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Das Fährmannsfest bot auch Unvkonventionelles, wie etwa den Auftritt der Band Das Neue Nichts am letzten Sonntag auf der Kulturbühne.

Spannende Entdeckungen auf dem Fährmannsfest

Programm abseits der Headliner-Shows überzeugte

04. August 2015, Von: David Neumeier, Foto(s): Promo-/Pressefreigabe

Bestes Sommerwetter, hochkarätige Bands auf den Bühnen und gute Stimmung beim Publikum – das Fährmannsfest am vergangenen Wochenende hatte einiges zu bieten und sorgte für drei schöne Tage in gemütlicher Atmosphäre. Doch auch abseits der bekannten Headliner wie Triggerfinger, Mr. Irish Bastard, The Adicts, Young Rebel Set oder The Petebox gab es spannende, teils ungewöhnliche Acts zu entdecken.

Wer sich auch in den Nachmittagsstunden schon vor die Musikbühne begab oder sich nichtsahnend vor die Kulturbühne in den Biergarten setzte, der wurde oft mit besonders engagierten oder auch unkonventionellen Auftritten belohnt. Am Freitag eröffnete die New Wave-/Postrock-Band Driven by Clockwork das Festival. Für die Hannoveraner war dies jedoch keineswegs eine undankbare Aufgabe: „Wir sind froh, dass wir gespielt haben, auch zu dieser Uhrzeit. Man darf ja nicht größenwahnsinnig denken. Und wenn es dann ein paar Leute gibt, die auf uns zukommen und denen es gefallen hat, dann ist das für uns total super.“

Weil das Fährmannsfest liberal und offen ist und die Besucher einfach ein paar schöne Tage haben wollen, fühlten sich auch Bands aus Braunschweig wie die Indie-Rock-Formation The Esprits gut aufgehoben. „Wir haben ja sogar mal den Aufstiegssong von Braunschweig geschrieben. Das trägt uns hier aber niemand nach“, so die Band. Sowieso ist The Esprits, deren Markenzeichen grüne Hosenträger sind, die Verbindung mit dem Publikum sehr wichtig: „Die gehören alle zu unserer Gang, der Grüne-Hosenträger-Gang.“

Nahbar: Passepartout auf der Kulturbühne

Besonders nahbar gab sich das siebenköpfige Projekt Passepartout auf der Kulturbühne, was schon beim Vorcheck damit anfing, dass man die Gelegenheit zum Freestyle nutzte. Die Rap-Blues-Soul-Kombo wirkte sehr sympathisch, sorgte für ausgelassene Stimmung und überraschte zwischendurch mit einem sensationellen, abgewandelten Cover von „No Diggity“ und hatte spätestens bei der Freestyle-Zugabe die Menge auf ihrer Seite. „Beim Improvisieren ist man immer aufgeregt, aber kann auch näher an die Menschen rangehen.“

The Secret Sits waren extra aus Köln angereist und spielten ihr komplettes, kürzlich erschienenes Album namens „Growings“. Die Jungs haben sich „bei der Konzeptionierung der Platte viele Gedanken gemacht“, live spielten sie die Songs jedoch in einer anderen Reihenfolge, mischten ruhigere und dynamischere Stücke mehr durcheinander und hinterließen dadurch beim Zuhörer einen ganz anderen Eindruck.Ihr experimentelles Soundbild passte ideal zur nur spärlich beleuchteten Umgebung und erzeugte so einen besonderen Charme.

Am Samstag war die Show von Knallfrosch Elektro ein besonderes Highlight. Da wurde viel gesprungen, mit Konfetti geschossen und einfach der reinste Spaß verkörpert. „Wir hätten auch noch eine Stunde länger spielen können, wir hatten Bock“, so die Band. Das wäre allerdings dem Mann, der nichtsahnend seinen Junggesellenabschied auf dem Gelände feierte und dann von Knallfrosch Elektro auf die Bühne geholt und bei sehr sommerlichen Temperaturen in ein Froschkostüm gesteckt wurde, wohl nicht so gut bekommen. „Wir haben immer ein paar Kostüme für solche Fälle da, das gehört bei uns einfach dazu.“

Während Knallfrosch Elektro schon viel Bühnenerfahrung haben und an ihren Shows im derzeit entstehenden eigenen und selbstgebauten Proberaum feilen können, hatte das Frauen-Trio von Madame Puschkiin ihren ersten Gig im April. Neben jeder Menge Aufregung im Vorfeld überwog jedoch die Vorfreude auf den Auftritt am Samstag auf der Kulturbühne.

Die Hannoveraner hatten sogar auf Facebook eine Art selbstproduzierten Trailer veröffentlicht, bei dem sich ein aus dem Veranstaltungsflyer gebasteltes Papierschiff auf einem blauen Bettlaken im Kreis drehte. „Wir versuchen eben Bezug auf das Event zu nehmen, freuen uns sehr hier zu spielen und haben uns deswegen etwas ausgedacht“, erklärten Madame Puschkiin.

Euphorie, Erleichterung und Glücksgefühle bei Kroner

Der Singer/Songwriter Kroner aus Braunschweig reiste am Sonntag mit Band an, nachdem er in den Tagen zuvor das Releasekonzert zu seiner EP gegeben hatte und auch beim Rocken am Brocken Festival aufgetreten war. Entspannte Musik mit schönen Texten, die von vielen Leuten auf der großen Wiese liegend gehört wurde und den Sonntagnachmittag einläutete. „Das Publikum ist noch nüchtern und kann dann auch auf meine Texte achten. Das ist mir sehr wichtig“, erklärte Martin Kroner, warum ihm sein früher Auftritt so gefiel.

Seine neuen Songs präsentieren zu können, sei für ihn einfach wunderschön gewesen. Mit seiner EP hat der Sänger zum ersten Mal seine Musik ausproduziert. „Euphorie, Erleichterung, Glücksgefühle. Endlich ist man allzeit bereit“, beschrieb er seine Gefühlslage, die sich wohl auch auf das Publikum übertrug, da es einfach Spaß machte Martin Kroner und seiner Band zuzuhören.

Noise, Folk, poetische Text: Das Neue Nichts

Besonders experimentell wurde es dann am frühen Sonntagabend mit Das Neue Nichts auf der Kulturbühne. Tanzbarer Noise und dunkler Folk waren angekündigt. Dabei lag ein Schwerpunkt jedoch auf den poetischen Texten von Toby Hoffmann, der bereits tags zuvor aus Ravensburg angereist war, um beim Poetry Slam aufzutreten. Dementsprechend unkonventionell waren die Worte, die inmitten von schweren Instrumentals an das Publikum gerichtet wurden. „In der Besetzung sind wir noch jung. Jeder Auftritt ist ein kleiner Schritt“, freute sich Hoffmann.

Insgesamt bot das Fährmannsfest eine gute Gelegenheit für kleine, aber spannende Acts sich zu präsentieren. Auf der anderen Seite konnte man sich als Zuschauer abseits der Termine, die man sich vielleicht im Vorfeld ohnehin im Programmheft angekreuzt hatte, von interessanten Auftritten überraschen lassen. Auch diese Mischung trug dazu bei, dass an den drei Tagen im Grunde genommen immer irgendetwas geboten wurde, das lohnenswert war mitzuerleben.

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