Bildrechte: Torsten Gadegast / tipiPICS

Track Down Tracy ist eine der Bands, die ins Emergenza-Semifinale eingezogen sind.

Vorfahrt für Rock und Metal

Emergenza in Hannover startete im Mephisto

07. Dezember 2015, Von: Andreas Haug, Foto(s): Torsten Gadegast / tipiPICS

Der weltgrößte Wettbewerb für Newcomerbands –das Emergenza-Festival- startete am vergangenen Freitag seine neue Hannover-Ausgabe mit der ersten Vorrunde im Mephisto des Kulturzentrums Faust. Acht Bands, davon sechs aus Hannover, eine aus Braunschweig und eine aus Goslar traten vor über den gesamten Abend verteilt mehr als 150 Besuchern auf. Stilistisch dominierten dabei eindeutig Rock und Metal. Am Ende zogen Fortress Falls, Track Down Tracy, Kyonic und NoMesa in das Seminfale ein, das für April im MusikZentrum terminiert ist.

Es ist ein entspannter, über weite Teile gemütlicher Abend im ebenso gefüllten Mephisto. Während nebendran in der 60er-Jahre-Halle Bands wie Rantanplan und Wisecräcker zu einem Ska-Paket angekündigt sind, teilen sich im kleinen Faust-Club Mephisto überwiegend lokale Rock-und Metalbands die Bühne. Das Publikum verhält sich höflich und applaudiert freundlich, die Bands haben auf den Brettern zum Teil sehr großen Spaß.

Eine weitere Gelegenheit, Auftritte zu spielen, neue Bands, Mitmusiker und –musikerinnen kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen oder einfach nur einen netten Abend zu haben, das bietet Emergenza auch in der neuen Saison jungen, zum Teil noch unerfahrenen Bands, die am Anfang stehen. Aber nicht nur das: Auch erfahrene und sehr versierte Musiker kann man hier heute Abend sehen und hören.

Ein Emergenza-Hannover-Klassiker ist mittlerweile die Band La Puta Cantina, die seit Jahren dabei ist, heute mit einem aufgeweckten Rockset den Abend eröffnet und dabei auch „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten covert. Shot Dog ist ein junges Trio aus Hannover, das sich britischem Rock und Punk mit seventies-touch hingibt. Ein solider Start vor noch überschaubarer Kulisse.

Nun sei der kuschelige Abend vorbei, kündigt Moderator David an und verweist auf die nun folgenden vier Metalbands. Dreimal Hannover, einmal Braunschweig.

Mit Sirene und Bassistin

Fortress Falls fallen nicht nur mit ihren grauen Anzügen auf, sondern vor allem mit ihrem gekonnten und originellen Mix aus modernem Rock und Metal. Sängerin und Frontfrau Romie präsentiert sich temperamentvoll und stimmgewaltig. Eine talentierte Band, die in der Szene wohl noch was bewegen könnte. Das Mephisto füllt sich.

Kraftstrotzender Grove-Metal im Anschluss von Track Down Tracy. Hier gibt es nun richtig Druck von der Bühne. Bei den Musikern erblickt man Themenshirts wie von Black Sabbath oder dem Vainstream Rockfest. Bemerkenswert, dass die Jeans-Weste von Sänger Cookie auf der Rückseite ein akkurat platzierter Sticker von Johnny Cash ziert.

In eine ähnliche Kerbe hauen dann NoMesa, wenn auch nicht ganz so druckvoll und quirlig von der Bühnenperfomance wie die Kollegen von Track Down Tracy. Hier kommt zum Intro eine Sirene zum Einsatz, die auch zum Abschluss der Show nochmal angekurbelt wird. NoMesa mischen Alternative-Rock, Crossover und Metal, am Bass agiert mit Alex eine Frau. Nachdem sich Sänger Tjark bei einem Song mehr oder weniger nachhaltig die Seele aus dem Leib gerotzt hat, bemerkt mit augenscheinlich tiefer Zufriedenheit: „Das tat gut, das muss mal gesagt werden“ und nimmt einen kräftigen und wohl auch verdienten Schluck aus seiner Mineralwasserflasche.

Bei den hochmotivierten Progressive-Metallern von Kyonic aus Braunschweig wird es frickelig. Gleich zwei Leadgitarristen jagen mitunter schwindelerregende Soli über ihre Griffbretter, der nachfolgende Gig von Solalá öffnet die Tür in Richtung spaßiger NDW-Pop-Rock. Volles Kontrastprogramm zum Metalblock des Abends. Für die junge Band in Anzügen ist es eine wertvolle Auftrittserfahrung, sie setzen Akzente in Richtung Stimmung, Spaß und gute Laune und erreichen damit auch den ein oder anderen Besucher, respektive Besucherin. Textzeilen wie „Es wird wieder Sommer, hey, hey, hey…“ fliegen durch den Raum.

Zum Abschluss gibt es nochmal Hardrock von der aus Goslar angereisten Band Tilt! Die Jungs, gleich mit zwei Sängern angetreten, haben augenscheinlich jede Menge Spaß. Rein optisch wirkt die Band eher unauffällig, lässt aber musikalisch einiges raus und auch hier gibt es einige Gitarrensoli.

Pünktlich wie die Maurer begibt sich Moderator zur vorab angekündigten Zeit um 22.40 Uhr auf die Bühne und verliest die nach Publikumsstimmen vorn platzierten Bands, die in das Emergenza-Hannover-Semifinale im April ins MusikZentrum einrücken: Fortress Falls, Track Down Tracy, Kyonic und NoMesa.

Der Metalblock hat sich heute Abend durchgesetzt und das dürfte einigen gefallen.

Die nächsten Emergenza-Hannover-Vorrundentermine sind am 5. und 6. Februar 2016, ebenfalls im Mephisto.

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Links
externer Link www.emergenza.net
externer Link www.kulturzentrum-faust.de

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