Bildrechte: Tobias Lehmann

GrinReaper um Frontmann Schädel, hier beim Sixpack-Bandcontest letzten Dezember im MusikZentrum, sorgten auch beim Emergenza-Vorrundenkonzert im Mephisto für eine spektakuläre Show.

Likörspritzen und Bühnenzauber

GrinReaper überraschen bei Emergenza im Mephisto

06. Februar 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Tobias Lehmann

Ein gut gefülltes Mephisto und sieben unterschiedliche Bands. Es war das zweite Vorrunden-Konzert der Hannover-Ausgabe des diesjährigen Emergenza-Bandfestivals gestern Abend im Faust-Club. Qualitativ dieses Mal auf eher mäßigem Niveau, von der Stimmung dagegen zeitweilig auf erhöhtem Pegel. Während sich die Metaller von Hirym vor besonders lautstarken und feierwütigen Fans ins Semifinale spielten, sorgten GrinReaper mit ihrer extravaganten Show für den absoluten Höhepunkt in Sachen Entertainment. Vier Bands wird man im Frühjahr im MusikZentrum bei einem der Semifinal-Konzerte wiedersehen und –hören.

Der gestrige Freitagabend startete zunächst gemütlich. Die gestandenen Rocker von D-Wall eröffnen das Billing und schaffen es –trotz des Opener-Slots- am Ende in die nächste Runde. Die sehr junge Alternative-Pop-Rock-Band The Conquerors sammelt mit diesem Gig sicher wertvolle Auftrittserfahrungen und covert mit „Irgendwo, Irgendwie, Irgendwann“ einen gern und oft fremdinterpretierten Titel von Nena.

Better Than sorgen daraufhin mit ihrem flotten Folk Pop zeitweilig für kräftige Stimmung. Schon beim ersten Song schnellen die Hände zum rhythmischen Mitkatschen in die Höhe. Jay Wad, eine Band mit sehr gestandenen Musikern kontrastieren das Ganze mit einem vergleichsweise ruhigen, von ansprechenden Kompositionen geprägten, entspannten Folk-Rock-Set mit teilweise leicht an Progressive-Rockbands erinnernden Elementen wie intensiven Gitarrensoli.

Es riecht hier sehr männlich

Im Anschluss an die Entspannung folgen Kraft und Härte. Dafür sorgen Hirym mit rüdem, wie ruppigem Metal, heftig abgefeiert von ihren zahlreichen Fans, die des Öfteren zu lautstarken Hirym-Sprechchören ansetzen. Die Band agiert schweißtreibend. „Es riecht hier sehr männlich“, bemerkt Moderatorin Sabrina im Anschluss auf der Bühne.

Bis hierhin schaffte es kaum eine Band vollends zu überzeugen, darüber darf auch der Applaus und Jubel von Fans nicht hinwegtäuschen. Einigen Bands merkte man Unerfahrenheit, Unsicherheit oder mangelnde Fertigkeiten an. Für einige Akteure lagen auf der Spielfläche des Clubs scheinbar unsichtbare Stolpersteine. Da rumpelte es schon spürbar, Gesänge und Zusammenspiel stellenweise unsauber .

Der Spaß am gemeinsamen Tun auf der Bühne und mit Freunden und Fans einen netten Abend zu verbringen, steht für viele heute offenbar im Vordergrund. Sei es drum, es ist zumindest am heutigen Abend kein professionelles Konzert, sondern eine kurze Auftrittsgelegenheit für jüngere und ältere Amateur- und Hobby-Musiker, die manchmal unter Zeitdruck oder räumlich-technisch nicht ganz optimalen Möglichkeiten spielen und das kann erfahrungsgemäß eine schwierige Herausforderung sein.

Bühnenzauber und Pfefferminzinjektionen von GrinReaper

Wirklich spektakulär, originell und von hohem Unterhaltungswert geprägt, ist die Show der hannoverschen Band GrinReaper. Ihr satirischer Vortrag, musikalisch eine Mischung aus Elektro und Metal, verbunden mit Bühnenzauber, Deko, Lichtgewitter, Konfetti, kleinen Pyroelementen, und Mummenschanz kommt an und nennt sich Mixed Musical Arts. Mit voller Berechtigung möchte man meinen, denn der musikalisch-optische Trubel überrascht auch langgediente Konzertbesucher. Man blickt in viele lachende Gesichter.

Als eine Art besonderes Leckerli reicht eine junge Dame, vom Erscheinungsbild irgendwo im Spannungsfeld zwischen Bar-Dame und Krankenschwester, dann noch aufgezogene Injektionsspritzen mit Pfefferminzlikör den Anwesenden vor der Bühne an. Niveauvoll auf einem Tablett. Man greift zu und spritzt sich den Inhalt in den Rachen. Im Ergebnis: erfrischend.

Zum Abschluss gibt es ein Alternative-Rock-Brett der Band Boston Rain. Da nimmt man komplexes Riffing und viel Energie wahr. Dass der Leadgitarrist im letzten Song noch ein schwindelerregend schnelles, wie filigranes Gitarrensolo vom Stapel lässt, während die Band insgesamt mit Melodie und Druck nach vorn prescht, lässt aufhorchen und setzt dann noch einen dicken Punkt zum Abschluss des Abends.

Neben D-Wall haben sich nach Publikumshandzeichen und Jury-Bewertung GrinReaper, Better Than und Hirym für das Emergenza-Semifinale im MusikZentrum qualifiziert.

Drittes Vorrundenkonzert hochverlegt

Insgesamt nimmt Emergenza in Hannover aktuell an Fahrt auf. Das Interesse von Bands, in diesem Jahr hier teilzunehmen, ist im 20. Jahr des weltweit ausgetragenen Bandcontests recht stark. Ebenso das Interesse an Fans und Publikum, dabei zu sein. Das dritte Vorrundenkonzert am heutigen Samstagabend im Kulturzentrum Faust, muss sogar vom Mephisto in die 60er- Jahre- Halle hochverlegt werden. Mehrere Hundert Karten gingen im Vorverkauf weg. Es sind noch Tickets an Abendkasse erhältlich.

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externer Link www.emergenza.net
externer Link www.kulturzentrum-faust.de

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