Bildrechte: Sabrina Kleinertz

Mit ihrem Beitrag "Systemflüchtling" lag die Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Germaid beim Protestsong-Contest im Pavillon am Ende vorn.

Germaid gewinnt mit „Systemflüchtling“

Ein Rückblick auf den Protestsong-Contest im Pavillon

14. Mai 2016, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Anhand des Applauses hätte man am gestrigen Abend keinen Gewinner ermitteln können, als es darum ging, den besten Künstler des Protestsong-Contest zu küren. Denn alle neun Finalisten, egal ob Solokünstler oder Band, ernteten gleichermaßen euphorischen Beifall und Zurufe aus dem Publikum. Zum Glück gab es Stimmzettel. Bereits zum zweiten Mal lud das Asphalt-Magazin um Geschäftsführer und Initiator Reent Stade hierfür in den Pavillon ein, in diesem Jahr mit zusätzlicher Unterstützung durch die Hanns-Lilje-Stiftung.

Pünktlich um 19 Uhr werden die Gäste in den gut gefüllten Sitzreihen des Pavillon vom Moderator des Abends, Stefan Flueck begrüßt und auf die Kandidaten eingestimmt. Von klassischen Singer-/Songwriter-Tönen bis hin zu metallischem Deutsch-Rock ist alles vertreten. „Hier herrscht vor und hinter der Bühne eine sehr freundschaftliche Atmosphäre; das schätzen wir sehr“, erklärt Martin Wendt, der Frontmann von The Comets of Doom. Dass die fünf Musiker mit ihren härteren Tönen eher ein Kontrastprogramm sind, stellen sie schmunzelnd selbst fest. „Wir haben aber trotzdem viele gute Reaktionen auf unsere zwei Songs bekommen“, so Wendt weiter.

Zwar sind die Genres der durchweg deutschsprachigen Contest-Songs bunt gemischt; der Inhalt aber klar definiert: Protest heißt das Schlagwort des Abends; ob gegen das System, eine Ungerechtigkeit oder eine persönliche Erfahrung. „Lebendig. Kräftig. Scharf.“ sind dabei eine Untermauerung der Tatsache.Ein Platz auf dem mit Geldpreisen dotierten Siegertreppchen, ist für manche Teilnehmer aber auch nur eines von mehreren Zielen. „Mein Song sollte in einem großen Saal gehört werden“, sagt Germaid, die mit einer Akustikgitarre ihren Song „Systemflüchtling“ präsentiert. „Ich denke, dass dieses Lied sehr zeitlos ist und zudem auch vielen Menschen aus der Seele spricht. Das liegt mir sehr am Herzen.“
Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Sabrina Kleinertz
Somit setzt sich Germaid am Ende dann auch im finalen Zuschauervoting gegen ihre Mitstreiter durch. Auf den Plätzen zwei und drei landen die Bands Michel & Kevin und The Comets of Doom. „Ich mag diese Mischung aus Sozialem und Kultur sehr und unterstütze Projekte wie das Asphalt-Magazin dann auch gerne“, berichtet Christof Stein-Schneider nach der finalen Siegerehrung.

Der von Fury in the Slaughterhouse und Wohnraumhelden bekannte Gitarrist saß nicht nur in der Jury, die bereits vorab die Beiträge von 29 Bewerbern sichtete, sondern ließ sich während der Stimmauswertung zu einem spontanen Auftritt hinreißen, als Wingenfelder als spezielle Gäste außer Konkurrenz die Bühne rockten. So wurde kurzerhand aus der Trio-Besetzung um Thorsten und Kai Wingenfelder sowie Norman Keil ein Quartett.

„Wir sind in freudiger Erregung über diesen schönen Abend und alle sehr zufrieden“, resümiert Reent Stade treffend. Somit stehen die Chancen auf einen dritten Protestsong-Contest in zwei Jahren gut und es bleibt abzuwarten, ob man auch die diesjährigen Finalisten Das maskierte Wunder („Ausgewildert“), Roger Gierschmann („Die Wahrheit ist bitter“), The Comets of Doom („Märchenland“), Michel & Kevin („Wir gehören zusammen“), Maria Büchner („Feuerwehrfrau“), Seelhorst („Du lachst“), Jammerlappen („Sing es laut“), Germaid („Systemflüchtling“) oder Proyektor („Leiharbeit“) wieder dort antreffen wird.

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