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Ganz große Rock´n´Roll-Nummer für 75.000 in Hannover: AC/DC spielten auf dem Messegelände.

Konfetti statt Regen

75.000 Fans feiern bei AC/DC auf dem Messegelände

22. Juni 2015, Von: Hanna Rühaak, Foto(s): Torsten Gadegast | tipiPICS

Fünf Jahre ist es her, dass die australische Rocklegende AC/DC auf dem Messegelände in Hannover zu Gast war. Definitiv ein Grund zur Freude, die sich höchstens dadurch schmälern kann, dass für 17.00 Uhr – also rund eine Stunde vor Beginn der ersten Supportband The Whiskey Foundation – eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 % angekündigt ist. Doch auch der Regen konnte die rund 75.000 Besucher nicht davon abhalten, geduldig vor der Bühne zu warten, anstatt Schutz unter dem großen Pavillon zu suchen. Und als AC/DC diese schließlich betraten, hatte der Wettergott ein Nachsehen mit den Hannoveranern.

Blickt man auf das Konzert von 2010 zurück, konnte man im Vorfeld des gestrigen AC/DC-Konzertes vor allem darauf gespannt sein, ob in diesem Jahr die Rahmenbedingungen verbessert wurden: Damals war der Sound auf dem Messegelände zwar sehr gut, dafür die Sicht für viele Besucher aber ganz und gar nicht. Der Hermesturm versperrte Tausenden den Blick auf die Bühne, die niedrig hängenden Leinwände und zusätzlich aufgebauten Gerüste und Lautsprecher sowie viele Gastronomiestände sorgten ebenfalls für ein sehr eingeschränktes Sichtfeld.

Doch am heutigen Abend sollte jeder Besucher etwas zu sehen bekommen, denn auch auf dem Gelände ganz hinten bei den Essensständen hat man über insgesamt vier Leinwände einen guten Blick darauf, was sich auf der Bühne abspielt. Auch Ausweichmöglichkeiten gibt es genug, sodass sich niemand so hinter dem Turm positionieren muss, dass nichts mehr zu sehen ist.

Nachdem die beiden Vorbands The Whiskey Foundation und Vintage Trouble den Abend musikalisch eröffneten und die Besucher während des Sets im Regen ausharren mussten, betritt gegen 20.45 Uhr endlich die erwartete Rocklegende AC/DC unter großem Applaus – und ganz ohne Regen - die Bühne. Auch nach rund 42 Jahren auf den Bühnen dieser Welt hat der Fünfer rund um Frontmann Brian Johnson immer noch sichtlich Spaß, auch wenn man der Band diese vier Jahrzehnte deutlich ansieht.

“It´s so good to be in Hannover again!“

Doch bevor AC/DC überhaupt die Bühne entern, erscheinen auf den großen Leinwänden zwei Astronauten im Weltall, die auf einen Kometen stoßen, in dem das AC/DC-Logo gemeißelt ist. Dieser rast schließlich – unter großem Jubel der Fans – gen Erde, vorbei an Maskottchen Rosie, um schließlich auf der Bühne in Form von Feuerwerk aufzuschlagen und die fünf Musiker zum Vorschein zu bringen.

Eröffnet wird das Set mit „Rock Or Bust“, dem Song zum gleichnamigen neuen Album und dazugehöriger Tour. „It´s so good to be in Hannover again!“, begrüßt Frontmann Brian Johnson unter großem Jubel das Publikum. Bereits nach den ersten Songs humpelt ein Besucher aus den vorderen Reihen und hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Rücken. „Mein Sohn ist noch irgendwo da drinnen und feiert. So ein Mist, ich würde auch gerne, aber mein Rücken tut höllisch weh!“. Die Liebe zu AC/DC scheint aber größer, denn knapp fünf Songs später kommt er erneut in gebeugter Haltung aus der Menge. „Ob Rosie auch noch kommt? Bestimmt!“, fragt er und grinst dabei über das ganze Gesicht wie ein kleines Kind an Weihnachten.

Kultstatus genießt natürlich vor allem Gitarrist Angus Young, der wie gewohnt in seiner britischen grünen Schuluniform auftritt und wie eh und je Publikumsliebling ist. Gemeinsam mit Johnson übernimmt er den präsenten Part der Show, während sich die anderen Bandmitglieder eher im Hintergrund halten.

Feuerwerk und Konfetti

Sowohl musikalisch als auch visuell haben AC/DC einiges für ihre Besucher im Gepäck: Während „Thunderstruck“ schießen Blitze wild über die Leinwände, zu „Hells Bells“ hängt eine riesige Glocke mit AC/DC-Logo von der Bühnendecke. Als der Song „Whole Lotta Rosie“ gespielt wird, wird der Wunsch des Besuchers erhört und im Hintergrund eine riesige Puppe aufgeblasen: Mit Zylinder, blondem Bob, roten Spitzendessous, Dollarnoten im Ausschnitt und zerrissenen, roten Strapsen erhebt sich die riesige, aufblasbare Rosie empor.

Natürlich kommt auch der Punkt, an dem Angus Young in Form von einem minutenlangen Solo zeigt, was er auf seiner Gitarre drauf hat. Dafür läuft er einen Steg entlang, der bis zum ersten Drittel des Geländes reicht und in einer runden Plattform mündet, auf der Young wild die Seiten zupft. Diese Plattform hebt ihn noch ein Stück höher in die Lüfte, während er unermüdlich weiter alles aus seiner Gitarre herausholt. Für sein Solo lässt sich der 60-Jährige vom Publikum ausgiebig feiern, während nebenbei noch weiß/gelbes Konfetti gen Himmel auf die Besucher geschossen wird.

Auch für eine Zugabe lassen sich AC/DC nicht lange bitten, die in einem spektakulären Feuerwerk endet. Für den Hit „Highway To Hell“ setzt sich Angus Young Teufelshörner auf die Stirn, während die Bühne in blutrotes Licht getaucht ist und auf sowie seitlich der Bühne Feuerfontänen in die Luft steigen.

„Unglaublich, einfach eine Legende!“, tönt es aus dem Publikum. Und dem ist wohl auch nicht mehr viel hinzuzufügen. In dem Alter noch eine solche Show auf die Bühne zu bringen, stimmlich und musikalisch ein zwei Stunden langes Set zu meistern, kann wahrlich nur der schaffen, der für seine Musik, seine Show und seine Fans lebt.

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