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Phaenotypen konnten am vergangenen Samstag das niedersächsische local heroes-Finale im MusikZentrum für sich entscheiden.

Ein einziger musikalischer Höhepunkt

Phaenotypen gewinnen local heroes-Landesfinale

13. Oktober 2014, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Die Reggae-Dancehallband Phaenotypen aus dem Landkreis Osterholz hat den Local-Heroes-Regionalentscheid am Sonnabend im Musikzentrum gewonnen. Sie setzte sich gegen sechs weitere Bands durch und überzeugte mit ihrer abwechslungsreichen und atmosphärischen Musik die Jury und das Publikum. Der zweite Platz ging an die Bluesrockband Groove Experience aus Braunschweig. Die Alternativeband The Surface aus Hildesheim freute sich über Platz drei.

Wenn eine Band mit weißen Chemikerkitteln auf die Bühne geht und deutschen Sprechgesang vorträgt, denken viele Hip-Hopper wahrscheinlich an das Cover des Albums Silium der Band Fünf Sterne Deluxe. Andere möglicherweise an Drogenexperimente im Stil von Breaking Bad, obwohl die Schutzanzüge der Protagonisten dort meist gelb waren. Doch die vier Phaenotypen aus Osnabrück entziehen sich jeder Einordnung und schaffen etwas ganz Neues mit ihrer Mischung aus Ska, Reggae und Rock. Sie lassen das Publikum tanzen mit eingängigen Songs wie „Locker bleiben“ und faszinieren gleich darauf mit einem düsteren und eindringlichen Lied über eine lange Phase der Schlaflosigkeit. Sie sind damit die Band des Abends, die sich am meisten von allen anderen abhebt und schließlich verdient gewinnt.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Tobias Lehmann
Gut sind sie aber alle, heute Abend. Eine Band, die sich ebenfalls jeglicher Einordnung in bekannte musikalische Fahrwasser entzieht, ist Ninjasisters of Funkey Pirate Doom aus Emden. Die Musiker nennen ihre Musik selbst Progressive Grecore und mischen auch gerne mal Rock, Reggae, Jazz und Kinderliedmelodien in einem Song. Allerdings klappt es hier und da mit dem Zusammenspiel noch nicht ganz optimal. Und auch wenn der hohe Anspruch lobenswert ist, müssen die Songs für den Hörer am Ende auch noch funktionieren und nicht völlig zusammengewürfelt wirken. Die Band hat von allen Teilnehmern möglicherweise das größte Potenzial zur Weiterentwicklung. Ein paar Tipps könnten da nicht schaden, weshalb die Jury entschieden hat, ihnen die Teilnahme an einem professionellen Bandcoaching anzubieten.

Das bieten, was der Name verspricht

Die anderen Bands sind deutlicher in bekannte musikalische Richtungen einzuordnen, was ihre Kreativität und Qualität allerdings nicht in Frage stellen soll. Die Zweitplatzierten Groove Experience überzeugen mit dem, was ihr Name vermuten lässt. Sie bringen den Groove auf die Bühne. Dazu verführt Sängerin Sarah mit ihrer tiefen und gefühlvollen Stimme. Für die Band spricht außerdem ihr Spielspaß. Gitarrist Elia und Bassist Arkon treiben sich gegenseitig an, ihre Instrumente scheinen sich im lustvollen Spiel zu umgarnen. Auch das Publikum feiert begeistert mit.

In Bezug auf den Spielspaß und die Party auf der Bühne müssen allerdings an erster Stelle die Basement Apes aus Osnabrück genannt werden. Sie treten mit ihrem schweißgetränkten old school Rock'n Roll gleich als erste des Abends auf und reißen sozusagen gleich alles ab. Die Musiker stehen nie still, verschmelzen mit ihrer Musik und ziehen auch das Publikum mit. Gitarrist Nico unternimmt auf den Schultern eines Gastes einen Ausflug zur Theke und spielt dort weiter. Die Band kann am Ende leider keinen Platz verbuchen, sollte aber ebenso wie die Ninjasister auf jeden Fall dabei bleiben. Da kommt etwas Großes auf die Welt zu.

Eine ordentliche Bühnenshow liefern auch The Surface aus Hildesheim. Sänger Dennis klettert bis zur Decke der Bühne und singt dort weiter. Währenddessen spielen die Musiker mit Sonnenbrillen auf der Nase cool ihren Alternativerock. Am Ende reicht es für Platz drei.

Coaching für drei ausgewählte Bands

Der vierte Platz geht an Jeremiad aus Delmenhorst/Oldenburg. Sie begeistern mit klassischem Alternative/Grungerock, der in die Beine geht. Dem Indierock hat sich die Band Daily Story aus Rotenburg verschrieben. Frontfrau Julia reißt das Publikum mit ihrer Energie mit. Die Band darf sich schließlich, ebenso wie die Ninjasisters und die Phaenotypen, über die Teilnahme an einem Bandcoaching freuen.

Der Abend war ein einziger musikalischer Höhepunkt, ohne Ausreißer nach unten, was für einen Newcomercontest nicht selbstverständlich ist. Vor 18 Jahren haben die Guano Apes diesen Wettbewerb gewonnen, worauf eine beeindruckende Karriere folgte. Schlagzeuger Dennis Poschwatta war auch Mitglied der Jury und lobte ebenfalls die hohe Qualität der Veranstaltung. Mal sehen: Vielleicht konnten die Gäste auch dieses Mal wieder Zeuge werden, wie für die ein oder andere Band des Abends der Grundstein für eine Weltkarriere gelegt wurde.

INFO-BOX

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