Bildrechte: tipiPICS by Torsten Gadegast

C For Caroline eröffneten das Die Fette Caroline Kann Fliegen-Traditonskonzert im Kulturzentrum Faust und sorgten früh für gute Stimmung.

Leistung statt Kult

Starke Momente bei Traditionskonzert in der Faust

19. Dezember 2015, Von: Andreas Haug, Foto(s): tipiPICS by Torsten Gadegast

Zum achten Mal Die Fette Caroline Kann Fliegen in der Faust. Das war in einer abermals sehr ordentlich bis gut gefüllten 60er-Jahre-Halle das traditionelle Jahresabschlusskonzert von Fat Belly, C For Caroline und Ich Kann Fliegen. Es war ähnlich, wie in den Jahren zuvor, aber doch anders. Statt auf Kult, gelebte und auf der Bühne zur Schau gestellte Community- Kumpeligkeit und gemischte Spaß- Sessions zu bauen, setzten die drei Bands dieses Mal im Vordergund auf Leistung und spielten echte Konzerte. Besonders der Auftritt von Ich Kann Fliegen überraschte.

C For Caroline machen pünktlich um 20 Uhr den Anfang. Wenn es keine außerhalb des engsten Bandfreundeskreis nominierte Opener-Band gab, war das bisher immer so und so ist es auch heute. Mit ihrem neuen Bassisten Julien, der sich nahtlos in die Band eingefügt zu haben scheint, geben C For Caroline heute in dieser Besetzung ihre Live-Premiere, die als gelungen bezeichnet werden kann.

Gut gelaunt spielt die Band motiviert ihren fröhlichen, melodiösen Punk-Pop und schaut auch mal in Genres wie Reggae-Pop hinein. Ein Hit von Inner Circle, stellenweise angepunkt interpretiert, sorgt für Frühlings-und Sommerflair und das mitten im Dezember. Es ist zu diesem frühen Zeitpunkt schon ordentlich was los in der 60er-Jahre-Halle und der Applaus und Jubel laut.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): tipiPICS by Torsten Gadegast
Ich Kann Fliegen treten mit ihrem brandneuen, zweiten Album „Alles flimmert“ an und präsentieren sich als Band, die eine Art markanten Relaunch-Prozess vollzogen hat. Alle Musiker sind in Schwarz gekleidet, die Spielfreude steht allen ins Gesicht geschrieben. Man geht betont hart und rockig an den Start und es wirkt, als würden sich die mittlerweile gestandenen Musiker hier mal ordentlich freispielen.

Ein sehr starker Gig, ein Heimspiel wie eine Art Brustlöser nach Jahren, in denen die Band vielmehr nach Grundsätzen potenzieller Vermarktbarkeit agierte, statt einfach nur Musik zu machen und dem eigenen Instinkt zu vertrauen. Kein Vergleich zu dem leicht nebulös positionierten Best-Of-Misch-Masch-Auftritt im Sommer letzten Jahres auf dem Fährmannsfest. Es gibt viele neue Songs wie „The Feeling“, „Pinguin“, „Kopf in den Wolken“, „Guter Mensch“ oder „Zukunft, Angst Forever“ . Viele im Publikum erweisen sich schon als textsicher und singen mit.

Wie ein Uhrwerk

Ich Kann Fliegen sind augenscheinlich nicht mehr nur die Band für sehr junge Damen im jugendlichen Alter, es sind einige reifere und ältere Rockfans in der Halle, die begeistert mitgehen. Musik, Songs und Inhalte, die mitunter generationenübergreifend ankommen. Das hat hier Hirn, Herz, Bauch und Eier, was Ich Kann Fliegen an neuem Material spielen. Schlagzeuger Bill wird heute wieder einmal von Danny T. vertreten. Von den langjährig populären Titeln haben es Songs wie „Achtung, Traumwelt!“ und „Abenteuer“ auf die Setlist geschafft, „Mich kann nur Liebe retten“, die einstige Charts-Single, fehlt heute Abend.

Fat Belly bilden den Abschluss eines runden Dreierpacks. Die Melodic-Punk-Rocker laufen rund wie ein Uhrwerk und geben sich als verlässliche Band. Es gibt dieses Mal auch weniger bekanntes, neues Material zu hören. Sänger Benny nimmt in der ihm eigenen charmanten Art auch Besucher seitlich und in einiger Entfernung der Bühne wahr und grüßt freundlich. Von Ich Kann Fliegen covern Fat Belly „Immer weiter“, erwartungsgemäß in Punk-Rock-Manier.

Das hat wiederum Tradion und gehört zum selbst auferlegten Pflichtablauf. Diesen Song hatten Ich Kann Fliegen zuvor nicht im Programm. Zufall oder Absprache? Zu älteren Songs wie „Dear Irene“ steigt der frühere Gitarrist Tobias „Ebbe“ Hoffmann ein und zu bekannten Tracks wie „Los Strangeles“ wird in gewohnter Manier vor der Bühne gefeiert. Fat Belly ist die Band, die die Traditionsfahne am höchsten hängt, musikalisch-künstlerisch immer noch auf einem guten Level, auch wenn am Ende keine wirklich neuen Akzente mehr gesetzt werden.

Vielmehr bewegt sich die Band auf einem eng abgesteckten Melodic-Punk-Pop-Rock-Feld. Das funktioniert und da fühlen sich offensichtlich alle sicher, Band und Publikum gleichermaßen. Nichts wirklich Neues oder gar Innovatives, sondern vertraut klingende, eingängige und korrekt gespielte Songs, die den Musikern und den Leuten vor der Bühne gefallen und Spaß bereiten. Mehr muss es oftmals gar nicht sein.

Artikel aktualisiert - 19.12.2015, 11.20 Uhr

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externer Link www.fatbelly.de
externer Link ichkannfliegen.de
externer Link www.cforcaroline.de
externer Link www.kulturzentrum-faust.de

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