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Hits der Siebziger und Evergreens in gemütlich-freundlicher Runde: Albert Hammond und Band traten am Mittwochabend in Hannover im Capitol auf.

Erinnerungen an Welterfolge

Albert Hammond und Band spielten erstmals in Hannover

07. Mai 2015, Von: Andreas Haug, Foto(s): Norbert Pfeifer

Es mögen einige beim Lesen der Überschriften stutzen: Albert Hammond? Große Welterfolge? Wer war das nochmal? Eine kurze Aufklärung: Wohl nur wenige andere Songs, als die von Albert Hammond, haben in den frühen 1970er-Jahren bis weit in die 1980er-Jahre die Radio-und TV-Landschaft so nachhaltig mitgeprägt. Albert Hammond steht für Evergreens und hat außerdem für Weltstars Welthits geschrieben. Die meisten, zumindest aber viele davon, gab es am Dienstagabend im Capitol in Hannover live zu hören.

Gemütlich ist es angerichtet im Capitol. Der Club am Schwarzen Bären ist teilbestuhlt, rund 500 Besucher geben in dieser Situation eine stattliche Kulisse. Um 20.05 Uhr betreten der 70-jährige Sänger und Gitarrist nebst seiner Band die Bühne und reihen die kommenden zwei Stunden einen Klassiker an den anderen.

Die Musiker sind komplett in Schwarz gekleidet, Albert Hammond selbst wirkt wie ein Jungbrunnen: Schlank und rank, entspannte Gesichtszüge und gut bei Stimme. Eine Erscheinung eines Künstlers, um den ihn manch 30-Jähriger beneiden dürfte. Alber Hammond wirkt so, als würde er konsequent gesund leben, Sport treiben, sich regelmäßig Kosmetik und Massagen gönnen, sich die Sonne auf die Haut scheinen lassen und dann und wann, wenn ihn die Muse küsst, mal wieder einen Song, wahrscheinlich einen Welthit, schreiben.

Es hätte eine laue Oldie-Hit-Parade werden können im Capitol, aber es wird ein sehr ordentliches und ansprechendes Konzert mit Klassikern in der Bandbreite Folk, Pop, Rock, Country, Blues und Gospel.

Eigentlich nur Hits und Klassiker

Schon nach dem Opener „Everything I Want To Do“, einem der vielen Evergreen-Hits aus den frühen Siebzigern, brandet großer Applaus los. Albert Hammond erklärt seine Musik, die Geschichten dahinter, nennt Namen wie Neil Diamond, Dionne Warwick, Leo Sayer, Whitney Houston, die –so scheint es- alle irgendwie mal mit ihm auf dem Sofa saßen und für die er Hits geschrieben hat.

Viele Songs sind Klassiker, mit denen der ein oder andere reifere Musiker als Jungspund Gitarre spielen gelernt hat, Standard-Songs aus Folk und Pop die man nach Lehrbüchern oder nach kurzer Einweisung von und mit Freunden schon vor mehr als 30, 40 Jahren gespielt und gesungen hat.

Wo sich anderswo Medien, Promoter, Künstler und Veranstalter vor Wichtigkeit überschlagen, herrscht beim heutigen Albert-Hammond-Konzert in Hannover so etwas wie Normalität. Auf der Bühne steht ein freundlicher, gut gelaunter Herr, der zur Gitarre und mit seiner gut eingespielten Band seine Hits spielt und Hits, die andere bekannt oder berühmt gemacht haben.

Aus dem Repertoire, das man mit Albert Hammond selbst in Verbindung bringt, gibt es unter anderem „Down By The River“, „I´m A Train“, „It Never Rains In Southern California“ und das viel umjubelte „Free Electric Band“, Songs, die in der ersten Hälfte der Siebziger im Radio rauf und runter liefern.

Lächeln auf den Lippen, Glanz in den Augen

Im letzten Drittel des Konzerts erheben sich die Besucher von ihren Sitzen und es geht an den Bühnenrand. „One Moment In Time“, einen Mega-Hit, den man mit Whitney Houston in Verbindung bringt, ist ein Albert-Hammond-Song, genauso wie die schmachtende Ballade „When I Need You“, einst gesungen von Leo Sayer. „Nothing´s Gonna Stop Us Know“, ein Hit von Starship von 1986 ist eine Albert-Hammond-Komposition, genauso wie „The Air That I Breathe“ einem Klassiker, mit dem The Hollies einen Hit gelandet haben.

Albert Hammond freut sich augenscheinlich sehr über die sehr gute Resonanz im Publikum, der Künstler strahlt und scheint den Auftritt in Hannover sichtlich zu genießen. Es wird gemunkelt und orakelt: Der hätte doch schon längst ausgesorgt und hätte es doch eigentlich nicht mehr nötig, Auftritte zu spielen.

Das mag sein, aber ein bemerkenswerter Punkt ist, dass Albert Hammond den Eindruck macht, dass es ihm von Herzen Spaß gemacht hat, hier im Capitol zu spielen, eben weil er letztlich ein Songwriter, ein Musiker ist, der irgendwann auf die Bühne muss. Mit Geschäft und Kalkül hat das hier wohl weniger oder nichts zu tun. Man spielt befreit und locker-flockig auf und die Besucher folgen der Veranstaltung mit einem Lächeln auf den Lippen und Glanz in den Augen.

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