Bildrechte: Miriam Rosin

Volles Haus beim Hannover-Heimspiel von Rauschenberger im LUX.

Songs für fast Alle

Rauschenberger im prächtig gefüllten LUX

19. Oktober 2015, Von: Andreas Haug, Foto(s): Miriam Rosin

Die Singer-/Songwriter-Pop-Band Rauschenberger aus Hannover hat in den vergangenen Jahren schon einige Höhen und Tiefen im Musikgeschäft erlebt. Vor ihrem Heimspiel in Hannover standen die Vorzeichen für einen erfolgreichen Abend ziemlich gut, bis sich dann Bassist Christoph Dubbel mit Fieber und Schüttelfrost kurzfristig abmelden musste. Binnen nur weniger Stunden wurde am Samstag ein Ersatzbassist engagiert, der sich das komplette Programm fix draufschaffte. Das Ergebnis: Ein bodenständiges, stimmungsvolles Konzert in einem prächtig gefüllten LUX.

Rund 95-99 % aller Bands hätten in so einem Fall mit ziemlicher Sicherheit das Konzert abgesagt. Direkt nach dem Tourstart von Rauschenberger am vergangenen Freitag in Göttingen, erkrankte Bassist Christoph Dubbel. Fieber und Schüttelfrost machten einen Auftritt am Samstagabend im LUX in Hannover unmöglich. Das fast Unmögliche wurde aber letztlich doch noch möglich gemacht.

Morgens erhielt der frühere Matthew-Graye-Bassist Jonas Krischke ein paar Lead-Sheets von den Songs der Konzertsetlist und schaffte sich das komplette Programm im Laufe des Tages mit Hilfe der drei Studioalben drauf, so dass Rauschenberger am Abend das Konzert im LUX spielen konnten. Eigentlich arbeitet Jonas derzeit in Hamburg im Musical-Umfeld bei Produktionen von Komponist Andrew Lloyd Webber, spielt unter anderem Keyboards bei „König der Löwen“.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Miriam Rosin
Heute im LUX bildet er gemeinsam mit Schlagzeuger Marius Lürig eine sichere Groove- Basis für die Band, die von Sänger und Namensgeber Daniel Rauschenberger und Gitarrist Lars Ehrhardt angeführt wird.

Beide vermitteln sich locker und gut gelaunt. Der Legende nach hätten sie sich 2008 beim Popkurs in Hamburg kennengelernt. Daniel hätte Lars gebeten, ihm beim Tragen seines Verstärkers zu helfen, erfährt das sehr zahlreich erschienene Publikum im LUX. Es ist nicht die einzige Anekdote eines runden und stimmungsvollen Konzertabends.

Rauschenberger spielen einen gelungenen Mix von Songs aus ihren bis dato erschienenen drei Alben. Das aktuelle, „Wir sind alle“ sei ganz frisch nun auch als 180-Gramm-Vinyl-Schallplatte erhältlich, kündigt Daniel freudestrahlend an und bedankt sich bei den Besuchern mehrfach für ihr Erscheinen und die Unterstützung. Das LUX wippt und singt mit zu Songs wie „Erster Tag“ oder „Hannover, nicht Hollywood“ und applaudiert besonders lautstark bei „Alles fließt“, das mit einem großartigen, von kraftvoll-perlendem Gitarrenspiel getragenen Finale beeindruckt.

Daniel Rauschenberger ist der sympathische, charmante Sänger, der mit dem Publikum umzugehen weiß. Er fordert locker zum Mitsingen auf, was umgehend funktioniert. Man merkt ihm und der Band die langjährige Erfahrung auch auf großen Bühnen an, wo man im Vorprogramm von Acts wie Silly, Johannes Oerding oder Revolverheld des Öfteren spielte.

Geerdete Band

Bei der eigenen Headliner-Show im LUX funktioniert die Interaktion mit langjährigen und neuen Fans ausgezeichnet, ohne dass die Veranstaltung hier in ein perfektes, glattes und inszeniert wirkendes Pop-Konzert abgleitet. Rauschenberger und allen voran ihr Frontmann sind eine geerdete Band.

Neben der Musik plaudert Daniel heute auch mal aus dem Nähkästchen, von offensichtlich nachhaltig wirkenden Eindrücken eines TV-Auftritts im ZDF-Fernsehgarten, wo man festgestellt hat, dass die dort ebenfalls mitwirkende Schlagersängerin Stefanie Hertel ihr Einsingen mit Songs der Red Hot Chili Peppers vollzogen hat. Der Hinweis, dass es sich am Ende um einen Vollplayback-Auftritt aller Akteure gehandelt hat, sorgt für viele Lacher im LUX.

Wer Rauschenberger heute zum ersten Mal live hört und sieht, betont in Gesprächen am Rand des Konzerts die sehr guten Songtexte. Auch wenn Daniel Rauschenberger seine Lieder nach Eigendarstellung aus seiner Generation heraus schreibt, muss man sich nicht unbedingt in den Dreißigern befinden, um die Songs zu fühlen. Die passen größtenteils auch für ein vom Lebensalter noch reiferes oder auch jüngeres Publikum. Es sind auch vereinzelt Besucher in den Zwanzigern, Vierzigern, Fünfzigern und sogar Sechzigern im Club und zeigen Aufmerksamkeit und Reaktionen.

Nach dem regulären Set lassen sich Rauschenberger nicht lange zu einer Zugabe bitten. Trotz der sehr guten Stimmung mimen die Musiker hier beim Hannover-Heimspiel nicht die Pop-Stars, sondern bedanken sich mit Respekt und angenehmer Zurückhaltung.

„Wir sind alle“, der Titelsong des neuen Albums, ist dann die zweite und zugleich letzte Zugabe eines gelungenen Konzertabends. Am Merchandise-Stand herrscht nun ordentlich Betrieb und dort geht auch die ein oder andere Vinyl-Schallplatte über den Tisch. „Es war super“, antwortet Daniel Rauschenberger auf die Frage, wie für ihn die Show verlaufen sei. Ein gutes Gefühl nach einem Konzert, was will man einem Künstler mehr wünschen?

INFO-BOX

Links
externer Link www.rauschenberger-musik.de
externer Link www.livingconcerts.de
externer Link www.lux-linden.de

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