche, Loops, Samples und elektronische Drumbeats dringen aus den Boxen, Synthesizer-Teppiche breiten sich aus, mehrere Moving- Lights tauchen die Bühne abwechselnd in vielerlei Farben, schicken kurzzeitig gleißende Strahlen ins Publikum. In der Mitte der Szenerie steigt dicker Nebel auf und plötzlich schneidet eine zuweilen sphärisch-bissige Gitarre kraftstrotzende Breitwand-Akkorde durch die sich mächtig auftürmende Klangwolke.

Remain In Silence um Sänger Andreas Gimpel, Gitarrist Andreas Buchwald, Keyboarder Carlos und Sounddesigner Murray Webster bringen an diesem düster-regnerischen Juni-Abend ein beeindruckendes Show-Konzept auf die Bühne und in den Saal des LUX.

Es ist eine ausdrucksstarke, variantenreiche Mischung aus dunklem, elektronisch geprägtem New-Wave, wie ihn viele der Anwesenden hier noch aus den Achtzigern kennen und psychedelisch angehauchtem, ins Progressive spielendem Pop, mit dem die Band bei diesem seltenen Konzert hier in Hannover aufwartet. Musik zum Eintauchen und Lauschen einerseits, zeitweise aber auch zum lockeren bis fröhlichen Tanzen und Mitsingen.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS
Gekonnt und mit Leidenschaft führen Remain In Silence das Publikum durch das anderthalb-stündige, facettenreiche wie stimmungsvolle Konzert. Sänger Andreas Gimpel kündigt die verschiedenen Kapitel spannungsreich an. Wenn die drei Musiker auf der Bühne und ihr Sounddesigner am Pult nicht gerade lautmalerisch eine Szenerie zwischen dunklen Wolken und zunehmender Dämmerung erschaffen, sind es intelligent komponierte wie arrangierte, freundlich-melodische-Wave- Pop-Songs, die Wärme spenden.

Wer möchte und kann, lässt sich von Remain In Silence auf eine spannende kurze aber intensive Reise mitnehmen. Im Bühnenhintergrund ist ein Vorhang gespannt, der eine Waldlandschaft irgendwo zwischen Nacht und Morgengrauen oder abendlicher Dämmerung abbildet. In Verbindung mit der packend inszenierten Musik, der gesamten, sehr entspannten Atmosphäre hier im LUX, kann dann schon mal das eigene Kopfkino kräftig in Gang kommen.

Textfragmente der Songs lassen sie immer wieder auf der Bildfläche erscheinen, die Einsamen, die Verirrten, die Suchenden. Die Beobachter und die Beobachteten. So gesehen schaffen Remain In Silence inhaltlich auch eine Verbindung zwischen Dark-Wave und Art-/Progressive-Rock-typischen Charakteren.

Vieles scheint aus dem dichten Wald im Hintergrund hervorzudringen, von dem man nicht weiß, was sich dort genau verbirgt.

Der Weg aus diesem Wald scheint lang und von geheimnisvollen Begebenheiten begleitet gewesen zu sein und am Ende bleibt vieles der eigenen Fantasie überlassen.

Das Ende des heutigen Konzerts ist real. Um kurz nach 22.30 Uhr und nach einer Zugabe verabschieden sich Remain In Silence von einem größtenteils begeistert applaudierenden Publikum.

Draußen, nah am Fluss, schwirren und tanzen Tausende Mücken um das Licht einer Straßenlaterne. Die Dunkelheit ist über die Stadt hereingebrochen und es hat aufgehört zu regnen.

INFO-BOX

Links
externer Link www.remaininsilence.de
externer Link www.facebook.com/remaininsilence
externer Link www.livingconcerts.de
externer Link www.lux-linden.de

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