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Bildrechte: der Lange

Wird sich wohl eine neue Location für die Südstädter Live-Reihe Southside-Jam suchen müssen: Die Southside-Jam-Houseband um Frank Peters, Ecki Hüdepohl, Christian Schulz und Marc Hothan (v.l.n.r.) (nicht auf dem Bild: Arndt Schulz)

Pindopp-Verkauf sorgt für Enttäuschung

Southside Jam will wohl neue Spielstätte suchen

10. Juni 2015, Von: Redaktion, Foto(s): der Lange

Die Meldung über die bevorstehende Schließung der Südstädter Traditionskneipe Pindopp am Altenbekener Damm erregt derzeit zahlreiche Gemüter. Der Mietvertrag der bisherigen Betreiber läuft zu Ende Dezember dieses Jahres aus, die Räumlichkeiten wurden von einer Hamburger Immobilienfirma an einen Gastronomen verkauft, der 2016 hier ein weiteres Lokal der Systemgastronomie-Kette„Café Extrablatt“ eröffnen will. Damit steht auch die traditionelle Hannover-Live-Szene-Reihe „Southside Jam“ im Pindopp vor dem Aus. Die Macher dieser Reihe suchen nun eine neue Spielstätte.

Erstmals hatten von der bevorstehenden Pindopp-Schließung und dem Eigentümer-Wechsel der gastronomischen Räumlichkeiten am Altenbekener Damm die hiesigen Tageszeitungen Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse berichtet. Das war am vergangenen Wochenende.

Am gestrigen Dienstag veröffentlichte das Pindopp auf seiner Facebook-Seite eine Stellungnahme rund um die Entwicklungen. Demnach habe der Eigentümer der Immobilie, eine Hamburger Firma, ursprünglich angekündigt, den bis zum Jahresende laufenden Mietvertrag nicht verlängern zu wollen. Ein Verkauf des Gebäudes sei beabsichtigt.

An dieser Stelle hätten die Pindopp-Betreiber nach ihren Ausführungen Kaufinteresse signalisiert, um das offenbar gut laufende und ebenso frequentierte Pindopp in bewährter Form weiterführen zu können. Nach einigen Verhandlungen mit dem Eigentümer lag anscheinend bereits ein Kaufvertrag vor.

„Dann aber, als wir dem Kaufvertrag zugestimmt hatten, kamen merkwürdiger Weise keine Reaktionen mehr. Mails wurden nicht beantwortet, am Telefon konnte man nur selten jemanden erreichen und in Hamburg standen wir vor verschlossener Tür“, erklärt das Pindopp in seiner Stellungnahme auf Facebook.

Augenscheinlich hat es mit dem Betreiber zweier bereits in Hannover existierender "Café Extrablatt"-Lokale einen Mitbewerber um den Kauf des Gebäudes am Altenbekener Damm gegeben, mit dem sich der bisherige Hamburger Eigentümer dann in der vergangenen Woche einig wurde.

“Fassungslosigkeit zog bei uns auf“

Dass der Gastronom, der am Standort des Pindopp im kommenden Jahr ein weiteres „Café Extrablatt“ eröffnen will, den Zuschlag zum Kauf bekommen hat, wollen die Pindopp-Betreiber erst am vergangenen Donnerstag durch einen Anruf der hannoverschen Tageszeitung Neue Presse erfahren haben, wo man um eine Stellungnahme zu Verkauf gebeten wurde.

Daraufhin nahm man offenbar Kontakt zum Veräußerer der Immobilie auf, der den Verkauf bestätigte. „Fassungslosigkeit zog bei uns auf“, schreibt das Pindopp in besagtem Facebook-Post. Es habe immer eine Kaufbereitschaft gegeben, man habe mehrmals das Angebot über den Kaufpreis erhöht, heißt es in dem Statement weiter.

Kommentare der Entrüstung und Enttäuschung auf Facebook

Die Reaktionen auf dieses Statement auf Facebook waren zahlreich. Viele User-Kommentare drückten Entrüstung und Enttäuschung über den nun absehbaren Verlust des bei augenscheinlich vielen so beliebten Südstadt-Lokals, das seit 1981 auch Besucher anderer Stadtteile lockt. In einigen Kommentaren klang sogar Wut durch. Ein weiteres „Café Extrablatt“-Lokal passe nicht an den Pindopp-Standort in der Südstadt und man wolle den Besuch der neuen Gaststätte aus der Systemgastronomie boykottieren, so der Tenor

Einen Verlust bedeutet die bevorstehende Schließung und gastronomische Neukonzeptionierung der Räumlichkeiten auch für die Hannover-Szene-Live-Reihe „Southside Jam“. Abgesehen von der Sommerzeit fanden über viele Jahre jeweils am ersten Montag eines Monats Jam-Konzerte mit Musikern aus der Hannover-Szene, aber auch einigen überregionalen und internationalen Gästen statt.

Verlust von Stadtteilkultur

Der Southside Jam, vor allem auch die Open-Stage-Sessions im November erfreuten sich nahezu jederzeit großer Beliebtheit und erlebten einen großen Publikumszuspruch.

Organisiert wurde der Southside Jam im Pindopp von der gleichnamigen Haus-und Sessionband um Keyboarder Ecki Hüdepohl, Bassist Christian „Chrille“ Schulz, Schlagzeuger Frank „Pepe“ Peters und Gitarrist Marc Hothan, die für manchen Künstler die Sessionmusiker gaben und auch selbst viele Songs live präsentierten. Zuletzt stieß noch Gitarrist Arndt Schulz zur SSJ-Hausband.

Der Southside Jam im Pindopp war eine über Jahre gewachsene Institution und es ist wohl kaum übertrieben, das Konzept als wichtigen, identitätsbildenden Bestandteil der Stadtteilkultur herauszustellen.

Nun soll es mit dem Southside Jam an einem anderen Standort weitergehen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass das Pindopp seinen bisherigen Betrieb noch bis zum Jahresende aufrecht erhält und wir wenigstens noch die gebuchten Southside-Jam-Live-Termine im Oktober und November hier durchführen können“, erklärt Ecki Hüdepohl aus dem Orga-Team auf Nachfrage.

„Wir werden uns nun mit dem gesamten Team in der nächsten Woche treffen und über eine neue Location diskutieren, denn ich denke, wir wollen die Reihe dann an einem anderem Standort aufrecht erhalten“, so Hüdepohl.

Man sei sich bewusst, dass dies in der Südstadt schwierig werden dürfte, eine Örtlichkeit zu finden, in der man Live-Musik im Session- Charakter in einem urigen Kneipenambiente präsentieren kann und wo mindestens 80, 100 oder mehr Besucher Platz finden und wo auch Open-Stage-Jam Sessions mit sehr vielen sich abwechselnden Musikern und Bands realisiert werden können.

„Vielleicht müssen wir auch über eine alternative Möglichkeit in einem anderen Stadtteil nachdenken und das diskutieren, ich will da aber nicht vorgreifen. Das wird man sehen.“, sagt der Musiker.

INFO-BOX

Links
externer Link www.pindopp.de
externer Link www.facebook.com/pindopp
externer Link www.cafe-extrablatt.com

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