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Mit Anspruch, Leichtigkeit und Tiefgang: Jonah spielten in Hannover im gut gefüllten Mephisto.

Springen, schwimmen, tauchen

Jonah spielten in Hannover im Mephisto

23. Mai 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Miriam Rosin

Jonah, das sind doch die beiden mit dem Lied aus der Werbung…lief doch im Fernsehen, Radio in Online-Spots, oder? Genau, das sind Jonah, die 2014 mit ihrem Song „All We Are“ die Musik für eine groß angelegte Werbekampagne eines großen, internationalen Telekommunikationsunternehmens lieferten. Das bedeutete den Durchbruch für die Band um Sänger Angelo Mammone und Gitarrist Christian Steenken. Chart-Einstieg, renommiertes Management, eine ebensolche Tourneeagentur, Major-Deal. Alles am Start. Am Samstagabend spielten Jonah im mit mehr als 150 Besuchern sehr gut gefüllten Mephisto.

Es sind vor allem Songs aus ihrem Debütalbum, das voraussichtlich im Spätsommer dieses Jahres oder aber auch erst Anfang 2017 auf den Markt kommen soll, die den Schwerpunkt des heutigen Jonah-Konzerts in Hannover bilden. „Unsere Plattenfirma meinte, es sei keine ganz so gute Idee, schon Songs aus dem Album zu spielen, wenn es noch gar nicht veröffentlicht ist. Was meint ihr?“, fragt Sänger Angelo in die vor allem mit jungen Frauen besetzten ersten Reihen des kleinen Clubs im Kulturzentrum Faust. „Nein“ kommt es zur Bühne zurück. „Das meinen wir auch“, sagt der Sänger von Jonah, die auf dieser Tour ergänzt um einen Keyboarder und Schlagzeuger zu viert unterwegs sind.

Nun gibt es in den fast anderthalb Stunden der Jonah-Show überwiegend für viele im Publikum noch unbekannte Songs im Spannungsfeld zwischen modernem, qualitativ hochwertigem Singer-Songwriter-Pop, Indie und „Neo-Folk aus Berlin“, wie Jonah mit ihrer Musik zur aktuellen Tour offiziell angekündigt wurden. Man merkt es zunächst an dem freundlichen, aber doch verhaltenen Applaus, dass einiges, was auf der Bühne passiert, dem Publikum noch nicht vertraut ist und so sind Jonah teilweise sogar in der Rolle, in der oft support-Bands sind oder Bands, die einen verhältnismäßig frühen Slot auf einem Festival spielen: Sie müssen das Publikum überzeugen, es sich erarbeiten.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Miriam Rosin
„All We Are“, die Hitsingle oder die neue Single „Deep Deep Blue“ oder eben die erste EP sind eine gute Basis, aber nicht ausreichend, damit dieses Konzert zum gefeierten Selbstläufer wird. Jonah sind hier in Hannover zunächst einmal so weit gekommen, dass verhältnismäßig viele Menschen ihrer Einladung zum Konzert gefolgt sind. Deutlich mehr als die Hälfte der zur Verfügung gestandenen Tickets wurden bereits im Vorfeld abgesetzt. Da ist auch eine spürbar positive Erwartungshaltung seitens der Gäste, aber letztlich verhält es sich so ähnlich wie bei vielen „Dates“. Es ist ein riesiger Schritt und Erfolg, dass es zustande gekommen ist, wie es jedoch verläuft, davon hängt alles Weitere ab.

Zwischen Leichtigkeit und Tiefgang

Jonah spielen im Mephisto ihre ganze Erfahrung als Musiker aus, liefern eine lockere, sympathische Performance und semi-akustische Pop-Songs zwischen Leichtigkeit und Tiefgang. Ruhig, behutsam aufgebaut und dann dramaturgisch geschickt gesteigert. Das ist wie in ein Meer in südlichen Breitengraden zu springen, schwimmend leicht durch das Wasser zu gleiten und dann und wann tief hinabzutauchen, vielleicht sogar bis zum Grund. „Deep Deep Blue“ ist ein Song der lautmalerisch so ein Bild zeichnet. Viele wippen zum Refrain im Takt, manche klatschen mit, Pärchen umarmen sich. Das ist Musik, die für die hier Anwesenden offensichtlich perfekt zum Ausklang dieses warmen und sonnigen Frühlingstages passt.

Im Zugabenteil wiederholen Jonah sowohl „Deep Deep Blue“, als auch „All We Are“, vermeiden es, ihr Programm mit Cover-Songs oder Material aus der promises! promises! Ära anzureichern. Aus der Zeit vor rund zehn Jahren, als Angelo und Christian noch mit vollverstärkter Rockband durch Clubs und über Festivals tourten, bevor sie Jonah ins Leben riefen, gibt es heute nichts.

Mephisto zum Wohnzimmer erklärt

Bemerkenswert ist, dass die neue Single hier im Mephisto hörbar mehr Resonanz erhält, als der wohlbekannte Hit. Es ist nun langsam aber sicher soweit, dass die gut 150 hier richtig laut applaudieren und laute Jubelrufe ausstoßen.

Als Jonah dann das Mephisto „zum Wohnzimmer machen“, wie man es in Anspielung auf die vielen Wohnzimmerkonzerte, die Jonah früher gespielt hatten, angekündigt, wird die Stimmung nahezu ausgelassen. „Your The One For Me“, ein simpler, geradliniger und eingängiger Folk- Song zum Mitsingen und Mitklatschen sorgt zum Schluss sogar noch für Party-Feeling: „Your The One For Me, Yeah-Yeah, Yeah-Yeah“ heißt es im Refrain. Ganz lauter Jubel.

Aus anfänglicher Neugierde und Zufriedenheit wird hörbare Begeisterung und wie es für die Band dann demnächst mit ihrem Major-Debütalbum im Gepäck weitergehen wird, darf man gespannt weiterverfolgen. Nach dem heutigen Konzert in Hannover kann man eigentlich davon ausgehen, dass der weitere Weg der Band ein erfolgreicher sein dürfte.

INFO-BOX

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