Bildrechte: Hanna Rühaak

Zwischen Kunst und Wahnsinn: The-Hirsche-Effekt-Gitarrist Nils Wittrock beim Unter-Hirschen-Festival im MusikZentrum.

Der schmale Grat zwischen Kunst und Wahnsinn

Vier Bands abseits des Mainstream im MusikZentrum

01. Februar 2016, Von: Hanna Rühaak, Foto(s): Hanna Rühaak

Heimspiel für The Hirsch Effekt: Die hannoversche Artcoreband lädt als Headliner des Unter Hirschen Festivals am vergangenen Samstag ins MusikZentrum. Als musikalische Unterstützung hat das Trio The Intersphere, Dampfmaschine und The Aqualung eingeladen, die allesamt in einer in manchen Bereichen sehr gut gefüllten Location spielten.

Bereits im Vorfeld wurde angekündigt: „Früh rumkommen lohnt sich!“ Denn The Aqualung aus Osnabrück starten pünktlich um 19.00 Uhr in den Abend. Bereits jetzt ist das MusikZentrum im unteren Raum gut gefüllt, der obere Rang bleibt heute geschlossen. In blaues Licht getaucht präsentieren sich die vier Herren als starke Musiker und das Publikum starrt gebannt auf die Bühne, lauscht den Post Rock-Klängen der Band und spendet viel Applaus.

Für´s Auge und für´s Ohr

Etwas skurril, aber dennoch sehr sympathisch zeigt sich Dampfmaschine, die zweite Band des Abends. Der Vierer ist ebenfalls in Osnabrück beheimatet und pausierte eigentlich seit dem plötzlichen Tod ihres Gitarristen Fitten Anfang 2014. Doch für dieses Jahr stehen wieder ein paar einzelne Shows an – so auch heute im MusikZentrum. „Ich will euch ja nicht in eurem Winterschlaf stören... aber es ist so ruhig!“, merkt Sänger Siggy Rock an. Und tatsächlich: Das Publikum scheint sich erst noch warm laufen zu müssen. Spätestens, als er sich wie üblich sein T-Shirt mit den Worten „Nicht vergessen, Dampfmaschine ist was für´s Auge!“ über den Kopf zieht, scheint er das Publikum vollends auf seine Seite ziehen und es aus dem Winterschlaf holen zu können.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Hanna Rühaak
Bereits während der Umbaupause füllen sich die ersten Reihen merklich. Kein Wunder: Als dritte Band im Bunde steht The Intersphere auf dem Plan. 2014 spielten die Mannheimer noch auf dem Fährmannsfest in Hannover, mittlerweile nimmt die Band immer mehr und mehr an Popularität zu. Das merkt man auch im Publikum, das sich textsicher und feierfreudig zeigt.

Für die Stilrichtung der Band eher ungewöhnlich, fangen die Besucher zum letzten Song der Band an zu pogen. Ein überraschender Anblick, bei dem es aber scheinbar zur Sache geht, denn bereits nach wenigen Sekunden bahnt sich ein Besucher, sich die Nase haltend, seinen Weg Richtung Toiletten.

“Ein weiterer Beweis: Aus Hannover kommt nur Scheiße“

„Eine Band aus Hannover. Nein, nicht die Scorpions. (…) Hier sind The Hirsch Effekt aus Hannover. (…) Ein weiterer Beweis: Aus Hannover kommt nur Scheiße“, ertönt ein Intro, während sich The Hirsch Effekt auf ihren Auftritt vorbereiten. Was dann folgt, ist ein starkes Kontrastprogramm zu The Intersphere.

Der Grat zwischen Kunst und Wahnsinn ist bekanntlich sehr schmal, vermutlich läuft beides sogar in den meisten Fällen Hand in Hand. Auch The Hirsch Effekt wandeln, wie bereits auf ihren Tonträgern – unter anderem dem neuesten Werk „Holon:Agnosie“ - zu hören, ebenfalls haarscharf an beiden Abgründen entlang. Dennoch: Das Trio besteht aus starken Musikern und bietet eine energievolle Show.

Frontmann Nils wirbelt über die Bühne, unterstützt die wilden Melodien mit theatralischem Gesang und bühnenreifer Mimik. Den Besuchern scheint es zu gefallen: Es wird getanzt und mitgewippt, sofern man den preschenden Melodien folgen kann und durch die starke Strobo während der ersten Songs nicht die Orientierung verliert.

Auf Dauer ist es schon teilweise schwierig, der Musik aufmerksam und konzentriert zu folgen, denn die durchwobenen und ungewöhnlichen Strukturen der Songs verlangen dem Hörer einiges ab. Da muss man zwischendurch auch mal raus, um „kurz frische Luft zu schnappen“, wie ein junger Man aus dem Publikum verlauten lässt.

Bereits zu Beginn versprach der Abend, ein guter zu werden. Und diese Vermutung wurde mit den letzten Klängen von The Hirsch Effekt bestätigt, die gleichzeitig auch das diesjährige Unter Hirsche Festival beenden.

INFO-BOX

Links
externer Link -

Tools
Drucken Artikel drucken (PDF) Versenden Artikel versenden An Redaktion E-Mail an Redaktion


Ähnliche Artikel

, Foto(s): Promo/Pressefreigabe

Live-Musik kostenlos genießen

The Aqualung im Juli im Café Glocksee

24.05.2016, Von: Redaktion, Foto(s): Promo/Pressefreigabe

 


, Foto(s): Ilkay Karakurt

Die Überraschungsband zurück in Hannover

Blackout Problems debütieren mit „Holy“

10.02.2016, Von: Redaktion, Foto(s): Ilkay Karakurt

 


, Foto(s): Promo-/Pressefreigabe

The Aqualung in Hannover bald unter Hirschen

Alternative-Rock-Band findet immer mehr Beachtung

16.12.2015, Von: Redaktion, Foto(s): Promo-/Pressefreigabe

 


, Foto(s): Donni Bella Luna

Netze weiter spinnen

I Think I Spider Festival erstmals auch in Hamburg

16.10.2015, Von: Redaktion, Foto(s): Donni Bella Luna

 


, Foto(s): Promo-/Pressefreigabe

Dr. Jekyll trifft auf Mr. Hyde

Heute fünf neue CD-Besprechungen

17.04.2015, Von: Redaktion, Foto(s): Promo-/Pressefreigabe

 




Zur Startseite