Bildrechte: David Neumeier

Elektrisierende Show: Blackout Problems spielten in Hannover im LUX.

Wenn eine begnadete Live-Band in Höchstform ist

Blackout Problems mit energiegeladenem Konzert im LUX

19. März 2016, Von: David Neumeier, Foto(s): David Neumeier

Blackout Problems spielten gestern Abend im sehr gut besuchten Lindener Club LUX. Dabei sorgten sie durch ihre elektrisierende Bühnenperformance für eine solch ausgelassene Stimmung, dass die Frage, warum diese Band noch nicht viel größere Konzerthallen füllt, schlicht mit gesundem Menschenverstand nicht zu beantworten ist. Für ihre mitreißenden Shows sind sie seit langem bekannt. Mit dem aktuellen, überaus gelungenen Album im Gepäck hoben sie ihren Ruf auf ein ganz neues Level.

Alternative-Rock? Indie-Rock? Gitarrenmusik mit Pop-Anleihen, ohne wirklich Pop zu sein? Im Vorfeld des Konzerts am Freitagabend machen es die Jungs von Blackout Problems abseits unnötiger Genre-Haarspaltereien ganz einfach: „Wir machen ehrliche Rockmusik.“

Sympathisch sind sie im Gespräch, sympathisch sind sie auf der Bühne, nahbar, bereit alles zu geben und den Zuschauern „auch wirklich viel für ihr Geld zu bieten“. Von Anfang an macht sich genau das bemerkbar, was sich bereits lange für diejenigen angedeutet hat, die die musikalische Reise der Münchner schon etwas länger verfolgen: Sie sind angekommen.

Immerhin existiert das Trio aus Mario Radetzky (Gesang und Gitarre), Marcus Schwarzbach (Gesang und Bass) und Michael Dreilich (Schlagzeug) seit 2008 und ließ in den bisherigen Veröffentlichungen immer wieder viel Potential aufblitzen, was mit zahlreichen Festivalauftritten und Supportshows für Acts wie Emil Bulls und Heisskalt belohnt wurde.

Heute spielen sie jedoch im Rahmen ihrer eigenen Tour und stehen selbst im Mittelpunkt. „Wir genießen das sehr, weil wir jeden Abend eineinhalb Stunden spielen und uns wirklich Zeit lassen können. Und so können wir einfach unser ganzes Album durchzocken“, so Sänger Mario.

Sehr gute Songs grandios live umgesetzt

„Holy“ heißt die Platte, die kürzlich veröffentlicht wurde und die Blackout Problems auf voller Albumlänge durchgehend in sehr gutem Licht dastehen lässt. Die Kombination aus den einerseits neuen, absolut gelungenen Songs und den andererseits altbekannten Live-Fähigkeiten der Band verspricht vor Beginn des Konzerts so Einiges und weckt hohe Erwartungen, die dann allerdings problemlos übertroffen werden.

Es ist an diesem Abend so ziemlich alles dabei. Eine selten gute Akustik, so dass auch die Texte zu verstehen sind. Laute Chorgesänge seitens des Publikums. Gitarren- und Schlagzeugspiel, das in der Menge immer wieder elektrisierende Schübe reinster Euphorie auslöst. Schweißtreibend ist es, der Frontmann will, „dass bei jedem von euch am Ende die Hände aussehen, als ob ihr viel zu lange in der Badewanne gelegen hättet“. Gut möglich, dass sein Wunsch in Erfüllung ging.

Zwei Mädels wollen gerne zur Band auf die Bühne. Das sei jedoch unfair für den Rest des Publikums, so die Band. Also zieht sie kurzerhand samt Instrumenten in die Mitte der Tanzfläche des LUX um. „So können wir uns alle ganz nah sein und zusammen abfeiern.“ Auch sonst treibt sich Mario ganz gerne mal irgendwo zwischen den Konzertbesuchern rum, die stets aufpassen müssen, dass sie sich nicht in seinem Mikrofonkabel verheddern, oder den Moment verpassen, ihm beim Crowdsurfen behilflich zu sein. Die von der Decke hängende Diskokugel bekommt auf diesem Wege noch einen Abschiedskuss, bevor das kurzweilige, immer wieder von neuem angeheizte Konzert zu Ende ist.

Nach diesem Abend müsste es doch eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Blackout Problems die Anerkennung und die Reichweite bekommen, die sie verdienen. Die schweißnassen, aber freudestrahlenden Gesichter der Besucher zeugen davon, dass diese Band all das hat, was man sich als Musikfan wünschen kann. Wie sie es jedoch jeden Abend schafft, eine solche Performance hinzulegen, das bleibt ein Rätsel.

INFO-BOX

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externer Link www.blackoutproblems.com

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