Bildrechte: Constantin Rimpel

Bluesiger Psychedelic-Hardrock mit Graveyard im Capitol.

Langeweile contra Begeisterung

Graveyard, wie aus der Zeit gefallen, im Capitol

27. Oktober 2015, Von: Andreas Haug, Foto(s): Constantin Rimpel

Ein Konzert, das viele begeisterte und manche langweilte. Graveyard traten am gestrigen Montagabend vor gut 700 Besuchern im Capitol auf und stießen das Publikum musikalisch zurück in eine Zeit, die man irgendwo zwischen 1968 und 1972 einordnen könnte. Imperial State Electric, die den Abend eröffneten, lieferten einen soliden bis spritzigen Rock´n Roll-Gig ab, der weder spürbare Akzente setzte, noch enttäuschte.

Es ist ein Konzert, bei dem sich die selbst ernannten Experten vortrefflich ausstauschen können, über ein jüngeres Publikum sprechen, das mit Graveyard eine Band feiert, die ganz tief in der Vergangenheit des Hard-/Psychedelic-/Blus-Rock rührt, wie man ihn vor deutlich mehr als 40 Jahren spielte.

Der heutige Konzertabend im Capitol ist einer, auf den der gemeine Konzertbesucher Lust haben muss oder sowieso eingefleischter Fan ist. Die Vorstellung der Rock´n ´Roll-Band Imperial State Electric, die hier und da auch einige dezente Punk-Elemente einbaut, ist in Ordnung, freundlich und frisch vorgetragen. In gewisser Weise ist die 1970er-Jahre-Glamrock- Nachamerei ähnlich kritisch zu beäugen wie der Gig des Headliners, der Band Graveyard.
Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Constantin Rimpel
Ältere Besucher meinen, jeden Riff, jeden Lick und noch viel mehr, schon häufig gehört zu haben. Jüngere wirken vor der Bühne und im Saal unten fast schon enthusiastisch- entrückt, mindestens aber interessiert bis begeistert. Der heutige Abend ist eine Sache der Bereitschaft, sich zu öffnen und möglicherweise einfach nur Spaß zu haben und sich treiben zu lassen.

Beide Bands haben aktuelle Alben dabei, beide Bands kommen aus Schweden und beide Bands legen sich in Hannover vergleichsweise ordentlich ins Zeug.

Während Imperial Electric gut und locker durchhörbaren Gitarren-Punk-Rock´n´Roll gekonnt abliefern, warten Graveyard mit schweren Psychedelic-Hard-Rock-Grooves auf. Gitarrensoli mit Wah-Wah sind erlaubt, wenn nicht sogar erwünscht.

Der Auftritt von Graveyard ist das Gegenstück zu einer modernen, zeitgemäßen Rock-Show. Kaum bis gar keine Ansagen, keine wirkliche Bühnenshow, kein Produktionsspektakel. Hier geht es, ähnlich wie vor mehr als 40 Jahren, rein um die Musik und deren Intensität, um Druck und Ausdruck. Bei Graveyard gibt es keine radiokompatiblen Hits in gängigen Songstruktuen, keine Frontleute und kein Star-Appeal.

Hier geht es um das Ursprüngliche von Rockmusik. Das findet Publikum und hier mehr als Anklang. Das Konzert heute Abend im Capitol wirkt beinahe wie ein Gegenentwurf zu den so genannten Rock-und Megastar- Shows.

Es geht ausschließlich um die Musik, Rockmusik, wie sie in ähnlicher Weise um 1968-1972 gespielt wurde, analog und handgemacht. Die zahlreichen hartgesottenen Fans vor der Bühne geraten schon früh in Wallung, alle anderen brauchen ein paar Minuten, um sich einzulassen. Der Applaus und Jubel ist spürbar und laut. Wen der Reiz dieser Darbietung nicht erreicht, wechselt nebenan ins LUX. Dort spielt eine Band, die wirklich aus alten Rockzeiten kommt: Nazareth.

INFO-BOX

Links
externer Link www.facebook.com/graveyardofficial
externer Link www.imperialstateelectric.se
externer Link www.hannover-concerts.de

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