Bildrechte: Wolfgang Heilemann

Abba waren bei den "disco"-TV-Shows von Ilja Richter regelmäßige Gäste und präsentierten dort Mitte bis Ende der Siebziger viele ihrer Hits.

Als manche anfingen, zu tanzen

„45 Jahre disco“ bringt Rückstoß in die Siebziger

29. März 2016, Von: Redaktion, Foto(s): Wolfgang Heilemann

Die meisten vom Lebensalter Reiferen unter unseren Leserinnen und Leser werden die ZDF-TV-Show „disco“ mit Moderator und Showmaster Ilja Richter noch in Erinnerung haben. Internationale Bands, Sängerinnen und Sänger der Pop-und Rockszene traten hier zum Playblack vor Publikum im Studio auf, präsentierten ihre neuesten Singles und auch einige Schlagerstars aus Deutschland waren dabei. Zu sehen gab es die „ZDF – disco“ von 1971 – 1982, darunter lange -meist monatlich- an Samstagen auf ihrem angestammten Sendeplatz um 19.30 Uhr. Gut 45 Jahre nach der Erstausstrahlung gibt es nun ein üppiges 3-CD-Boxset mit „disco“-Klassikern.

Es war eine Zeit, als die heutige 40- und 50 plus-Generation, sich für Pop-und Rockmusik zu interessieren begann, Bands kennen lernten oder auch anfingen, auf ersten Partys oder in realen Diskotheken zu tanzen. Wer seine Kindheit und Jugend in den 1970er-Jahren verbracht hat, für den war die 45-minütige, meist monatlich gesendete ZDF-TV-Show „disco“ ein mehr oder weniger wichtiger Wegbegleiter, Informations-und Orientierungshilfe in Sachen breitentauglicher Bands, Einzelkünstlerinnen und Künstler, deren Musik respektive Songs, nicht zuletzt deshalb, weil das Medienangebot in puncto Rock-und Pop noch nicht ansatzweise so groß war wie heute.

Die „disco“ mit Ilja Richter bildete, im Wechsel mit der ZDF-Hitparade an Samstagen von 19.30-20.15 Uhr den Einstieg in den Fernsehabend. Direkt im Anschluss gab es dann Spielfilme wie Western oder Krimis oder große Fernseh-Shows, damals, als viele nur zwei Programme (ARD und ZDF) empfangen konnten und die Dritten Programme mir regionaler Ausrichtung zuweilen nur mit zusätzlicher Zimmerantenne zu bekommen waren.

Am 13.Februar 1971 hatte die „disco“ im ZDF Premiere. In einem Hamburger Studio traten unter anderem Creedence Clearwater Revival, Dave Edmunds, Shockin’ Blue und die Kinks auf.

Später hießen Ilja Richter´s Gäste unter anderem The Sweet, The Rubettes, Boney M., Suzie Quatro, Smokie, Pussycat, Carl Douglas, Baccara, Bay City Rollers, Cliff Richard, Status Quo, Harpo, Village People, Juliane Werding, Michael Holm, Vader Abraham, The Bellamy Brothers, Abba, Daniel Boone, Bernd Clüver und Udo Jürgens.

Sie alle traten zum Playback auf, rund um die Bühne hockte oder stand das Publikum, staunte, träumte und klatschte mehr oder weniger rhythmisch mit. Ilja Richter´s berühmtester Satz war wohl „Licht aus – Spot an“, dann, wenn er einen Gewinner oder eine Gewinnerin eines Preisrätsels des Vormonats, dessen Lösung noch per Postkarte eingereicht werden musste, im Studio begrüßte. Richter selbst präsentierte zwischen einigen musikalischen Darbietungen eigene Sketche. Diese waren manchmal lustig, manchmal etwas zäh.

Einige Acts konnten, oft aus Zeit-und Kostengründen, nicht für einen Auftritt im Studio gewonnen werden, so dass Filmeinspieler zum Einsatz kamen, Frühformen von späteren Musikvideos. „Mull Of Kintyre“ ein Super-Hit von den von Paul McCartney angeführten Wings war 1977 ein Beispiel dafür.

Zu den sehr regelmäßigen Studio-Gästen zählten Abba in den Jahren 1976 und 1977 mit damaligen Hits wie "Dancing Queen", "Mama Mia", "Knowing Me, Knowing You" oder "Fernando". Zu letzterem gab es ebenfalls einen Filmeinspieler.

Nun sind gut 45 Jahre nach der ersten „disco“-Sendung vergangenen, da legt Sony Music ein drei CDs umfassendes Jubiläums-Box-Set auf. Das Ganze ist auch als digitaler Download erhältlich. Insgesamt 60 ausgewählte Songs der „disco“-Ära sind darauf zu finden, teilweise in so genannten Alternate Versionen wie „Rivers Of Babylon“ von Boney M.

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