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Classic Rock statt leiser Gebete: Die Band Run2You spielte in der Kirche der JVA Hannover.

„Jailhouse-Gig“ von Run2You

Classic-Rocker spielten in der JVA Hannover

18. Juni 2016, Von: Petra Reichelt-Seelig, Foto(s): Petra Reichelt-Seelig

Hinter Gittern und streng bewacht hatte die hannoversche Band Run2You bislang noch nie gespielt: Auf Einladung des Kunst- und Literaturvereins für Gefangene aus Dortmund rockte sie erstmals die JVA Hannover. Im Rahmen des 2009 gestarteten Projekts „Kultur hinter Mauern“ vermittelt der gemeinnützige Verein bundesweit kulturelle Angebote in die Justizvollzugsanstalten.

„Dass wir für den 'Jailhouse-Gig' in Hannover angefragt wurden, macht uns stolz“, sagt Udo Schacht, Schlagzeuger der sechsköpfigen Band. Sowohl die Vorfreude aber auch die Aufregung habe sich in den Wochen vor dem Konzert extrem gesteigert – erst recht nach dem Besichtigungstermin im Vorfeld des Events. Bis zur Kapelle seien sie von Aufsehern durch gefühlt 30 Türen geführt worden, die elektronisch geöffnet wurden und hinter ihnen sofort wieder zuknallten. Das sei schon etwas beklemmend gewesen.

Anstelle leiser Gebete erklang ein paar Tage später zur großen Freude der Insassen zwei Stunden lang lautstarker Classic Rock aus dem zur Bühne umfunktionierten Altarbereich - um die Mittagszeit bei hellstem Tageslicht. Auch ohne sonst übliches Beiwerk wie Lichtanlage oder Nebelmaschine brachte die Band mit ihren Interpretationen bekannter Songs, viel Action und einer Moderation, die an Schauspielkunst erinnerte, die kleine Kirche zum Kochen.

Die Gefangenen genossen die willkommene Abwechslung sichtlich und machten Stimmung wie in einem Stadion. Sie sangen viele Titel auswendig mit, klatschten im Takt, jubelten stimmgewaltig und erreichten bei Standing Ovations mehrere Zugaben. Häftling Uwe K. war restlos begeistert: „Ich liebe es, die alten Rocksongs mal wieder live zu hören. Internet ist verboten, und Neues kriegen wir hier nicht mit." Die Band sei so super, und es müsste viel mehr solche tollen Tage geben", schwärmte er. Noch eineinhalb Jahre hat der 50-Jährige abzusitzen. Wieder in Freiheit sollen ganz viele Konzerte auf seinem Terminplan stehen.

Run2You trat ohne Gage auf und verzichtet auch auf die erhaltene Aufwandsentschädigung. Die 200 Euro sollen einer sozialen Einrichtung zugute kommen, die sich für Kinder einsetzt. Wer Run2You bei öffentlichen Veranstaltungen live erleben möchte, hat dazu viele Gelegenheiten – beispielsweise am 8. Juli beim Schützenfest und am 12. August bei der Maschseesause.

INFO-BOX

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externer Link www.facebook.com/r2yBand
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